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Schröder: Wirtschaft soll mehr für 96 tun

Martin Kind kontert den Alt-Kanzler Schröder: Wirtschaft soll mehr für 96 tun

Alt-Kanzler Gerhard Schröder (72) wünscht sich mehr Unterstützung lokaler Unternehmen für den Fußball-Zweitligisten Hannover 96. "Ich finde, dass die Hannoveraner Wirtschaft sich mehr engagieren könnte und auch sollte", sagte Schröder. 96-Chef Martin Kind lobt dagegen das Engagement aus der heimischen Wirtschaft.

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Fordert mehr Unterstützung für die "Roten": Gerhard Schröder.

Quelle: dpa (Archiv)

Hannover. Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder verbindet mit den Profifußballern von Hannover 96 eine alte Liebe. Schon früher ständig Gast im Stadion, hält er seit einiger Zeit mit Freunden wie dem Unternehmer Günter Papenburg dort eine Loge. Jetzt hat Schröder mehr Unterstützung von anderer Seite für die Roten eingefordert. „Ich finde, dass die Hannoveraner Wirtschaft sich mehr engagieren könnte und auch sollte“, sagte Schröder der „Sport-Bild“. Und weiter: „Wir haben große Unternehmen in der Stadt. Warum steigt beispielsweise die Conti nicht groß ein? Das verstehe ich nicht.“

Das Thema ploppt immer wieder einmal auf, und 96-Chef Martin Kind, sonst ein Freund klarer Worte, relativiert dann in der Regel. Prinzipiell freut er sich über die Anregung des wohl bekanntesten 96-Fans: „Der Vorschlag von Herrn Schröder ist gut, weil es immer gut ist, wenn sich die Unternehmen bewegen“, kommentierte Kind. Andererseits sei es aber so, dass sich der Reifen- und Technologiekonzern Conti deutlich bei den 96ern engagiere. Dies sei bei keinem anderen Zweitligisten in Deutschland der Fall. Ansonsten konzentriere sich der Konzern auf den internationalen Markt, weil er sich auch als internationale Marke betrachte. Kind betont, dass alle großen Sponsoren dem Verein auch nach dem Abstieg die Treue gehalten hätten.

Eine Diskussion um die Zugkraft von Hannover 96 hatte es beispielsweise vor zwei Jahren gegeben, als der Reisekonzern Tui sich nach langer Zeit als Trikotsponsor verabschiedete. Begründet wurde das aber nicht mit der Zugkraft der Kicker, sondern mit dem konzernumfassenden Sparprogramm, das seinerzeit aufgelegt wurde. Nachfolger wurde dann kein ganz Großer aus der lokalen Wirtschaftswelt – VW etwa engagiert sich fußballtechnisch andernorts –, sondern der Massivhausanbieter Heinz von Heiden. „Wir freuen uns auf die neue Kooperation mit einem Familienunternehmen aus der Region, das sehr gut zu uns passt“, erklärte Kind damals. Immerhin soll Heinz von Heiden jährlich genauso viel für den Werbeplatz auf der Kickerbrust bezahlen wie zuvor der Reisekonzern. Als Stadionsponsor hat Hannover 96 den HDI im Boot.

Schröder wiederum hat in dem Interview nicht nur zum Finanziellen, sondern auch zum Sportlichen Stellung bezogen. Mit Blick auf den Wiederaufstieg warnte er vor zu viel Optimismus. „Da wäre ich vorsichtig. Hannover 96 hat eine gute Mannschaft und einen guten Trainer. Aber es ist eine völlig absurde Vorstellung, dass der Wiederaufstieg ein Selbstläufer ist“, sagte der SPD-Politiker: „Wer immer das aufbringt, hat keine Ahnung von Fußball.“ Zurzeit liegt die Mannschaft auf Rang drei und hat vier Zähler Rückstand auf Tabellenführer Eintracht Braunschweig.

Von Jörg Grußendorf und Bernd Haase

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