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Die letzte Hoffnung geht

96-Spielbericht Die letzte Hoffnung geht

Das war wieder nichts: In einem erschreckend schwachen Spiel hat Hannover 96 in der HDI-Arena mit 0:1 gegen den FC Augsburg verloren. Auch Hoffnungsträger Hiroshi Kiyotake konnte bei seinem Comeback in der zweiten Hälfte nicht die Wende bringen. Die "Roten" bleiben damit Tabellenletzter.

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„So eine Leistung lässt sich nicht schönreden“, sagte Trainer Schaaf nach dem Spiel.

Quelle: Petrow

Abstiegskampf pur: Hannover 96 trifft in der HDI-Arena auf den FC Augsburg.

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Es spricht viel dafür, dass sich die hannoverschen Fußballfans an diesen regnerischen Februar-Nachmittag in der HDI-Arena noch lange erinnern werden. Das Bundesligaspiel gegen den FC Augsburg wird dann längst vergessen sein, aber das Ergebnis und die Folgen werden schmerzhaft im Gedächtnis bleiben: 0:1 – der Tag, an dem sich 96 mit großer Wahrscheinlichkeit aus der 1. Liga verabschiedet hat.

Wer glaubt nach diesem über fast die gesamte Spielzeit lächerlich schwachen Auftritt noch daran, dass die „Roten“ in den verbleibenden zwölf Spielen noch den Klassenerhalt schaffen? Wenn es das Spiel zum norddeutschem Mistwetter gibt, dann war es dieses 0:1 gegen Augsburg. Gleichzeitig war es das Spiel zur Gesamtsituation bei 96, die nach 22 Runden mit trostlos noch beschönigend umschrieben ist.

Nach der zumindest kämpferisch ordentlichen Leistung beim 0:1 bei Borussia Dortmund hatte 96-Trainer Thomas Schaaf geglaubt, dass seine Mannschaft endlich den richtigen Weg eingeschlagen habe. Was für ein Irrtum. Von Beginn an fehlte den 96-Profis alles, was man im Abstiegskampf erwarten darf. Und das nicht erst vor dem frühen Rückstand, für den der Augsburger Ja-Cheol Koo in der 14. Minute gesorgt hatte.

Sechsmal ungenügend – die Einzelbewertung der 96-Spieler aus der Sportredaktion fällt nach dem 0:1 gegen den FC Augsburg ernüchternd aus.

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Schaaf hatte auf die Startelf von Dortmund gesetzt, das Problem war schon nach wenigen Minuten nicht zu übersehen: Mit diesen Spielern kann 96 – wenn alles passt – ein ungemütlicher, weil destruktiver Gegner sein. Ein schneller, konstruktiver, druckvoller Spielaufbau aber ist so nicht möglich. Fast nie nahmen die Hannoveraner Tempo auf, und mit jeder Minute und mit jedem Fehlpass sorgte die Verunsicherung für etwas, das mit dem Zustand der Lähmung am besten umschrieben ist.

Weit und breit gab es keinen 96-Profi, der sich gegen die Niederlage stemmte. Miiko Albornoz, Edgar Prib, Salif Sané und Kenan Karaman unterliefen derart viele Fehlpässe, dass bereits nach 20 Minuten der Unmut auf den Tribünen nicht zu überhören war. Eine Spielweise, wie sie Innenverteidiger Ceyhun Gülselam zeigte, in dem er Bälle einfach planlos und möglichst hoch nach vorne jagte, wird heutzutage selbst in der Kreisliga nur noch selten praktiziert.

Es war teilweise Slapstick, was 96 bot. Die Augsburger müssen sich teilweise derart über die freien Räume gewundert haben, die ihnen die Gastgeber boten, dass sie freundlich ihre Chancen zum zweiten oder dritten Tor ausließen.

Schaaf hätte bis auf Torwart Ron-Robert Zieler und Alex Milosevic alle Profis auswechseln können. Er nahm Prib und Andre Hoffmann raus, brachte Hiroshi Kiyotake und Hugo Almeida – und musste danach bis zur Nachspielzeit auf die erste richtig gute Torchance warten. Doch auch das passte zu diesem Sonntag: Den Kopfball von Karaman klärte Augsburgs Torwart Marvin Hitz mit einer Glanzparade. Die Fans in der Nordkurve hatten bereits ein paar Minuten vorher „Wir haben die Schnauze voll“ skandiert.

„So eine Leistung lässt sich nicht schönreden“, sagte Schaaf später, der keine Erklärung für die schwache Vorstellung fand. „Nicht nachvollziehbar.“ So ehrlich war Schaaf. Und so ratlos nach einem Tag, an dem bei Hannover 96 nicht nur ein Spiel, sondern auch die letzte Hoffnung verloren gegangen ist.

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