„Football is coming home!“ Der Fußball kommt nach Hause. Dieses Lied gehört nicht zum Standardrepertoire des Publikums beim Bundesligisten Hannover 96. Aber zum Sieg über Eintracht Frankfurt am Sonnabend hätte es glänzend gepasst: Endlich wird wird in Hannover wieder Fußball gespielt, auf den das Team stolz sein darf, der das Publikum mitreißt, der Gegner zur Weißglut bringt (zwei Platzverweise!) und der auch vom Ergebnis zufriedenstellt. Der erste Heimsieg, seit 96 vor 140 Tagen gegen den VfB Stuttgart gewann. Hannover hat lange darauf gewartet – und den Triumph in vollen Zügen genossen.
Nach langer Leidenszeit hat 96 endlich einmal wieder das Versprechen von ansehnlichem Erstliga-Fußball eingelöst. Und zwar nicht gegen einen lustlosen Leerlauf-Gegner wie den VfL Wolfsburg vor 14 Tagen, sondern gegen ein Gästeteam, das sich mit Händen (Gelb-Rot für Selim Teber in der 54. Minute) und Füßen (Gelb-Rot für Maik Franz in der 90.) gegen die 96-Attacke zu wehren versuchte. Geholfen hat es den Hessen aber nicht. Die „Roten“ spielten ausnahmslos leidenschaftlich und mit großer Hingabe und speziell in den ersten 25 Minuten sogar mit Klasse. Und sie waren in zwei entscheidenden Situationen schneller, intelligenter und einfach abgebrühter. So konnte Leon Andreasen den Ball zur 1:0-Führung ins Tor schießen, den Didier Ya Konan ihm nach einer weiten Flanke von Manuel Schmiedebach mit der Brust vorgelegt hatte (14.). Und ein zweites Mal entschied die Gewieftheit, als Sergio Pinto allein vor Oka Nikolov wartete, bis der Frankfurter Torwart sich für eine Parade zur Seite entschied und damit einen Lupfer zum Siegtor ermöglichte (57.). Pinto feierte seinen Treffer mit einer Babyschaukel-Geste: Im August wird er Papa.
Zwischen den beiden 96-Treffern leisteten sich die „Roten“, speziell die Defensive, einen argen Rückfall. Es lief bereits die Nachspielzeit des 1. Durchgangs, als Jan Durica mit einem unerklärlichen Alleingang für einen Ballverlust und für Unruhe sorgte. Statt sich die Kugel bis zum Pausenpfiff hinten ein paar Mal zuzuschieben, gab 96 der Eintracht eine unverhoffte Gelegenheit, die Halil Altintop nach einer Flanke von Pirmin Schwegler kaltschnäuzig zum zwischenzeitlichen Ausgleich nutzte. „Das ist ärgerlich. Ich will mich jetzt aber nicht festlegen, wer das am besten verhindert hätte“, erklärte Slomka mit einem Tag Abstand zum Spiel.
„Viele Ansatzpunkte“ für die Trainingsarbeit hat er ohnehin ausgemacht, und an seiner grundsätzlichen Einschätzung der Situation hat sich auch nichts geändert: „Wir stehen immer noch auf dem Relegationsplatz. Wir haben noch nichts gewonnen und müssen weiter punkten.“ Slomka ist zuversichtlich, dass das klappt, weil „die Jungs in ihrer Körperlichkeit gewachsen sind“. Nicht nur Leistungsdiagnostiker und Psychologen – auch hartes Training ist für Slomka ein Schlüssel zum Erfolg. „Und den Nutzen davon wird man bis zum Saisonschluss sehen“, sagt der Coach. Das Publikum hat verstanden, wie an der begeisterten Reaktion unschwer zu erkennen war. Selbst wenn die drei Punkte in der Tabelle noch nichts bewegt haben, so macht sich doch neue Zuversicht breit, dass (Erstliga-)Fußball weiter in Hannover sein Zuhause behält.
