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Ein Sieg ist für 96 Pflicht

Spiel gegen Mainz 05 Ein Sieg ist für 96 Pflicht

Es ist Februar, es ist erst der 20. Spieltag dieser Saison – doch Hannover 96 steht schon vor dem wohl wichtigsten Spiel des Jahres. Nur ein Sieg kann 96 Selbstvertrauen und Zuversicht für den Abstiegskampf bringen.

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Den ersten Dominostein im Abstiegskampf müssen die Spieler auf dem Platz anstoßen: 96-Profi Uffe Bech soll für frischen Wind sorgen.

Quelle: Nigel Treblin

Hannover. Hannover 96 wird am Sonnabend nicht absteigen, wenn das Fußball-Bundesliga-Heimspiel gegen Mainz 05 verloren gehen oder nur ein Unentschieden herausspringen sollte. Und 96 wird nicht den Klassenerhalt feiern können, wenn es seit Ende November - 4:0 gegen den FC Ingolstadt - endlich wieder einen Sieg geben sollte. Das Fußballleben in Hannover wird also so oder so weitergehen, und trotzdem ist die Begegnung gegen die Mainzer vielleicht jetzt schon das wichtigste Spiel des Jahres.

Kein Abstiegs-Endspiel, sondern ein "Hoffnungs-Endspiel"

Es ist kein Abstiegs-Endspiel, davon hat Hannover 96 noch 15 Stück. Es ist, was die „Bild“-Zeitung am Freitag treffend formuliert hat: ein „Hoffnungs-Endspiel“.

Es geht um drei Punkte, aber mindestens genauso wichtig ist es für Hannover 96, das Vertrauen, die Zuversicht und den Optimismus wieder aus ihrer Schmollecke zu locken. So wie die Mannschaft wieder die Überzeugung braucht, dass sie Spiele gewinnen kann, benötigen die Menschen in der Region den Glauben, dass eine gruselige Saison mit vielen falschen Weichenstellungen im vergangenen Jahr am Ende doch irgendwie mit dem Klassenerhalt für 96 enden kann.

Das skeptische Publikum muss überzeugt werden

Man muss nicht lange darüber nachdenken, um zu ahnen, was passieren wird, sollte es auch am 20. Spieltag keinen Sieg geben und der Abstand auf den rettenden 15. Platz - derzeit schon sieben Punkte - weiter anwachsen. Für 96 geht es gegen Mainz darum, das ohnehin schon skeptische Publikum nicht endgültig zu verlieren.

Die Kaderplanung ist abgeschlossen, nun muss sich das Team festigen -  und bald Punkt einfahren. Dafür trainierte Hannover 96 auch am Mittwoch.

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Martin Bader, der 96-Geschäftsführer Sport, hat in dieser Woche einen schönen Satz gesagt: „Als Erster die weiße Fahne zu hissen, wäre ein fatales Signal.“ Das stimmt, und man kann diesen Satz in eine Forderung umformulieren: 96 muss heute in der HDI-Arena die rote Fahne hissen. Als Zeichen, dass die „Roten“ auch wieder mit aller Entschlossenheit am Abstiegskampf teilnehmen.

Drei Konkurrenten um den Klassenerhalt in den nächsten Wochen

Mainz muss der Anfang sein. Hannover 96 trifft die nächsten Wochen auf drei Konkurrenten um den Klassenerhalt, erst im Heimspiel gegen den FC Augsburg (20. Februar), außerdem auswärts beim VfB Stuttgart (27. Februar) und Werder Bremen (5. März): Punkte in diesen Partien sind doppelt wichtig. Dazu gibt es in Dortmund (kommenden Sonnabend) und gegen den VfL Wolfsburg (1. März) zwei Zusatzchancen. Am 5. März um 17.20 Uhr wird 96 wieder festen Boden unter den Füßen haben müssen, sonst können wirklich die weißen Fahnen geschwenkt werden.

Jörg Sievers, der Torwarttrainer und einer der wenigen großen 96-Helden aus der Vergangenheit, hat vor dem Mainz-Spiel an alle Anhänger appelliert, die Mannschaft nicht aufzugeben. Es war eine starke Aktion, die zugleich etwas aussagt darüber, warum die „Roten“ in große Not geraten sind. Hätte es nicht eigentlich ein Spieler sein müssen, der sich in dieser Situation hinstellt und das anspricht, was Sievers mit großer Leidenschaft gesagt hat?

Thomas Schaaf: der Leuchtturm in der Dunkelheit?

96 hat diesen Profi nicht in den Reihen, obwohl es jetzt wichtiger denn je wäre, einen im Team zu haben, der alle mitreißt. Also bleibt als Leuchtturm in der Dunkelheit nur einer: Thomas Schaaf, der Trainer, der für keinen der Fehler in der Vergangenheit etwas kann und klaglos versucht, das Schlimmste - die 2. Liga - abzuwenden.

Schaaf ist bislang der beste und wichtigste Neuzugang, und dass überhaupt noch Fans an Hannover 96 als Erstligist glauben, hat mit ihm zu tun. Er benötigt eigentlich mehr Zeit, weiß aber, dass seine Mannschaft jetzt „liefern“ muss, wie er es gern nennt. Auch Schaaf hat vor dem Spiel heute etwas Bemerkenswertes getan. Er hat die Fans im Stadion aufgefordert, ihm und der Mannschaft etwas „abzufordern“. Es war ein kluger Schachzug, denn nur so kann es funktionieren. Den ersten Dominostein im Abstiegskampf müssen die Spieler auf dem Platz anstoßen.

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