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Auswärtsniederlage

Fußball verrückt: 96 schießt sechs Tore und verliert 3:5


In einem kuriosen Spiel verliert Hannover 96 bei Borussia Mönchengladbach mit 3:5 und fabriziert dabei drei blitzsaubere Eigentore in einem Spiel. So etwas hat es in der Geschichte der Fußball-Bundesliga noch nie gegeben.
„Ich bin sehr traurig, dass es passiert ist.“ Constant Djakpa wird nach seinem Eigentor getröstet.

„Ich bin sehr traurig, dass es passiert ist.“ Constant Djakpa wird nach seinem Eigentor getröstet.

© Ulrich zur Nieden

Am Ende dieses verrückten Spiels war auch die Anzeigetafel im Borussia-Park nicht mehr auf der Höhe. Sie war schlicht überfordert, wie zuvor so mancher unten auf dem Rasen, um mit den Zahlen und Symbolen nachzukommen, die zu dieser 90-minütigen Kuriositätensammlung gehörten. Erst recht, als es am Ende Schlag auf Schlag ging. Acht Tore wie bei diesem 5:3 zwischen Borussia Mönchengladbach und Hannover 96, das passiert ja gelegentlich. Aber dass eine Mannschaft dabei sechsmal trifft und trotzdem als Verlierer vom Platz geht, das kommt nun wahrlich alle Jubeljahre nur einmal vor.

Hannover 96 hat dieses Kunststück am Sonnabend vollbracht, indem die Mannschaft drei blitzsaubere Eigentore in einem Spiel fabrizierte. Punkte für die Tabelle gab es nicht, allenfalls drei auf der Anzeigetafel des Borussia-Parks; dafür sprang allerdings ein Eintrag im Rekordbuch der Bundesliga heraus, auf den man allerdings nicht unbedingt stolz sein kann: So etwas hat seit 1963 noch keine Mannschaft geschafft – Fußball-Deutschland kriegte sich am Wochenende vor Lachen über die hannoveschen Ungeschicklichkeiten nicht mehr ein.

Die Stimmung bei den schusseligen Verlierern war nach Spielschluss überraschend gelöst. Karim Haggui, mit zwei Eigentoren der größte Unglücksrabe des Nachmittags, schmunzelte sogar kurz, nachdem er in der Nachspielzeit einen Pass von Marco Reus so unglücklich abgefälscht hatte, dass der Ball im eigenen Tor landete statt irgendwo im Aus oder in den Armen von Florian Fromlowitz. So was passiert einem wohl nur einmal in der Karriere, und ob nun 3:5 oder 3:4, das tat Haggui und den anderen 96ern in dem Moment auch nicht mehr besonders weh angesichts dieser insgesamt schmerzlichen Niederlage.

„Wenn es nicht so traurig wäre“, sagte der Innenverteidiger mit einem Anflug von Galgenhumor, „dann könnte man wirklich nur drüber lachen. Aber es waren auch drei unglückliche Situationen.“ Hanno Balitsch sprach angesichts des dreifache Malheurs von Toren in „Slapstick-Manier“ – Fußball nach Art der einstigen Vorabendserie „Väter der Klamotte“. Die betreffenden Szenen hatten allerdings den großen Makel, dass aus 96-Sicht der falsche Film lief und es keinen Grund für irgendwelches Amüsement gab; erst recht nicht angesichts der vielen taktischen und individuellen Schwächen und Patzer, die die Mannschaft von Trainer Andreas Bergmann in der Defensive offenbarte.

Haggui setzte in dieser Hinsicht nicht nur den Schlusspunkt. Schon nach einer Viertelstunde tauchte auf der Anzeigetafel im Stadion hinter seinem Namen der rote Punkt auf, mit dem in Mönchengladbach ein Eigentorschütze auf wenig rühmliche Art geadelt wird. Eigentlich hätte dieser aber Florian Fromlowitz gebührt: Der 96-Keeper hatte beim Herauslaufen Haggui so unglücklich angeschossen, dass der Ball zum 1:0 für die Borussia im leeren Tor landete. „Der Treffer geht auf meine Kappe“, sagte Fromlowitz später. „So was passiert im Fußball.“

