Das Bild, das sich gestern nach dem Vormittagstraining bot, war Programm. Karim Haggui, Didier Ya Konan und Constant Djapka – einer immer abwechselnd in einem Kleinfeldtor postiert – ballerten sich gegenseitig die Bälle um die Ohren und hatten ihre helle Freude, wenn die Kugel im Netz gelandet war. Es herrscht gute Stimmung bei Hannover 96 nach zwei Siegen in zwei Bundesligaspielen, was nicht nur für die afrikanische Spaßfraktion der „Roten“ gilt, die hierbei aber besonders hervorsticht.
Haggui zeigt das nicht nur bei freiwilligen Zusatzschichten, sondern spricht auch davon. „Ich habe richtig Lust, in Hannover zu spielen“, sagt er angesichts des gelungenen Starts in die neue Saison. Und die Lust soll mit dem Spiel gegen Bayer Leverkusen nicht vergehen – jenen Verein, bei dem der Innenverteidiger vor seinem Wechsel nach Hannover 2009 drei Jahre unter Vertrag stand und der durchaus prägend für seine Entwicklung als Fußballprofi war. Trotz gelegentlicher Telefonate mit früheren Wegbegleitern: Das Kapitel Leverkusen hat er abgehakt. „Jetzt bin ich in Hannover“, sagt Haggui. „Nur das zählt.“ Sonnabend zählt für ihn damit auch nur eins: punkten gegen Bayer, für ihn „die zweitbeste Mannschaft in Deutschland nach Bayern München“.
Wie es damit klappen könnte, dafür hat der tunesische Nationalspieler diese Vorstellung: Mit dem gleichen Mut und der gleichen Aggressivität auf dem Platz wie gegen Frankfurt und Schalke, sagt er. 96 sei nach Bayers 3:6-Heimniederlage gegen Gladbach besonders gefordert: „Das war ein Ausrutscher“, meint er. „Dieses Ergebnis spielt für den Sonnabend keine Rolle mehr.“ Wie es klappen soll, das hat 96 auf dem Trainingsplatz als Probelauf durchexerziert. Chefcoach Mirko Slomka hat dabei auch die Taste mit dem Aufdruck „Löschen“ betätigt, und das laut und deutlich. Er meinte mit dem Zwischenruf, im Zweifelsfall den Ball hinten auch mal weit rauszuschlagen: „Im Mittelfeld sind wir stark, da können wir uns den Ball zurückholen, wenn er beim Gegner landet.“
Dass die Leverkusener auch ein starkes Mittelfeld haben, in dem selbst ein Michael Ballack um seinen Platz bangen muss, steht in dem Fall auf einem anderen Blatt – Haggui warnt nicht von ungefähr vor Bayers „super Mannschaft“. Der Sonnabend dürfte spannend werden.
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