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Wer muss bei Hannover 96 noch gehen?

Nach Schaaf-Entlassung Wer muss bei Hannover 96 noch gehen?

Vor wenigen Tagen hat Clubchef Martin Kind seinen 96-Geschäftsführer Martin Bader und den Sportlichen Leiter Christian Möckel deutlich kritisiert. Jetzt fragen sich alle, ob es ein Stühlerücken auch in der Führungsetage gibt. Im Umfeld des Clubs wird mittlerweile nichts mehr ausgeschlossen.

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Christian Möckel, Martin Bader: Wie geht es bei 96 weiter?

Quelle: HAZ/M

Hannover. Seit gut einem halben Jahr ist Martin Bader Geschäftsführer Sport von Hannover 96. Das ist selbst im schnelllebigen Geschäft Fußball-Bundesliga kein allzu langer Zeitraum für diese Position, und doch vermittelte Bader, der am Montagmittag mit Daniel Stendel den zweiten neuen Trainer in seiner kurzen Amtszeit bei den „Roten“ vorstellte, einen mitgenommenen Eindruck. Wie einer, der seit Monaten vergeblich versucht, die Brände um sich herum zu löschen – und sich dabei nun auch selbst die Finger verbrennt.

Dass es an vielen Stellen beim Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga lichterloh brennt, liegt hauptsächlich an der sportlichen Talfahrt, die Mitte Mai in der 2. Liga enden wird. Da Bader zumindest einen Teil davon mitzuverantworten hat, wird auch die Kritik am 48-Jährigen immer lauter. So kritisierte 96-Clubchef Martin Kind die Arbeit des Geschäftsführers und des Sportlichen Leiters Christian Möckel am Sonntag bei einer öffentlichen Veranstaltung in der Innenstadt sehr deutlich. „Der Abstieg war nicht notwendig, die Chance war größer als 50 Prozent. Wir hatten alle Chancen im Winter, haben sechs Spieler verpflichtet und viel Geld in die Hand genommen. Wir hatten einen Punkt Rückstand, jetzt sind es zehn“, sagte Kind und sorgte damit für Zündstoff.

Darauf angesprochen betonte Bader am Montag, „dass mich nur das interessieren muss, was intern besprochen wird. Dass Kritik formuliert wird, ist nachvollziehbar.“ Bei seinen Gesprächen mit Kind am Sonntag sei es nur um die Beurlaubung von Trainer Thomas Schaaf gegangen. „Kritische Worte“ vom Clubchef an seine und Möckels Adresse habe es nicht gegeben, sagte der zum 1. Oktober als Nachfolger von Dirk Dufner engagierte Geschäftsführer. „Das war ein offener, sachlicher und konstruktiver Austausch“, sagte Bader. Warum aber machte Kind ein paar Stunden danach seinen Unmut über Baders Arbeit öffentlich?

Es ist nicht das erste Mal, dass Bader und Kind nicht auf einer Wellenlänge funken. Laut dem Magazin „11 Freunde“ soll Bader als Nachfolger von Michael Frontzeck nicht wie Kind Thomas Schaaf, sondern Kosta Runjaic (zuvor Kaiserslautern) bevorzugt haben. Bekannt ist zudem eine Meinungsverschiedenheit vor ein paar Wochen bei der Frage nach der Anstellung eines Sportdirektors, die beide völlig unterschiedlich beurteilen. Während Bader keine Notwendigkeit für einen Sportdirektor sieht („Was soll der machen?“), möchte Kind einen einstellen – was Baders und Möckels Position schwächen würde. „Ich persönlich würde es empfehlen. Damit man gut aufgestellt ist, braucht man stabile sportliche Kompetenz im Verein“, sagte Kind. Genau dafür sollten eigentlich Bader und Möckel stehen. Was zu der Frage führt: Stehen auch die beiden vor dem Aus bei 96?

Im Umfeld des Clubs wird mittlerweile nichts mehr ausgeschlossen. Baders Arbeit nur über die Transfers zu beurteilen, ist allerdings ungerecht. Der frühere Nürnberger sollte bei 96 überall für professionellere Strukturen sorgen. Konzepte dafür hat er mehrere auf den Weg gebracht, für einige davon soll von Kind noch grünes Licht fehlen.

Von Christian Purbs und Heiko Rehberg

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