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Das traurige Ende eines Missverständnisses

Kommentar zum 96-Trainerwechsel Das traurige Ende eines Missverständnisses

Hannover 96 hat sich sechs Spieltage vor Schluss doch noch einmal zu einem Trainerwechsel entschieden und Thomas Schaaf freigestellt. Eine Überraschung ist das nicht mehr. Doch der Abstieg von 96 hat lange vor der Verpflichtung von Schaaf begonnen.

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Ist bei Hannover 96 gescheitert: Thomas Schaaf.

Quelle: Treblin

Hannover. Einen Tag nach dem 0:3 gegen den Hamburger SV hat Hannover 96 etwas gemacht, was die Verantwortlichen vorher ausgeschlossen hatten und ihnen auch deshalb schwer gefallen sein dürfte: 96 hat mit Thomas Schaaf den Mann beurlaubt, der am 4. Januar seinen Dienst als Wunschtrainer angetreten hatte und nach zehn Niederlagen in elf Spielen wieder gehen muss.

Daniel Stendel, sein Nachfolger für sechs Spiele, hat es leichter als Schaaf. Er muss nicht mehr den Klassenerhalt schaffen – das Thema hat sich bereits erledigt. Stendels Aufgabe ist es, die Mannschaft daran zu erinnern, dass sie den eigenen Fans und auch den anderen Clubs gegenüber die Verpflichtung hat, sich seriös aus der Bundesliga zu verabschieden. Schaaf haben sie das nicht mehr zugetraut. Es ist das traurige Ende eines großen Missverständnisses.

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Hannover 96 hat sich von Trainer Thomas Schaaf getrennt. Was sagen Sie dazu?

Schaaf ist gescheitert, genau wie vor ihm Tayfun Korkut und Michael Frontzeck. Aber glaubt wirklich jemand, diese fahrlässig zusammengestellte und in der Winterpause nicht ausreichend verstärkte Mannschaft hätte ein anderer Trainer in der Liga gehalten? Der Abstieg von 96 hat lange vor der Verpflichtung von Schaaf begonnen.

Bereits sechs Begegnungen vor Saisonende muss sich in Hannover keiner mehr Gedanken machen, ob es für 96 doch noch irgendwie mit drei XXL-Wundern oder Zauberei zum Klassenerhalt reichen könnte. Niemand muss mehr darüber grübeln, ob kommenden Sonnabend zwischen Eintracht Frankfurt und 1899 Hoffenheim ein Remis das Beste ist oder doch ein Auswärtssieg. Und niemand muss mehr schauen, wie Werder Bremen gegen den FC Augsburg spielt. Die Ergebnisse der anderen Clubs in Not können 96 egal sein. Denn die „Roten“ machen in dem Abstiegskampf nicht mehr mit.

Namen wie Rolf Paetz, Karl-Heinz Mühlhausen und Hannes Baldauf gehören genauso zur 96-Trainer-Geschichte wie Tayfun Korkut, Mirko Slomka und Ralf Rangnick. Die Trainer von Hannover 96 seit 1963:

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Dass gegen Mönchengladbach, Schalke und Hoffenheim noch drei Heimspiele anstehen, ist fast wie eine Drohung: Hilfe, noch dreimal einer Mannschaft zuschauen, die unvergessen bleiben wird, weil sie sich nicht einmal gewehrt hat gegen den Abstieg.

Wäre es möglich, sollte 96 bei der Deutschen Fußball-Liga beantragen, auf die letzten sechs Spiele zu verzichten. Der Schaden ist bereits jetzt riesengroß. Lässt sich die Mannschaft auch unter Stendel weiter so hängen, dann droht ein stolzer Club sich auf großer Bühne der Lächerlichkeit preiszugeben. Sollte die Mannschaft plötzlich wieder kämpfen, wäre das wünschenswert – und so merkwürdig das ist ein fast noch größeres Armutszeugnis als bisher.

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27. November 2016 - Christian Purbs in Allgemein

Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

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