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Alle mal herhören: Noch ist 96 nicht abgestiegen

Vor Stuttgart-Spiel Alle mal herhören: Noch ist 96 nicht abgestiegen

Hannover 96 befindet sich vor dem Spiel beim VfB Stuttgart irgendwo zwischen Aussichtslosigkeit und Mini-Hoffnung. Viel Zeit zum Nachdenken ist für die Spieler eh nicht: Innerhalb von einer Woche stehen drei Erstliga-Partien an. Verteidiger Alexander Milosevic tritt die Reise nicht an, er ist verletzt.

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„Die Situation kann sich durch einen Erfolg explosionsartig ändern“: Thomas Schaaf glaubt weiter an die Mission Klassenerhalt.

Quelle: Florian Petrow

Hannover. Drei Spiele in acht Tagen. Am Sonnabend beim VfB Stuttgart, am Dienstag gegen den VfL Wolfsburg, am Sonnabend darauf bei Werder Bremen. Da bleibt nicht viel Zeit zum Nachdenken, und vielleicht ist das das Beste, was den Spielern des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 derzeit passieren kann. Und allen anderen in Hannover, die sich mit dem Verein und seiner Krise beschäftigen, auch.

Es war eine merkwürdige Woche in Hannover nach diesem 0:1 im Heimspiel gegen den FC Augsburg. Am Abend nach dem Abpfiff eines der trostlosesten Spiele der jüngeren Vergangenheit und auch noch am nächsten Tag hat es sich angefühlt, als ob 96 bereits abgestiegen ist. Zwölf Spieltage vor dem Saisonende. Einige Fans begannen, sich die Zweitligatabelle anzuschauen und mal zu prüfen, ob Heidenheim und Sandhausen auch nächste Saison dabei sein werden. Andere zappten beim Montagabendspiel bei Sport1 rein, seit Jahren nicht zu Unrecht als Fußball-Gruselklassiker verschrieen, auch wenn die Erstligabegegnungen am Freitagabend oft ähnlich daherkommen. Aber erstklassig gruseln macht halt mehr Spaß als zweitklassig. Wer es ertrug, gab sich die volle Abstiegsdröhnung.

Doch irgendwann Mitte der Woche sah die Fußballwelt nicht besser aus, aber viele Anhänger der „Roten“ unternahmen noch einmal - und vielleicht das letzte Mal - den Versuch, sie aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Noch zwölf Chancen! Nur sechs Punkte bis zum Relegationsplatz 16, belegt von Werder Bremen. Man hörte Thomas Schaaf, den Trainer, der den Eindruck vermittelte, dass doch noch etwas möglich ist. Und hat nicht der VfB Stuttgart, der heutige Gegner, vorgemacht, was ein Sieg bewirken kann?

Sieben Punkte aus den kommenden drei Spielen würden in Hannover das Stuttgart-Gefühl hervorrufen. Das erscheint unwahrscheinlich, weil 96 in der Rückrunde keinen einzigen Punkt geholt und nur ein einziges Tor geschossen hat. Und es wird unmöglich gelingen können, wenn die Mannschaft einen leidenschaftslosen Auftritt wie gegen Augsburg hinlegt. Aber wenn das noch einmal passiert, muss man bei Hannover 96 ohnehin über nichts mehr diskutieren.

Fußball ist in Hannover zu einer Glaubensfrage geworden mit kuriosen Begebenheiten: Wer glaubt noch an den Klassenerhalt - und wer nicht? Christian Möckel, der Sportliche Leiter der „Roten“, hat sogar gewettet: „Wir bleiben drin.“ Wettpartner war ein Reporter der „Bild“-Zeitung, der als Wetteinsatz anbot, den 96-Profis die Schuhe zu putzen, wenn sie in der 1. Liga bleiben. Der Abstiegskampf treibt seltsame Blüten. Und schreibt schöne Geschichten wie die von dem 96-Fan, der das Pseudonym „Pizzafan“ benutzt und im „Roten Blog“ der HAZ einen Appell an die Mannschaft gerichtet hat, in dem viel von dem steckt, was 96 jetzt nur noch retten kann: Leidenschaft.

„Zeigt euren Fans, dass ihr euren Sport liebt, Pässe zum Mann bringen und scharfe Flanken schlagen könnt! Zeigt es jetzt, denn noch ist es nicht zu spät für die Wende!“, schreibt er. „Hannover 96 - Alte Liebe - Aufgeben ist nicht!!!“

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96-Fans im Stadion in Hannover.

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27. November 2016 - Christian Purbs in Allgemein

Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

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