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Jenseits von Afrika

Haggui muss um Stammplatz kämpfen

Von Norbert Fettback

96-Innenverteidiger Karim Haggui muss nach der Rückkehr aus Afrika um seinen Stammplatz kämpfen. Im bevorstehenden Wechselspiel zwischen Fußball-Bundesliga und Europa League ist das Auswärtsspiel in Mainz die nächste Aufgabe. Was mit der spannenden Frage einhergeht: Spielt er, oder spielt er nicht?
Foto: Fest im Griff hat Karim Haggui im Trainingsspiel seinen Kollegen Artur Sobiech.

Fest im Griff hat Karim Haggui im Trainingsspiel seinen Kollegen Artur Sobiech.

© Ulrich zur Nieden

Hannover. Die Rückkehr nach Deutschland hat Karim Haggui verändert. Äußerlich jedenfalls. Als der Innenverteidiger, der mit der tunesischen Nationalmannschaft beim Afrika-Cup im Viertelfinale ausgeschieden ist, gestern erstmals in diesem Jahr wieder im 96-Trikot trainierte, trug er eine lange Hose. Für Haggui ist das ungewöhnlich, normalerweise bevorzugt er auf dem Platz die beinfreie Variante. Doch die klimatische Umstellung von sommerlicher Wärme in Afrika auf die deutschen Gegebenheiten ist diesmal für ihn zu krass. „Heute waren es ja nur noch minus sechs Grad“, sagt der 28-Jährige und lacht ein bisschen. „Am Dienstag, als es deutlich kälter war, habe ich es als viel härter empfunden.“ Um seinen Körper besser an den Temperatursturz von rund 40 Grad zu gewöhnen, unterzog sich Haggui unter anderem einer Akupunkturbehandlung und probierte Wechselbäder.

Das Wechselbad der Gefühle bei der Afrikameisterschaft hat er anscheinend schneller verarbeitet. Ihn ärgert es zwar noch, dass die Entscheidung nun ohne Tunesien fällt („Wir hatten die Qualität, um zumindest das Halbfinale zu erreichen“). Aber sein Team habe am Sonntag gegen Ghana alles versucht, um weiterzukommen, „das macht die Enttäuschung kleiner“. Jetzt konzentriere er sich darauf, schnell wieder seinen Rhythmus bei Hannover 96 zu finden.

Bei seinem Klub geht es nun Schlag auf Schlag weiter. Im bevorstehenden Wechselspiel zwischen Fußball-Bundesliga und Europa League ist das Auswärtsspiel am Sonnabend in Mainz die nächste Aufgabe. Was mit der nicht nur für Haggui spannenden Frage einhergeht: Spielt er, oder spielt er nicht? In der Hinrunde war der Tunesier in allen 17 Bundesligapartien über die volle Distanz dabei, das kam einem Abonnement auf einem Stammplatz gleich. Jetzt fehlte er infolge des Afrika-Cups dreimal, und andere mussten ran. Mario Eggimann als Stellvertreter und der junge Christopher Avevor, der gegen Hertha BSC Berlin für den gesperrten Emanuel Pogatetz einsprang, hätten ihre Sache „richtig gut gemacht“, wie Haggui anerkennend sagt. „Das zeigt doch, welche Qualität unsere Mannschaft hat. Egal, wer fehlt.“ Im fernen Afrika sei ihm nichts entgangen, was in seiner Abwesenheit bei 96 passierte. Dass 96 in der Rückrunde noch ohne Gegentor ist, habe ihn besonders gefreut.

Auch wenn einiges dafür spricht, dass Haggui übermorgen gemeinsam mit Eggimann die Innenverteidigung der „Roten“ bilden wird: Der Nationalspieler ist weit davon entfernt, nach seiner Rückkehr aus Afrika Anspruch auf einen Platz in der 96-Startformation anzumelden. Er gibt sich eher bescheiden. „Ist doch gut, dass der Trainer mit mir eine Möglichkeit mehr hat“, sagt Haggui. Wichtig sei in erster Linie, dass 96 weiter Erfolg habe.

Das soll auch Sami Allagui zu spüren bekommen, sein Freund im Trikot von Mainz 05 und sein Kumpel aus der Nationalelf, mit dem er auch beim Afrika-Cup das Zimmer teilte. Dem hat er alles Gute im Abstiegskampf gewünscht, dabei aber eine Ausnahme gemacht. „Die Punkte dafür sollen die Mainzer erst nach dem 96-Spiel holen“, sagt Haggui, das habe er Allagui deutlich zu verstehen gegeben.

Training am Donnerstag: 10 Uhr, Mehrkampfanlage.

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