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Willst du Hannover oben seh'n ...

Der Platzwart steht Kopf Willst du Hannover oben seh'n ...

Hannover 96 ist – man kann es drehen und wenden, wie man will – Letzter. Bei 96 haben sie deshalb dieser Tage die Tabelle auf den Kopf und ins Internet gestellt. Getreu dem alten Braunschweiger Fußballmotto „Willst du Hannover oben sehn, musst du die Tabelle dreh’n“. Und auch der Platzwart steht Kopf.

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Auch auf dem Kopf redet der Platzwart die Situation von Hannover 96 nicht schön.

Quelle: r.

Hannover. Bei Hannover 96 halten sie die Spielerei mit der Tabelle für lustig. Aber bei 96 haben sie lange Zeit Michael Frontzeck auch für einen Erfolgstrainer gehalten, Dirk Dufner für eine Shopping-Queen und Mevlüt Erdinc für einen Stürmer. Heute wissen wir: Willst du Erdinc spielen seh’n, musst du ins Kasino geh’n! Und viele fürchten für die kommende Saison: Willst du montags Fußball seh’n, musst du auf Hannover steh’n.


Der Platzwart würde nie auf die Idee kommen, einfach mal einen Text auf den Kopf zu stellen. Das wäre ja, als ob man Manuel Schmiedebach als Zehner spielen ließe und nicht mehr wüsste, wo unten und oben ist. Das ist ja, als ob man als Linksverteidiger einen aufstellt, der die allgemeine Beurteilung dieser 96-Position schon im Nachnamen trägt. Das ist ja, als ob man eine Bundesligatruppe, die aus drei Spielen gegen Darmstadt 98 nur ein Remis holt, woanders als auf Platz 18 suchen würde.

Jetzt schimpfen und jammern alle. Und wieder einmal wird deutlich: Platz 18 hat in der Fußball-Bundesliga keine Lobby. Auf Platz 17 kann man sogar überwintern und über Hoffenheim lachen. Platz 16 wird gegen Ende der Saison für einige Mannschaften, meistens den HSV, sogar ein Sehnsuchtsort, ein Platz an der Sonne. Platz 15 wird nach der Saison abgehakt und in der Vereinschronik später als gesichertes Mittelfeld verkauft.

Auf Platz 18 will niemand. Platz 18 gilt in der Bundesliga als unfein und fußkalt, es heißt, es rieche dort nach Braunschweig und locke Peter Neururer an. Dabei wird Platz 18 verkannt. Viele berühmte Mannschaften standen in der Bundesligageschichte schon auf Platz 18: Hertha! Schalke! Dortmund! Köln! Saarbrücken! Hannover! Oder man denke an Tasmania Berlin. Eine Legende! Auch heute noch. Mönchengladbach hat noch in dieser Saison gezeigt, was Platz 18 bewirken kann: Platz 18 gibt Kraft! Gut, ein neuer Trainer auch. Aber den hat 96 ja. Eines hat Thomas Schaaf schon geschafft – er hält die Bayern wie in seinen Glanzzeiten auf Distanz, und falls es beim Showdown am letzten Spieltag einen Elfmeter gibt, kann kein Kutzop mehr vergeigen.

Und wenn alle Stricke reißen, bleibt den "Roten" noch die Option auf eine Umschulung.

Und wenn alle Stricke reißen, bleibt den "Roten" noch die Option auf eine Umschulung.

Quelle: Petrow

Momentan gilt: Sackt Hannover Punkte ein, musst du wohl beim Handball sein. Aber man sollte sich 16 Spieltage vor Schluss nicht verrückt machen lassen. Schaaf-Fußball, das sieht man schon, hat was mit Toreschießen zu tun, so oder so. Kiyotake kommt zurück, und Bech. Hier gilt: Willst du Uffe spielen seh’n, musst du erst den Rasen mäh’n.

Sieben Siege braucht Hannover noch, das haben Statistiker ausgerechnet. Aber warum nur sieben? 48 Punkte kann 96 noch holen, das reicht locker für den Klassenerhalt, da kann man entweder die bisherigen 14 Punkte als spätes Dankeschön an Freiburg verschenken oder die karierten Leinenkoffer vom Schrank holen und von schönen Eurotagen an exotischen Orten träumen. Sevilla! Poltawa! Bremen! Das wäre unter Schaaf Neuland. Oberneuland.

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