Es war der nicht voraussehbare Anfang der Aktion „roter Punkt“, den die Hannoveraner im letzten Auswärtsspiel der Hinrunde starteten, fein säuberlich dokumentiert hoch oben auf der Anzeigetafel. Den zweiten verdiente sich Constant Djakpa, der in dieser Hinsicht auch den Vogel abschoss. Gäbe es ein „Eigentor des Monats“, dem Ivorer, Mitte der 
1. Halbzeit für den verletzten Jan Rosenthal eingewechselt, wäre der Titel nicht zu nehmen. Auch nach mehrfachem Anschauen der Szene in der 58. Minute kann man sich keinen rechten Reim darauf machen, wie einem Fußballprofi so ein Missgeschick unterlaufen kann. Dabei sollte es doch nur ein Seitenwechsel rüber zu Christian Schulz werden, und das nicht einmal in Bedrängnis. Doch der Schuss, von der linken Strafraumgrenze mit Tempo und Effet abgefeuert, ging voll nach hinten los und landete im rechten Toreck zum 3:1 für die Gladbacher, unerreichbar für Fromlowitz.

„Der Ball ist mir versprungen“, lautete Djakpas Erklärung. „Ich bin sehr traurig, dass es passiert ist.“ Drei Eigentore, dazu noch ein halbes durch den Mönchengladbacher Jean-Sebastien Jaures, der mit seinem Spaziergang durch den eigenen Strafraum Schulz regelrecht zum zwischenzeitlichen 3:4 einlud: Der Unterhaltungswert im Borussia-Park war beachtlich. Die 96-Leistung über weite Strecken verdiente das Prädikat bedenklich. Nicht nur auf Eigentore sollte die Mannschaft künftig tunlichst verzichten.

von Norbert Fettback und Jörg Grußendorf

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  • @redlutze Hannover – 15.12.09
    Genau so!

    Und an die Kritiker: Wie steht es schon in der Bibel? Wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein!

    Fehler passieren!

    Pro Bergmann, pro Offensivfussball!
  • Dritter Advent fh – 14.12.09
    Dritter Advent - drei Eigentore - drei Eigene Tore - macht 9 und sechs Tore - macht in der Summe 96. Ist doch super inszeniert - mit ewigem Liga-Erinnerungswert. Und am Samstag hoffen wir auf einen klaren 4 zu null Heimsieg - passend zum vierten Advent. Frohe Weihnachten 96 !
  • Anonymität redlutze – 14.12.09
    Ich verachte Leute, Menschen seid Ihr nämlich nicht, die hinter der Anonymität versteckend Mobbing betreiben und Kommentare ablassen, die nun wirklich unter der Gürtellinie UND JEDEM MENSCHLICHEN ANSTANDES (!!!) liegen.........
    PFUI Deibel........
    Mag ja sein, dass der Ein oder Andere dabei aus der verbotenen, oder aus der toten Stadt kommen....
    Aber das macht man nicht.
    Kritik ist erlaubt und erwünscht, aber nicht so.
    Zum Thema Leistung: Ein Haggui hat genauso wie Frommo bisher eine Super-Saison gespielt, und beide haben teilweise Topleistungen gebracht. Ein Djakpa war eben noch nicht fit, hatte aber auch eine starke Anfangssaison.
    Wie heißt es doch so schön: Erst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.
    Solche Spiele gibt es.
    Zum Thema Heiterkeit: Bei all den Ereignissen um Robert, kannst Du so etwas nur mit Galhgenhumor ertragen als Spieler, oder auch springen.
    Jeder der mal depressiv war, oder ist, weiß das.
    Und denkt mal dran, dass viele Spieler noch in Behandlung sind.
    Mag ja sein, das bei dem Einen oder Anderen bei Euch Geld die Depression vertreiben würde, bei den Spielern scheinbar nicht.
    Und davor habe ich Hochachtung.
    Ich finde, Bergmann macht nen Klassejob, wir haben gute, charakterstarke Spieler, tolle Fans, und, ey Braunschweiger, kümmert Euch um Euren eigenen Scheiß.........
  • Nun lacht doch mal! losse – 14.12.09
    Warum immer alles so bierenst nehmen? Fußball ist schließlich nur die herrlichste Nebensache der Welt. Finden wir doch alle!? Und ein 3:3, ganz allein von einer Mannschaft erzielt, das soll uns erst mal einer nachmachen. Naja und die zwei Tore der Gladbacher....laßt man, die kommen so gegen Ostern hier zu uns nach Hannover. Können dafür schon mal dafür ihre Narrenkappen rauskramen und die 3 geschenkten Punkte freiwillig im Präsentkarton zurückliefern. Sonst ziehen wir denen unsere Calenberger Selbstgestrickten über die Ohren.
  • Zustimmung eike – 14.12.09
    Von der Tann: So ist es.