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Kommentare
Land in Sicht !!! Looser – 15.03.10
Weiter so, Ihr ROTEN !!! Es kann und es wird der Klassenerhalt geschafft werden !!! Nit soviel Dusel bleibt man auch drinne in der ERSTEN Bundesliga !!! Die letzten 20 Minuten waren heavy für jeden ROTEN, aber das gehört nun mal dazu zum Abstiegsk(r)ampf. Und ich glaube auch, dass wir sogar noch den 15. Platz erreichen werden....Köln taumelt ohne Ende, und auch Bochum ist nicht mehr ganz die Truppe, die nervenstark genug ist für den Abstiegskampf. Und außerdem, wer sagt schon, dass wir auswärts nichts holen werden ? Beim VFB Stuttgart ist echt was zu holen und wenn wir uns so wie in den ersten 60 min gegen Frankfurt auch auswärts zeigen, ist auch da was drinne für UNSERE ROTEN !!! Außerdem, wenn ich richtig informiert bin, kommt Hanno Balitsch auch wieder zurück ins Team, Mann, welche Alternativen wir ROTEN auf einmal haben !!! Was ich auch noch loswerden wollte, ist ein Riesenkpmpliment vor allem an Konè, unglaublich, was der für eine Laufbereitschaft zeigte !!! Deshalb an Mirko Slomka und Hannover 96: WEITER SO !!! Bald ist LAND IN SICHT !!!hätte-wäre-wenn oldenburger – 15.03.10
Hätte Fromlowitz nicht mehrfach erstklassig pariert, wäre Teber nicht zeitig vom Platz geflogen.... klar, so könnte man jetzt kommen. Hingegen: Es stimmt, dass das Auftreten ein anderes ist als noch vor einigen Wochen und dass dieses Auftreten´den Sieg nicht glücklich, sondern verdient machte. Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass jetzt vielleicht die (nachhaltige) Ruhe eintritt, die die Mannschaft und Trainer weiter brauchen werden.Verdient hat es eine solche Mannschaft auch, sich so etwas wie in der 93. Minute leisten zu können und die Schlagzeile der HAZ nicht "Mööönsch Hanke!" lauten muss.
Hanke und Abstiegskampf Könntewönnte – 15.03.10
Wenn Hanke nicht so überheblich wäre, könnte man ihn auch aufstellen. Was ist denn bitte gegen einen zweiten Ballkontakt zu sagen!? Mike, so schwer ist das wirklich nicht - annehmen, reinmachen. Bin nur froh, daß es um nichts mehr ging.Tolle Mannschaftsleistung ansonsten! Nur das Thema Abstieg ist noch lange nicht vom Tisch. Aus meiner Sicht sind alle zu froh. Vorsicht!
Ein wichtiger Sieg... Nordlicht – 15.03.10
...gegen die Schrupper vom Main. Die Eintracht Fans können einem Leid tun, mit so einem (Teil vom) Team würd ich mich nicht identifizieren wollen.Bitte Bitte Frank – 15.03.10
Bitte bitte bitte nur nie wieder Hanke aufstellen Herr Slomka. Lieber irgendwen aus einer Amateurmannschaft. Hanke ist die absolute Niete und sollte lebenslang Fußballverbot bekommen! Jeder F-Jugendliche ist besser. Warum hat er nur wieder eine Chance bekommen?140 Tage W4 – 15.03.10
Das wurde auch langsam Zeit. Ich hatte schon eine Stadionphobie hat mein Arzt gesagt. Überall wo man hin kam mußte man sich verarschen lassen. Sogar im Ausland wurde hämisch gegrinst wenn man sich als Hannoveraner ausgab. Das ist jetzt vorbei und die "ROTEN" bleiben in der 1.Liga. Jetzt in Stuttgart zeigen was ein designierter Absteiger so drauf hat. Auf geht´s der Siegeszug hat begonnen.