Hannover.
Herr Eggimann, wie viel Spaß macht es einem wintererprobten Schweizer, bei minus elf Grad Celsius zu trainieren?
Da, wo ich herkomme, ist es auch nicht kälter als hier. Das macht mir nicht viel aus. Man kann sich ja auch darauf einstellen und Vorkehrungen treffen.
Sportlich ist bei Ihnen Frühling angesagt: Sie haben beide Spiele nach der Winterpause durchgespielt. Fühlen Sie sich wieder als Stammspieler? Zumal Karim Haggui weiter fehlen wird und Emanuel Pogatetz gesperrt ist ...
Ich freue mich, dass ich von Anfang an spiele. Der Start in 2012 ist ganz gut gelaufen für uns mit dem Remis in Hoffenheim und dem Sieg gegen Nürnberg, so kann es weitergehen. Wir haben da insgesamt defensiv sehr gut gearbeitet. Und ich bin zufrieden, wenn wir punkten. Das zählt.
Ist das aktuell auch eine Chance für Sie, sich für die restliche Saison stärker in den Blickpunkt zu spielen?
Im Fußball geht alles so schnell. Vor ein paar Tagen hätte auch keiner gedacht, dass der „Emi“ (Emanuel Pogatetz, d. Red.) für drei Spiele gesperrt wird. Ich schaue auf das kommende Spiel, das ist bei Hertha BSC Berlin. Über das andere kann man diskutieren wie man will, das interessiert mich jetzt nicht.
Aus eigener Erfahrung als Reservist für die Innenverteidigung kennen Sie auch die andere Seite im Profifußball: von der Auswechselbank den anderen zusehen zu müssen. Wie motiviert man sich da immer wieder aufs Neue?
Wichtig ist allein, dass man da ist, wenn man gebraucht wird. Alles andere ist völlig sekundär. Mich hat das nicht belastet.
Hertha BSC, der nächste 96-Gegner in der Bundesliga, muss am Sonnabend in der zentralen Abwehr total umbauen. Ein Plus für Ihr Team?
Diejenigen, die dann einspringen, werden ganz sicher hochmotiviert sein. Wir sollten uns davon nicht blenden lassen. Die Berliner werden nach zwei Niederlagen zum Rückrundenstart keine allzu tolle Woche gehabt haben, das kann eine Mannschaft zu Höchstleistungen animieren.
Wären Sie in Berlin nicht gern wieder auf Maik Franz getroffen, mit dem Sie vor Ihrem Wechsel nach Hannover beim Karlsruher SC die Innenverteidigung gebildet haben?
Ich finde es schade, dass er so schwer verletzt ist und nicht spielen kann. Er ist immer voll motiviert, lebt für seinen Sport.
Jetzt Berlin, die Woche darauf Mainz: Wie wichtig sind diese beiden Auswärtsspiele für den weiteren Weg von Hannover 96 in dieser Bundesligasaison?
Nürnberg war schon ein Wegweiser, die kommenden zwei Spiele sind auch ganz wichtig, zumal das Programm danach richtig hart ist. Wenn wir jetzt möglichst viele Punkte einfahren, können wir den Anschluss nach vorne wahren und vielleicht das wiederholen, was wir vorige Saison geschafft haben. Der Zug soll nicht ohne uns abfahren.
Im 96-Angriff gibt es mit Mame Diouf ein neues Gesicht. Wie ist Ihr erster Eindruck von ihm?
Nach nur zwei Trainingseinheiten ist das nicht so leicht einzuschätzen. Mir ist aufgefallen, dass er ein sehr positiver Typ ist, so einen können wir gut gebrauchen. Es gab auf dem Platz auch ein paar gute Ansätze zu sehen, er kann uns weiterhelfen.
Verfolgen Sie eigentlich die Spiele beim Afrika-Cup, bei dem mit Karim Haggui und Didier Ya Konan zwei 96er dabei sind?
Ich schaue da schon hin, wenn es Fernsehübertragungen gibt. Karim und seine tunesische Mannschaft und die Elfenbeinküste mit ,Didi‘ gehören für mich mit zu den Turnierfavoriten. Sie können es weit bringen.
Interview: Norbert Fettback
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