  • Eigentore von der Tann – 14.12.09
    Mein Gott, jetzt lasst doch mal die Kirche im Dorf. Die Eigentore waren allesamt zwar ärgerlich, aber doch unglücklich. Passieren kann sowas immer mal, auch einem Profi. Dass dies nun gleich dreimal passierte, ist nunmal ein Riesenpech.

    Eigentor 1 war einfach nur eine verunglückte Abwehr unseres Flo's. Auch einem Super-Torwart, der er zweifeslos ist und wie er von allen hier im Forum noch vor ein paar Wochen aufmunternd bezeichnet wurde, darf so etwas mal passieren.

    Eigentor 2 war ein Ausrutscher, auch so etwas passiert einmal. Ärgerlich, aber eben Pech...

    Eigentor 3 war eine ebenfalls verunglückte Abwehraktion, bei dem der Ball für Fromlowitz unhaltbar abgefälscht wurde.

    Alles Fehler die als Einzelaktionen sicherlich von keinem so an die große Glocke gehängt würden. Nun sind sie halt alle auf einmal passiert, und ich meine, dass dadurch ein Djakpa oder Haggui oder auch ein Fromlowitz keineswegs zu Amateuren oder schlechten Fussballspielern gestempelt werden sollten. Wenn sie sich am Samstag gegen Bochum wieder anstrengen und gewinnen, ist die Sache doch wirklich halb so wild. Und lachen kann man eigentlich jetzt schon drüber...
  • Fehler, Verdienst Nochmal – 14.12.09
    Hallo

    Wenn wir hier in der Firma drei solche entscheidenden Fehler machen würden, dann müßte mindestens einer dioe Verantwortung übernehmen und gehen. Der Schaden wäre nicht abschätzbar. (Mal sehen. ob 96 die Punkte am Ende fehlen :-)

    Es geht nicht um den Verdienst, sondern die Einstellung und die Gründe dafür.
  • Niemand ist perfekt Marit – 14.12.09
    Allen passiert mal ein Fehler, denen, die hier schreiben genauso wie unseren Fußballspielern. Und das macht unsere Spieler auch so sympathisch, was man nicht von allen, die hier schreiben, sagen kann!

    Denkt mal darüber nach, wenn euch das nächste Mal ein Flüchtigkeitsfehler bei der Arbeit passiert, aber sagt nicht, dass euch niemals Fehler passieren!

    Und zum Thema Verdienst: Ja, Fußballspieler verdienen mehr als die Allgemeinheit, aber dürfen sie deshalb keine Fehler machen? Nur kein Neid!
  • Eigentore , Hannover 96. Giovanni Bastanza – 14.12.09
    Ich bin seit 1955 Hannoveraner und bin es gern. Hannover und seine Menschen gefallen mir sehr.
    Der Fußballclub Hannover 96 kommt mir allerdings immer vor , als wenn sich Spieler und Vereinsführung aus einer Kreisklasse verirrt haben. Gleichmäßige Leistung hat es in all den Jahren nicht gegeben.
    Aber seit Samstag bin ich richtig stolz auf die Bande, diesmal haben sie etwas geschafft, was noch keiner vor ihnen gemacht hat, und so schnell auch nicht nach ihnen wiederholt.
    Diese Lachnummer war wirklich einmalig und muß alle Hannoveraner mit Stolz erfüllen. Vielleicht schaffen sie es mit diesem Heiterkeitserfolg im Rücken auch noch richtig Fußball zu spielen.
  • Honnover selbst – 14.12.09
    Liebe HAZ verstößt Vollidioten nicht gegen Nutzungsbedingungen. Wenn ja den Kommentar von Hannover wegen Ahnunglosigkeit und Dummheit löschen. Wer will so einen Spastiker schon im Stadion treffen.
  • Unfassbar Hannover – 14.12.09
    Liebe HAZ-Redaktion, könnt Ihr solche Kommentare wie Sie unten stehen nicht einfach entfernen?
    Das ist die absolute Höhe wie sich diese Vollidioten hier auskacken! Und dafür wird denen auch noch eine Plattform geboten.
    Ich kann es einfach nicht glauben. Ich hoffe, dass ich keinen von euch je im Stadion treffe!
  • Eigentore hier – 14.12.09
    Ja und euer Präsident Herr Kind will dann auch noch klagen gegen 50 plus eins. Als wenn nicht schon so genug seelenlose Söldner herumlaufen. Dieser Mann macht noch den rest Fussball den es gibt ganz kaputt. Wann geht dieser Möchtegern entlich in Rente? Ich kann diesen arroganten Selbstdarsteller nicht mehr sehen. Weg mit solchen Leuten von 96 denen es nur ums Geld geht.
  • Fußball ist doch nur ein Geschäft, was wollt ihr also? Martin Kind Hasser – 14.12.09
    Hi

