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96-Abstieg trifft auch den Amateurfußball

Finanzielle Einbußen 96-Abstieg trifft auch den Amateurfußball

Am Dienstag war Hannover 96 genau 5000 Tage in der 1. Liga. Bis zum 14. Mai, dem letzten Saisonspiel gegen Bayern München kann noch gezählt werden, dann folgt der Abstieg. Dieser wird auch schmerzhafte finanzielle Auswirkungen für den Amateurfußball in der Region haben.

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Testspiele von 96 gegen Amateurteams - wie hier mit Andre Hoffmann gegen den OSV Hannover - sind für die kleinen Clubs eine wichtige Einnahmequelle. Künftig wird 96 als Gegner weniger attraktiv - und der Amateurbereich durch den Abstieg weniger Geld bekommen. 

Quelle: Florian Petrow

Hannover. Es war ein besonderer Fußballtag für Hannover 96 - und in gewisser Weise auch ein trauriger. Exakt 5000 Tage war der Verein am Dienstag ununterbrochen in der 1. Liga. Ein stolzes Jubiläum, aber keines zum Feiern, denn die Tage im Oberhaus sind gezählt. Mittwoch ist Tag 5001, mit dem letzten Saisonspiel am 14. Mai bei Bayern München endet das erstklassige Kapitel. Vom 5. August an spielt Hannover 96 wieder in der 2. Liga, in deren ewiger Tabelle der Verein übrigens den 6. Platz belegt - hinter Alemannia Aachen, Greuther Fürth, Fortuna Köln, dem FC St. Pauli und den Stuttgarter Kickers.

Es wird ein folgenreicher Abstieg, nicht nur für die „Roten“ selbst und die unzähligen Menschen, denen der Verein auch in der 2. Liga am Herzen liegt. Der Abstieg wird auch schmerzhafte Auswirkungen für den Amateurfußball in der Region haben. Denn die kleinen Vereine werden künftig weniger Geld bekommen.

Die Profis von Hannover 96 haben wieder auf der Mehrkampfanlage trainiert.

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Jeder Erstligist tritt zwei Prozent seiner Ticket-Erlöse an den jeweiligen Regional- oder Landesverband ab. Das ist im Grundlagenvertrag geregelt, den der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) geschlossen haben. Rund 350 000 Euro pro Jahr flossen dadurch in der Vergangenheit an den Norddeutschen und den Niedersächsischen Fußballverband (NFV) - und damit in den Amateurbereich. „Diese Summe wird sich mehr als halbieren“, sagt Karl Rothmund, Präsident des NFV. Der Grund: Zweitligisten überweisen nur ein Prozent der Ticket-Einnahmen an den jeweiligen Regional- und Landesverband.

Weil in der 2. Liga deutlich weniger Besucher in die HDI-Arena kommen werden - der bisherige Zuschauerschnitt in der Saison 2015/2016 liegt bei 40 079 - und die Kartenpreise sinken, rechnet Rothmund vom kommenden Spieljahr an mit „vielleicht noch 110 000 Euro“ für die Amateure. Der NFV hat das Geld in die Trainerausbildung oder die Talentförderung gesteckt. „Außerdem konnten wir dadurch bisher für alle Mannschaften in der Regionalliga die Mitgliedsbeiträge sehr niedrig halten“, sagt Rothmund.

„Diese regionale Wirkung wird 96 immer haben“

Den NFV-Chef trifft der Abstieg gleich doppelt: einmal als Landesverbandspräsident und einmal als langjähriges 96-Mitglied. „96 ist der Traditionsverein in Niedersachsen“, sagt Rothmund und will das keineswegs als Abstufung anderer großer Traditionsvereine im Land wie Eintracht Braunschweig oder VfL Osnabrück verstanden wissen. Aber 96 finde die größte Resonanz in Niedersachsen, auch wenn der VfL Wolfsburg durch den Auftritt in der Champions League aufgeholt habe und Werder Bremen „vor allem in Ostfriesland einen starken Part“ spiele. „Diese regionale Wirkung wird 96 immer haben.“

Als 96-Mitglied ist Rothmund „riesig enttäuscht“ vom Abstieg, auch wenn er sagt, dass er das Unheil befürchtet habe. „Aber mit solch einer erbärmlichen Saison habe ich nicht gerechnet.“ Rothmund glaubt, dass sich 96 „selbst erneuern muss“, die Chancen auf den sofortigen Wiederaufstieg beurteilt er zurückhaltend: „Das wird sehr schwer.“ Doch für Rothmund ist 96 auch in anderer Hinsicht gefordert. „Der Verein muss wieder ein Sympathieträger werden, braucht Identifikationsfiguren und mehr sportliche Kompetenz. Und wenn ich mir die Entwicklung im Jugendbereich ansehe, dann tränen mir die Augen.“

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