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"Hannover 96 ist ein großer Club"

Felix Klaus im Interview "Hannover 96 ist ein großer Club"

Nach zwei Abstiegen mit dem SC Freiburg und Greuther Fürth will Felix Klaus jetzt mit Hannover 96 in der Bundesliga deutlich erfolgreicher sein. Und er ist optimistisch, dass das möglich ist, denn "hier sind Jungs, die richtig gut kicken können, die richtig gut sind auf dem Platz".

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„Ich will hier meinen nächsten Schritt machen“: Felix Klaus hält viel von seinen neuen Kollegen und will sich für die Stammelf empfehlen.

Quelle: Florian Petrow

Hannover. Herr Klaus, der größte Teil des Trainingslagers ist geschafft. Wie fühlen Sie sich?
Eigentlich ganz gut. Es war ganz gut, dass am Montag ein wenig Regeneration auf dem Programm stand. Das haben wir alle gebraucht. Aber es gehört natürlich in der Vorbereitung dazu, dass man im Trainingslager ein bisschen kaputt ist.
Sie sind jetzt knapp zwei Wochen bei den „Roten“, haben Sie sich gut eingelebt?
Das ging relativ schnell. Die Jungs sind alle nett und offen. Das sind coole Typen hier, und die machen es mir nicht schwer. Das ist ähnlich wie in meiner Freiburger Zeit.
Mit 22 Jahren haben Sie schon zwei Bundesliga-Abstiege hinter sich, erst mit Greuther Fürth, dann mit dem SC Freiburg. Haben Sie Befürchtungen, dass sich das zu einem Trauma entwickeln könnte?
Überhaupt nicht. In Fürth war ich im ersten halben Jahr mehr in der zweiten als in der ersten Mannschaft und habe ja nur zum Schluss ein wenig mit reingeschnuppert. Da sehe ich meinen Anteil als sehr gering an.
Und in Freiburg?
Das war sehr bitter. Ich denke, wir sind absolut unverdient abgestiegen. Wir waren in vielen Spielen besser als der Gegner. Ein Abstieg ist das Schlimmste, was es gibt im Fußball. Das war brutal hart.
Was macht Sie optimistisch, dass es jetzt bei 96 besser läuft?
Ganz einfach die Qualität der Mannschaft. Hier sind Jungs, die richtig gut kicken können, die richtig gut sind auf dem Platz. Deswegen bin ich total optimistisch, dass es nicht noch einmal eintritt. Dafür werde ich auch alles geben.

Er kommt aus Freiburg, um Hannover 96 im Angriff zu verstärken: Das ist 96-Neuzugang Felix Klaus.