    Fußball ist doch nur ein Geschäft!

    Da gibt es keine Ehre, Spielen für den Verein,

    Nur noch Abzocke, teure Gehälter, damit gute Spieler überhaupt kommen.
    Die sttrengen sich nur noch an, wenn es um einen neuen Verein geht, oder wenn sie ihren Stammplatz verlieren, weil dann gibts ja weniger Marktwert. Hier geht es nicht mehr um den Sieg. Hier geht es um das Geld.
  • Eigentore warum – 14.12.09
    Nach diesem Spiel habe ich mir die Frage gestellt, was ist wenn Robert Enke gar keinen Selbstmord begangen hat, sonderen von der Wettmafia erpresst worden ist und nicht mitmachen wollte? Da stellt sich doch alles in einem ganz anderen Licht da. Eigentore machen und danach sich totlachen was ist das denn für eine Mentalität?
  • War das Absicht? Rainer – 14.12.09
    Wieviel hat denn die Wettmafia dafür gezahlt?
  • Lernen GC – 14.12.09
    Leute, ihr habt rein gar nichts durch den Freitod von unserer Nummer 1 - Robert Enke - gelernt.

    Wie sich manche hier wieder aufführen, als wüssten die immer alles besser. Dann spielt doch mal für einen Tag den Trainer, dazu noch in einer schwierigen Phase.

    Der Verein, die gesamte hat ihre Nummer 1 verloren. Das ist nicht so leicht zu verdauen.

    Gerade diese Aussagen, die qualitativ und sprachlich überhaupt nicht angemessen sind, haben im Fußball und in unserer Gesellschaft nichts zu suchen.

    Robert hat uns etwas mit auf den Weg gegeben und was macht ihr????

    Das Ganze fängt von vorne an. Spieler/ Menschen werden "fertig gemacht", bestraft wenn sie etwas falsch machen.

    Wo ist die Menschenachtung, der Respekt, die Nächstenliebe???

    Genau solche Aktionen von den Menschen, die sich "Fans" nennen - in Hannover, Stuttgart oder sonst wo. Es ist ständig das gleiche.

    Das kann wohl nicht wahr sein, ihr, "die so viel Ahnung haben" bleibt vom Fußball fern.
  • Abstiegskampf Aufwachen! – 14.12.09
    "Die Stimmung bei den schusseligen Verlierern war nach Spielschluss überraschend gelöst..."

    Es ist doch einfach nur noch erschütternd, mit welcher Gleichgültigkeit diese hochbezahlten Söldner ihrem Beruf nachgehen. Das hat doch alles nichts mit Pech sondern mit Unvermögen und Desinteresse zu tun.

    Was droht denn Herrn Haggui, wenn Hannover 96 absteigt? Nichts. Dann kann man eine solche Leistung auch mit einem Achselzucken abtun.

    Hannover 96 hat sich meiner Meiung nach in den letzten Jahren einige Male zu oft zur Lachnummer der Liga gemacht. Ach ja, zwischendurch natürlich unterbrochen durch ein Staatsbegräbnis.

    Wie wäre es, wenn sich die Spieler von Hannover 96 bei allem Unvermögen langsam mal darum kümmern, sich sportlichen Respekt zu erarbeiten, Dafür wären allerdings Leidenschaft und und Ehrgefühl notwendig. Anscheinend zu viel verlangt, wenn das Geld für die teuren Autos und all die anderen Annehmlichkeiten auch bei Leistungsverweigerung überwiesen wird.

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