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Elf Freunde sollt ihr sein!

Hannover 96 Elf Freunde sollt ihr sein!

Bei der Zusammenstellung des Kaders hat 96-Trainer Tayfun Korkut großen Wert auf den Charakter gelegt – und ist sehr zufrieden. Daher werden Korkut und Sportdirektor Dirk Dufner an dieser Gruppe auch nichts mehr verändern.

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Verschworener Haufen: Sakai, Joselu und Torschütze Edgar Prib jubeln nach dem Schlusspfiff gegen Schalke.

Quelle: Zur Nieden

Hannover. Gestern gab es den zweiten Anlauf. Bereits Anfang Juli hatten sich die Profis von Hannover 96 erstmals zum Mannschaftsfoto in der HDI-Arena aufgestellt. Doch das Bild, das die „Roten“ damals abgaben, hatte wenig mit dem Team zu tun, das am vergangenen Sonnabend zum Auftakt der neuen Saison in der Fußball-Bundesliga den FC Schalke 04 mit 2:1 besiegte. Gleich sechs der insgesamt zehn Neuzugänge fehlten damals, dazu auch die WM-Fahrer Ron-Robert Zieler und Hiroki Sakai. Dafür lächelten Szabolcs Huszti und Sébastien Pocognoli mit in die Kameras, die ihr Geld inzwischen längst in China beziehungsweise England verdienen.

Gestern sah das schon besser aus. Bis auf Edgar Prib, der am Dienstag in Köln am Knie operiert wurde, war das Team komplett, mit dem 96 für Furore sorgen will. Und bei dem Tayfun Korkut fest davon überzeugt ist, dass er genau die richtige Mischung gefunden hat.

„Natürlich haben wir Qualität verloren“

Natürlich muss er das sagen. Es wäre ja auch schlimm, wenn der Trainer nicht an sein eigenes Team glauben würde. Doch Korkut nimmt man es ab, wenn er vom Charakter der Mannschaft schwärmt und einen kleinen Einblick in die Grundidee gibt, nach der er und Sportdirektor Dirk Dufner die Neuzugänge ausgewählt haben. „Neben der sportlichen Qualität und der Frage, ob die Neuen zu unserem Spiel passen, waren uns der Charakter und die Mentalität der Spieler enorm wichtig“, verriet Korkut. „Uns war wichtig, dass wir niemanden hereinbekommen, mit dem es nicht passt. Daher haben wir uns extrem gut über die einzelnen Spieler informiert. Denn am Ende ist Fußball ein Mannschaftssport.“

Der 40-Jährige formuliert solche Sätze ganz bewusst. Er verwendet selten schlagzeilenträchtige Formulierungen, greift auch keinen ehemaligen Spieler direkt an. Doch wenn man sich anschaut, welchen Weg Korkut in der Zeit seit seinem Amtsantritt im Januar gegangen ist, dann erkennt man ein deutliches Muster. Im Zweifelsfall verzichtet er lieber auf unstrittige sportliche Qualität, wenn die sich nicht bedingungslos in den Dienst der Mannschaft stellt. Ein Beispiel dafür ist Huszti, dem der Trainer nach dessen vorzeitigem Urlaubsantritt Ende der vergangenen Saison keine Steine in den Weg legte. Ein anderes ist Salif Sané, den er nach diversen Undiszipliniertheiten ins Regionalligateam abschob – und für den der Verein einen neuen Klub sucht.

Die Bilder: Hannover 96 trainiert am Dienstag bei nicht allzu sommerlichen Temperaturen.

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In Verbindung mit Abgängen wie Mame Diouf, Pocognoli oder Didier Ya Konan hat 96 tatsächlich eine Menge sportliches Potenzial eingebüßt. Aber zugleich haben den Klub auch Spieler verlassen, die bisweilen einen gewissen Hang zum Eigensinn hatten. Sportdirektor Dufner, im Vergleich zu seinem Trainer durchaus ein Freund knackiger Formulierungen, kommt daher zu einer bemerkenswerten Gegenüberstellung. „Natürlich haben wir Qualität verloren“, sagt er. „Aber wir haben auch welche dazubekommen. Und wenn wir dadurch auch noch mannschaftliche Qualität gewonnen haben, dann sind wir ganz klar stärker als in der vergangenen Saison.“

Ob diese Rechnung aufgehen wird, werden erst die kommenden Wochen und Monate zeigen – beginnend mit dem zweiten Bundesligaspiel am Sonntag (15.30 Uhr) bei Mainz 05. Denn Korkut und Dufner sind nicht so vermessen zu glauben, dass nach dem guten Start alles wie am Schnürchen weiterlaufen wird. Doch wenn man hört, wie der sonst eher vorsichtige Trainer über seine ersten Eindrücke schwärmt, dann darf man schon aufmerksam zuhören. „Man kann sich natürlich nie hundertprozentig sicher sein“, sagt der ehemalige türkische Nationalspieler. „Aber die Vorbereitung und die ersten beiden Pflichtspiele zeigen mir, dass es auf dem Platz und auch außerhalb als Gruppe passen könnte. Und das kann in schwierigen Momenten eine ganz große Stärke sein.“

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Zu beobachten war das zuletzt gegen Schalke, als die „Roten“ gegen einen Champions-League-Teilnehmer nach einem 0:1-Rückstand noch einmal zurückkamen. Zu den Schlüsselspielern gehörten dabei Prib, der sich mit Fleiß und unbändigem Kampfgeist immer wieder in den Dienst der Mannschaft stellt, und Joselu. ,Der spanische Stürmer, einer der zehn Neuen, eroberte vor dem Ausgleichstor den Ball am eigenen Strafraum und traf später selbst zum 2:1.

Daher werden Korkut und Dufner an dieser Gruppe auch nichts mehr verändern. Weitere Neuzugänge, das machte der Sportdirektor gestern deutlich, wird es trotz der Ausfälle von Stindl und Prib bis zum Transferschluss in der Nacht zum kommenden Dienstag nicht geben. Die Mannschaft steht.

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