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Und täglich grüßt das Murmeltier

96 vor Stuttgart-Spiel Und täglich grüßt das Murmeltier

Vor dem Spiel von Bundesliga-Schlusslicht Hannover 96 beimn VfB Stuttgart geht es weniger um Personalien als um Durchhalteparolen, die von Mut und Hoffnung handeln. Trainer Thomas Schaaf übt sich in Optimismus und beschwört die Chancen seines Teams.

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„Wir sind bereit, es anzugehen“: 96-Trainer Thomas Schaaf - hier beim Training in dieser Woche - hat den Glauben an den Klassenerhalt noch nicht verloren. Foto: Petrow

Quelle: Florian Petrow

Hannover. Der Verlauf der üblichen Spieltagspressekonferenz ist symptomatisch für die Lage von Hannover 96. Die Personalien, die normalerweise gleich am Anfang abgehandelt werden, wurden erst am Ende abgefragt. Die Situation für das Fußball-Bundesligaschlusslicht scheint aussichtslos, da verschieben sich die Prioritäten. Andere Themen rücken in den Vordergrund; sie handeln von Mut und Hoffnung.

Die „Roten“ haben unter Trainer Thomas Schaaf jetzt fünfmal in Folge verloren, dabei lediglich ein Tor erzielt. Morgen Nachmittag geht es zum VfB Stuttgart (Anpfiff in der Mercedes-Benz-Arena ist um 15.30 Uhr, knapp 1000 Hannoveraner werden ihr Team begleiten). Und die Schwaben sind im Aufwind. Sie lagen zur Winterpause in der Tabelle noch nahezu gleichauf mit 96; inzwischen sind sie meilenweit entfernt, dürfen sich sogar Hoffnungen auf eine Europa-League-Qualifikation machen. Beide Teams trennen inzwischen Welten - was macht da eigentlich Mut, dass die Niederlagenserie ausgerechnet in Stuttgart endet? „Das Gleiche wie in den vergangenen Wochen auch“, sagt der 96-Coach, „das ist ja nicht von einem Ergebnis abhängig. Wir arbeiten konstant und sind bereit, es anzugehen. Wir haben am Wochenende die Möglichkeit, es besser zu machen.“ Die Tatsache, dass 96 als Absteiger Nummer 1 gehandelt werde, sieht er als Chance an. „Es erwartet keiner was von uns, vielleicht befreit das die Spieler, und wir können überraschen.“

Der morgige Gastgeber diene durchaus als Mutmacher. „Der VfB steht dafür, dass es sich auch mal drehen kann. Das Beispiel zeigt, dass man nicht nachlassen darf, aber es geht nicht von allein“, sagt Schaaf. „Das ist kein Selbstläufer.“

Gar nicht verstehen kann der 54-Jährige Meinungen, dass sein Team auf der Stelle trete, sich in den knapp zwei Monaten unter ihm nicht weiterentwickelt habe. „Wer die Mannschaft täglich im Training beobachtet, der sieht auch, dass sie weiter ist, dass sie eine Entwicklung genommen hat“, sagt Schaaf. „Es klappt aber noch nicht, dass wir das an Spieltagen hinbekommen.“ Wobei er Wert darauf legt, dass die Betonung auf „noch“ liegt. Schon morgen soll es nämlich ... genau: besser werden.

Und dann landet man doch bei der Frage, mit welchem Personal Schaaf das Ganze angehen will. Gestern sind Kapitän Christian Schulz (Rückenprobleme), Alexander Milosevic (Prellung) und Salif Sané (Achillessehnenverletzung) ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Drei Spieler, die wahrscheinlich für das Stuttgart-Spiel gesetzt sind. Da Hugo Almeida und Ceyhun Gülselam gesperrt sind und Uffe Bech verletzt ist, wird es dennoch einige Veränderungen in der Anfangself geben.

Die Frage ist nur, wie viele es geben wird. Ersetzt Schaaf nur die ausfallenden Akteure oder geht er einen Schritt weiter? Grund genug dazu hätte er. Etliche Spieler, auf die er bisher gesetzt hat, haben enttäuscht. Der Weg wäre frei für das eine oder andere Talent. Erfolgloser im Abschluss als Stürmer Artur Sobiech derzeit kann auch ein Niklas Feierabend (18 Jahre) nicht sein, mehr Abwehrpatzer als ein Miiko Albonorz kann auch ein Waldemar Anton (19) nicht machen. Etwas Mut täte in dieser Situation gut. Auch wenn es dann bei einigen heißt: Der Schaaf plant schon für die 2. Liga: Na, und! Es kann nur besser werden.

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