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Gegen Mallorca haben Sie auf der linken offensiven Außenbahn gespielt, gegen Hull auf der rechten – haben Sie eine Lieblingsposition?
Ich kann auf beiden Seiten spielen. Ich spiele eben da, wo mich der Trainer aufstellt. Am Ende ist es wichtig, dass ich überhaupt spiele.
Ihr Vater Fred war selbst ein bekannter Bundesligaspieler. Ist er auch Ihr größter Kritiker?
Nein, gar nicht. Zunächst einmal ist mein Dad total stolz auf mich. Nach meinen Spielen ruft er mich schon an, und dann tauschen wir uns aus. Wenn ich etwas nicht hören will, das merkt er schon ganz schnell.
Wird er öfters in der HDI-Arena zuschauen?
Er wohnt in Augsburg, wird aber versuchen, so viele Spiele wie möglich zu sehen.
Werden Sie oft mit ihm verglichen?
Nicht wirklich. Schnell war er auf jeden Fall auch, das habe ich von ihm geerbt. Ansonsten war er eher kopfballstark und hatte einen starken linken Fuß – doch ganz anders als ich. Ansonsten mache ich ganz gern ein paar Späße mit ihm, weil ich schon mehr Bundesligaspiele habe als er.
Hat er Ihnen zugeraten, zu 96 zu wechseln?
Mein Berater hat auch zu meinem Dad ein sehr gutes Verhältnis, da haben wir uns zu dritt hingesetzt und darüber gesprochen. Wir sind dann alle zu demselben Ergebnis gekommen. Er findet Hannover 96 richtig gut.
Und Sie?
Hannover 96 ist ein großer Club. Ich will hier meinen nächsten Schritt machen.
Was erwarten Sie denn von Ihrer neuen Mannschaft, die ja ziemlich runderneuert wurde?
Wir müssen uns am Anfang natürlich erst einmal finden. Über großartige Ziele will ich nicht reden. Wichtig ist, dass wir nichts mit dem Abstieg zu tun bekommen; und dann wird man sehen, was für uns möglich sein wird.
Sie sind zwar in Osnabrück geboren, sind aber im Frankenland aufgewachsen und waren zuletzt im Breisgau. Werden Sie im Norden zurechtkommen?
Ich freue mich, jetzt mal was anderes zu sehen, andere Menschen und den Norden kennenzulernen. Und ich kann öfters in meine Geburtsstadt fahren.
Haben Sie denn noch Verbindungen nach Osnabrück?
Ja, klar. Unter anderem wohnt mein Patenkind da. Noah ist der Sohn von Ronald Maul (ein ehemaliger Bundesligaspieler, d. Red.).
In Hannover haben Sie in Kirchrode eine Wohnung direkt neben Ihrem Mitspieler Oliver Sorg gefunden. Ist es für Sie wichtig, eine Bezugsperson in der Nähe zu wissen?
Ich habe zum „Olli“ schon eine gute Freundschaft in Freiburg aufgebaut. Und seine Frau und meine Freundin verstehen sich auch sehr gut. Als mein Wechsel zu 96 noch nicht feststand, hat er mir fast jeden Tag eine SMS geschrieben. Am Ende haben wir uns beide riesig gefreut, dass wir weiter zusammenspielen. Jetzt wohnen wir auch noch nebeneinander.
Gibt es im Profifußball denn wirklich richtige Freundschaften?
Ja, klar. Johannes Geis (spielt inzwischen für Schalke 04, d. Red.) und ich sind richtig gute Kumpel. Wir kennen uns jetzt seit 16 Jahren, haben zusammen den Schritt in den Profifußball gewagt und ihn jetzt endgültig gepackt. Ich freue mich jetzt schon auf die Spiele gegen den „Geisi“.

Das ist Felix Klaus

Felix Klaus wurde am 13. September 1992 in Osnabrück geboren und ist der Sohn des ehemaligen Bundesligaspielers Fred Klaus (29 Spiele). Er begann mit Fußball im Alter von fünf Jahren beim westfälischen SV Bösensell, als sein Vater bei Preußen Münster unter Vertrag stand. Nachdem Fred Klaus seine Karriere beendete, spielte Felix Klaus bis zur D-Jugend beim SC  Weismain und dessen Nachfolgeverein SC Obermain sowie in der Jugendfördergemeinschaft JFG Kunstadt-Obermain. Weiter ging es zu Greuther Fürth, wo Klaus von 2006 an ausgebildet wurde.

Für die Franken gab er 2010 als damals 18-Jähriger auch sein Profi-Debüt in der 2. Bundesliga und wurde dort später zum Bundesligaspieler. Als Fürth 2013 abstieg, wechselte Klaus, der in seiner bisherigen Karriere alle DFB-Nachwuchsmannschaften von der U17 bis zur U21 durchlaufen hat, zum SC Freiburg. Nach dem Abstieg mit den Breisgauern schloss sich der 22-Jährige, der auf 76  Bundesligaspiele zurückblicken kann, den „Roten“ an. Das neue Zuhause für ihn und seine Freundin Belinda ist eine Wohnung in Kirchrode.

Felix Klaus über …

… Fürth: Viele Freunde.
… Freiburg: Freunde, eine superschöne Stadt.
… Hannover: Geiles Stadion, mein neues Zuhause.
… sein erstes Bundesligator: In Mainz, ein Riesengefühl. Das Tor bedeutete den ersten Bundesligasieg in der Geschichte von Greuther Fürth. Wird mir immer in Erinnerung bleiben.
… U21-Nationalelf: Ein schönes Erlebnis mit der Europameisterschaft in Tschechien, leider mit einem bitteren Ende. Da hatten wir mit dem super Team mehr erwartet als das Aus im Halbfinale.
… Horst Hrubesch (bisheriger U21-Nationaltrainer): Ein Weltklasse-Typ, so einen gibt es nicht oft. Eine Legende.
… Familie: Super Verhältnis. Das Wichtigste auf der Welt.
... Europa League: Einzigartiges Gefühl, wenn man diese Hymne hört beim Einlaufen, das wird man nie vergessen in seinem Leben. Das macht einen ein Stück weit stolz.

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