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Schröder sitzt jetzt im 96-Aufsichtsrat

Altkanzler Schröder sitzt jetzt im 96-Aufsichtsrat

Die Hannover 96 GmbH & Co. KGaA hat ihren Aufsichtsrat neu besetzt. Vor allem zwei Personalien sind dabei spannend: Zu dem Gremium gehören künftig Gerhard Schröder und Martin Andermatt, der ehemalige Trainer des SSV Ulm. 

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Häufiger Gast im Stadion: Gerhard Schröder.

Quelle: dpa

Hannover. Die Nachricht, die Hannover 96 am Dienstag um 15.06 Uhr auf den Markt brachte, klingt zunächst unspektakulär. Ein neuer Aufsichtsrat für die 96 GmbH & Co. KGaA? Vor dem Niedersachsenderby am Sonntag bei Eintracht Braunschweig, auf das beim Fußball-Zweitligisten alle hinfiebern, wirkt das auf den ersten Blick wie eine langweilige Notiz aus dem komplizierten 96-Strukturdschungel. Doch vor allem die Personalien machen den neuen Aufsichtsrat des 96-Profiunternehmens zu einem spannenden Thema.

Zu dem Kontrollgremium gehören künftig Altkanzler Gerhard Schröder und Martin Andermatt, der ehemalige Trainer des SSV Ulm. Komplettiert wird der achtköpfige Aufsichtsrat vom Döhrener Allgemeinmediziner Martin Biskowitz, dem ehemaligen Tui-Manager Rainer Feuerhake, dem Hamburger Thomas Fischer und dem früheren, pensionierten Finanzchef des Drogerieunternehmens Rossmann, Roland Frobel. Dazu kommen als Vereinsvertreter Michael Beck und Uwe Krause.

Neu ist außerdem, dass im Aufsichtsrat keine Gesellschafter mehr sitzen. Gregor Baum, Matthias Wilkening, Michael Schiemann (er hatte im Juli seine Anteile an Baum und Wilkening verkauft) und Dirk Roßmann sind aus dem Gremium ausgeschieden.
„Für Hannover 96 ist das der nächste Schritt“, sagte 96-Clubchef und Mehrheitsgesellschafter Martin Kind. „Das ist die Struktur der Zukunft.“ Der Chef des neuen Aufsichtsrats wird in der ersten Sitzung gewählt, die „zeitnah“ (Kind) stattfinden soll. Im alten Gremium fungierte Feuerhake als Chef.

So funktioniert das mit KGaA und S&S

Die Hannover 96 GmbH & Co. KGaA, kurz KGaA, in deren Aufsichtsrat Altkanzler Gerhard Schröder berufen wurde, ist praktisch das 96-Profiunternehmen und nach der Ausgliederung 1999 Lizenznehmer bei der Deutschen Fußball-Liga. Auch das Nachwuchsleistungszentrum gehört zum Aufgabenbereich. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die 96 Management GmbH, deren Geschäftsführer Martin Kind ist.
Der 96 Sales & Service GmbH & Co. KG, kurz S&S, gehören 100 Prozent der KGaA. In der S&S sind die Gesellschafter versammelt, davon gibt es seit einer Neuordnung im Juli noch vier: Kind (52,73 Prozent der Anteile), Dirk Roßmann (19,76 Prozent), der Unternehmer Gregor Baum (16,11 Prozent) und Matthias Wilkening (11,4 Prozent). Kind ist damit Mehrheitsgesellschafter, hat mit seinem Weggefährten Roßmann aber keine Dreiviertelmehrheit, da auch Baum und Wilkening, die mit einem Ausstieg geliebäugelt hatten, im Sommer aufstockten. 

Vor allem die Einbindung von Altkanzler Schröder dürfte bundesweit für Aufsehen sorgen. Schröder, Fußballer-Spitzname „Acker“, hatte 96 auch nach dem Abstieg die Treue gehalten und saß zuletzt auch beim 3:1-Sieg gegen die Würzburger Kickers auf der Tribüne. „Ich bin stolz, dass er dabei ist“, sagte Kind. „Ich brauchte gar nicht so viel Überredungskunst. Es ist toll, eine solche Persönlichkeit aus der Politik dabei zu haben. Ich verspreche mir von ihm für innen und außen eine positive Wirkung. Er ist ein Profi durch und durch und identifiziert sich mit dem Verein.“

Andermatt war in den vergangenen Wochen wiederholt als neuer Sportdirektor gehandelt worden. Jetzt soll er im Aufsichtsrat der Gesellschaft für das sorgen, was sich Kind schon länger wünscht: mehr Fußballkompetenz. „Ich hatte immer gesagt, dass wir beim nächsten Schritt die sportliche Kompetenz breiter aufstellen wollen. Er soll nicht ins operative Geschäft, dafür ist die Geschäftsführung zuständig“, sagte Kind. Andermatt werde aber in die Gesamtplanung und Strategie eingebunden.

Der ehemalige Schweizer Nationalspieler und gelernte Grundschullehrer Andermatt hatte in der Bundesliga den SSV Ulm und Eintracht Frankfurt trainiert (Saison 2001/2002), danach war der 54-Jährige vor allem in seiner Heimat tätig, zuletzt bis Juni 2005 beim Erstligisten Zug 94. Mit Kind verbindet ihn eine langjährige Bekanntschaft.
Aus dem 96-Umfeld heißt es, dass Martin Bader, der Geschäftsführer Sport, durch Andermatt an Einfluss und Gewicht bei Transfers oder Personalentscheidungen im Trainerstab verlieren könnte.     

Von Jörg Grußendorf und Heiko Rehberg

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