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Ein Denkzettel für Bader

1. FC Nürnberg Ein Denkzettel für Bader

Die Mitglieder des 1. FC Nürnberg haben ihren ehemaligen Vorstand Martin Bader in der Hauptversammlung nicht entlastet. Der neue 96-Geschäftsführer nahm die Verweigerung sportlich. Immerhin sprang der Aufsichtrat des "Club" für Bader in die Bresche.

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Martin Bader

Quelle: Nigel Treblin

Hannover. Hannover. Auch am Montag führte Martin Bader, der Geschäftsführer Sport des Fußball-Bundesligisten Hannover 96, Gespräche, um möglichst noch in diesem Monat einen neuen Sportdirektor präsentieren zu können. Doch in seiner dritten Woche in Hannover musste sich Bader noch einmal mit der Vergangenheit beschäftigen: Bei einer hitzigen Jahreshauptversammlung seines alten Clubs 1. FC Nürnberg hatten die Mitglieder ihm und dem ehemaligen Finanzvorstand Ralf Woy am Sonntagabend die Entlastung verweigert.

Martin Bader hat seinen neuen Job als Geschäftsführer bei Hannover 96 angetreten.

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„Das ist nicht schön“, sagte Bader, „vor allem dann nicht, wenn man nicht nur transparent, sondern auch nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat.“ Nur 521 der abstimmenden Nürnberger Mitglieder votierten für eine Entlastung des alten Führungsduos, 738 dagegen. Sportvorstand Bader hatte die Franken zum 1. Oktober verlassen und seinen Dienst bei Hannover 96 angetreten, eine Trennung war bereits vorher vereinbart worden. Von Finanzvorstand Woy hatte sich der Club im Februar getrennt.

Für Bader war das Abstimmungsergebnis keine Überraschung angesichts seiner Erfahrungen mit Mitgliederversammlungen in Traditionsvereinen. Auch aus der 96-Vergangenheit wird er sich in dieser Hinsicht einiges berichten lassen können. „Mir war klar, dass es, wenn du wo aufhörst und die sportliche Bilanz gerade alles andere als toll ist, dann auch darum geht, Denkzettel zu verteilen“, sagte Bader. „Die Mitglieder wollten mir ins Stammbuch schreiben, dass sie mit der Arbeit nicht zufrieden waren.“ Das Fachmagazin „kicker“ schrieb gestern von einer „symbolischen Ohrfeige für Bader und Woy“.

Der „Club“, der nach dem Abstieg 2014 sofort zurück in die 1. Liga wollte, belegt in der 2. Liga aktuell nur den 10. Platz. Außerdem ist die finanzielle Lage angespannt: Die enttäuschende erste Zweitligasaison nach dem Abstieg beschloss der Verein mit einem Minus von 2,1 Millionen Euro nach Steuern. Der nicht durch Vereinsvermögen gedeckte Fehlbetrag summierte sich auf 3,2 Millionen Euro. „Risiken und Chancen waren allen klar. Alle Entscheidungen waren transparent und abgestimmt, die Arbeitsweise ist von Wirtschaftsprüfern testiert worden“, sagte Bader.

Der 47-Jährige gewann der emotionalen Jahreshauptversammlung auch eine gute Seite ab. „Es ist erfreulich, dass der Aufsichtsrat des Vereins für mich in die Bresche gesprungen ist“, sagte er. Das Gremium hatte den Mitgliedern den Rat gegeben, Bader und Woy zu entlasten. „Das ist mir wichtig, denn sie können die Arbeit am besten beurteilen“, sagte Bader, der keine rechtlichen Konsequenzen durch die Nicht-Entlastung zu befürchten hat.

Der neue Nürnberger Finanzvorstand Michael Meeske attestierte dem Verein übrigens, über die Verhältnisse gelebt zu haben und verordnete einen Sparkurs. „Dazu gehört auch: Muss der Flur in der Geschäftsstelle jeden Tag gesaugt werden oder reicht ein- bis zweimal pro Woche?“ Dass Nürnberger Beispiel sollte 96 trotz besserer wirtschaftlicher Substanz Warnung genug sein, den Abstieg mit allen Mitteln zu verhindern.

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Fußball-Zweitligist 1. FC Nürnberg hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/2015 ein Minus von 2,1 Millionen Euro nach Steuern gemacht. Dies wurde auf der Jahreshauptversammlung des Club in der Frankenhalle am Sonntag vor 1298 anwesenden Mitgliedern durch Finanzvorstand Michael Meeske bekannt gegeben.

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