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Warum der Prinz bei 96 kickt...

Ernst August in Traditionsmannschaft Warum der Prinz bei 96 kickt...

Ein Erbprinz als Fan und Mitspieler? Ernst August Erbprinz von Hannover ist der royale Neuzugang in der Traditionsmannschaft von Hannover 96. Doch einen Hofknicks wird es in der Kabine deshalb nicht geben. Er ist einfach der "Ernst".

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Der Erbprinz soll demnächst wieder im 96-Trikot am Ball sein.

Quelle: Weger

Hannover. Frank Obermeyer war kürzlich mit dem Auto zu seiner Enkeltochter unterwegs, als sein Handy klingelte. Die Nummer war ihm bekannt, deshalb sagte er zu seiner Frau: „Bitte Ruhe, jetzt wird es ernst.“ Das war ein kleiner Scherz, denn beim Anrufer handelte es sich um Ernst August Erbprinz von Hannover. Als Obermeyer wieder auflegte, fragte ihn seine Frau etwas irritiert, warum er den Welfenprinzen die ganze Zeit mit „Ernst“ angeredet habe und ob sich das überhaupt schicke. Na klar, sagte Obermeyer und erzählte ihr die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft.

Die Geschichte also: Obermeyer, der früher Fußballprofi in Belgien war, kümmert sich bei Hannover 96 um die Traditionsmannschaft. Das ist in einer Zeit, in der 96 vor allem auch ein Wirtschaftsunternehmen ist und als solches auch wahrgenommen wird, kein ganz unwichtiger Job in einem Verein. Tradition kann man sich nämlich nicht irgendwo kaufen. Der 67-Jährige ist Trainer, Betreuer, Seelsorger. Er macht das mit großer Leidenschaft und ganz viel Herzblut.

Die Traditionsmannschaft von Hannover 96.

Quelle: Weger

In ebendieser Traditionsmannschaft hat vor Kurzem bei einer Benefizpartie der Welfenprinz Ernst August mitgespielt, und Obermeyer ist darauf immer noch sehr stolz. „Ich mache das jetzt seit 14 Jahren, aber einen Prinzen hatte ich noch nie in der Mannschaft.“

Mit einem Prinzen als Mitspieler kommen in der Kabine Fragen auf, die man sich vorher nicht gestellt hat. Zum Beispiel, wie man den prominenten Mitspieler denn nun ansprechen soll.

Man muss dazu vielleicht noch wissen, dass in der 96-Traditionsmannschaft ebenfalls nur Prominenz spielt. Fußballprominenz. Obermeyer reist mit seiner Elf heute Abend zu einem großen Turnier nach Antalya in die Türkei, dabei sein werden die früheren Profis Altin Lala, Martin Groth, Fabian Ernst, Karsten Surmann, Danijel Stefulj, Günter Herrmann und Jörg Kretzschmar - Vereinslegenden, Pokalsieger, Nationalspieler, Weltmeister, Bundesligahaudegen.

Als sich Ernst August Erbprinz von Hannover den Fußballgrößen in der Kabine vorgestellt hat, sagte er: „Für euch bin ich Ernst.“ Als das geklärt war, hat Obermeyer noch kurz gefragt, auf welcher Position er denn spielen wolle. „Hinten, hat er gesagt“, erzählt Obermeyer, „ich habe ihm dann die Nummer 3 gegeben.“

Der adlige Gastspieler hat Obermeyer nicht nur mit seiner „bescheidenen, sympathischen Art“ begeistert: „Er ist ein Deckungsspieler, laufstark, kampfstark. Und er war danach fix und fertig.“ Obermeyer ist überzeugt, dass es kein einmaliges Gastspiel bleibt. „Ernst ist bei uns immer willkommen, wenn er Zeit hat.“ Nächstes Jahr ist eine Partie der Traditionself beim FC Fulham geplant, dem Lieblingsclub des Erbprinzen in England.

In einem Telefongespräch gestern hat der Erbprinz Obermeyer und seiner Mannschaft für das Turnier in Antalya, das in der Türkei im Fernsehen übertragen wird, viel Erfolg gewünscht. Obermeyer hat sich gefreut. Und war in Gedanken gleich wieder bei den Alltagsproblemen einer Traditionself. Er hofft, dass heute vor dem Hinflug keiner mehr absagt.

„Verletzungen, Ehekrisen - das macht mich manchmal krank, wenn ich dann wieder neu planen muss“, sagt er. Und lacht dabei. Denn eigentlich liebt er seine Spieler. „Das sind alles Riesentypen, mit denen fährst du sofort in den Urlaub.“ Und, sagt Obermeyer: „Sie halten mich jung.“

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