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Es ist vollbracht!

Der erste Saisonsieg Es ist vollbracht!

Hannover 96 erfüllt auch beim 1:0 gegen Werder Bremen nur bedingt Bundesligaansprüche – doch was zählt, ist der erste Saisonsieg. Es ist schon eine Weile her, dass die 96er so Erfolgserlebnis genießen durften. Das Erfolgsrezept: Ron-Robert Zielers Klasse und die Wucht von Salif Sané.

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„Der Sieg war lebenswichtig“: Am achten Spieltag durften die 96-Profis gegen Bremen ihren ersten Saisonsieg bejubeln. Fotos: Team zur Nieden (6)

Quelle: Maike Lobback (Team zur Nieden)

Hannover. Wie fühlt man sich nach einem Sieg in der Fußball-Bundesliga? Mit dieser Frage war man bei Hannover 96 sieben Spieltage lang an der falschen Adresse. Die „Roten“, bereits in der vergangenen Saison Experten für sieglose Zeiten, hatten seit dem 15. August auf ihr drei-Punkte-Erlebnis warten müssen, länger als alle anderen Clubs. Aber als der erste Saisonsieg im achten Versuch endlich geschafft war durch ein glückliches 1:0 gegen Werder Bremen, herrschte in der HDI-Arena ausgelassene Glückseligkeit.

Eine kleine Umfrage beim Torschützen Salif Sané, beim herausragenden Torhüter Ron-Robert Zieler, bei Kapitän Christian Schulz und bei Oliver Sorg ergab alle Formen von Glück: „überglücklich“ - extrem glücklich“ - unheimlich glücklich“ - „super glücklich“. Wie man sich halt so fühlt, wenn die erste Reporterfrage nicht lautet, warum es auch diesmal wieder nicht geklappt hat.

Am schönsten beschrieb Michael Frontzeck die hannoversche Gefühlslage. „Mich freut es, dass wir nach langer, langer Zeit mal wieder mit einem Erfolg durch den Türrahmen gehen“, sagte der 96-Trainer. „Das macht einiges einfacher in den nächsten Tagen.“ Auch für ihn - obwohl er das natürlich nie sagen würde.

Frontzeck erlaubte nach dem Nordduell mit einem Nebensatz einen Einblick ins Innenleben der Mannschaft nach sieben Spielen ohne Sieg und dem Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz. „Nach dem Stuttgart-Spiel wurde es wirklich dunkel“, sagt er. Nach dieser 1:2-Niederlage war die Stimmung in Hannover „sehr angespannt“ (Geschäftsführer Martin Bader). Doch 96 holte sich anschließend in Wolfsburg nicht die von allen erwartete Niederlage ab, sondern kam mit einem 1:1 zurück, das jetzt mit dem Heimsieg gegen Bremen vergoldet wurde. Endlich nicht mehr Schlusslicht!

Kein rasantes Nordderby wie früher

Es ist zu hoffen, das der Sieg und die etwas freundlicher aussehende Tabelle eine entkrampfende Wirkung haben auf eine Mannschaft, die auch gegen den SV Werder über weite Strecken Bundesliga-Ansprüchen nicht gerecht wurde. Genau wie die Bremer übrigens.

96 und der SV Werder haben sich in der Vergangenheit rasante Duelle geliefert mit vielen Toren und viel Dramatik. Doch diese ersten 45 Minuten waren die langweiligsten seit vielen Jahren. 96 praktizierte eine in der ersten Liga sehr seltene Form des Standfußballs und verzichtete großzügig auf spielerische Elemente. Die Bremer schlossen sich einvernehmlich an, auch in puncto Harmlosigkeit in der Offensive.

Nordderby in der HDI-Arena: Hannover 96 trifft auf Werder Bremen.

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Die zweite Hälfte war unterhaltsamer, und ein Tor fiel, wie es in dieser Partie nur fallen konnte: nach einer Standardsituation. Dank der Sprungkraft von Sané, der nach einer Ecke von Hiroshi Kiyotake die drei Zentimeter Längennachteil im Kopfballduell mit dem Werder-Riesen Jannik Vestergaard (1,99 Meter) wettmachte, fiel das 1:0 in der 55. Minute für 96.

Anschließend hieß das Motto „Ron-Robert Zieler gegen Bremen“. Am Tag nach der Nicht-Nominierung für die deutsche Nationalmannschaft wehrte der Torhüter sechs Bremer Torschüsse ab, teilweise mit Glanzparaden. Die „Roten“ machten nicht amateurhafte Fehler wie in einigen Spielen zuvor. Dass aber eine schwache Werder-Mannschaft überhaupt so viele Tormöglichkeit bekam, spricht nicht für eine gefestigte Abwehr.

Kein Durchbruch für Artur Sobiech

Auch in der Offensive lieferte das Spiel gegen Bremen wenig Hinweise darauf, wie 96 in den kommenden Wochen ein Tor schießen will, ohne in die Kiste mit den Ecken und Freistößen zu greifen. Wenn der Japaner Kiyotake keine spielerische Idee hat, dann hat ab und zu Kenan Karaman eine - das ist es dann aber auch schon.

Nach seinen zwei Treffern gegen Dortmund hatten viele gehofft, Artur Sobiech würde nun endlich den Durchbruch schaffen. Doch der Stürmer besaß erneut große Probleme, den Ball anzunehmen, fast immer sprang er ihm vom Fuß, gefühlt gewann Sobiech nicht einen Zweikampf.

Die Mängelliste bleibt lang, auf Dauer wird es nicht reichen, sich auf Zielers Klasse und Sanés Wucht zu verlassen. Ohne sie wäre es in Hannover nach dem achten Spieltag noch dunkler als nach dem Stuttgart-Spiel geworden.

Jetzt sieht es zumindest am Horizont etwas heller aus.

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Kommentar zu 96

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