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Stendels Arbeit steht auf dem Prüfstand

96-Trainer vor dem Saisonstart Stendels Arbeit steht auf dem Prüfstand

Am Freitag startet Hannover 96 beim 1. FC Kaiserslautern in die Zweitligasaison. Es ist der erste Saisonstart für Daniel Stendel als Trainer von Hannover 96. Er hat schon viel erreicht. Aber jetzt steht seine Arbeit auf dem Prüfstand.

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Will auf dem Platz Antworten geben: Trainer Daniel Stendel.

Quelle: Nigel Treblin

Hannover. Als Daniel Stendel gestern bei der Pressekonferenz gefragt wurde, ob er das Saisonziel auch so offensiv wie 96-Clubchef Martin Kind formulieren würde, für den nur der sofortige Wiederaufstieg infrage kommt, musste der 96-Trainer schmunzeln. „Der Präsident hat ja schon vor dem ersten Training bekannt gegeben, wie es aussieht“, sagte Stendel. Aber natürlich sei es der Anspruch, so schnell wie möglich wieder in der 1. Liga zu spielen, schob Stendel schnell noch hinterher.

Auf den Tag genau heute vor vier Monaten saß Stendel zum ersten Mal als Cheftrainer der Profis von Hannover 96 auf dem Podium im Presseraum der HDI-Arena. An seinem 42. Geburtstag präsentierten ihn die „Roten“ als Nachfolger von Thomas Schaaf. Seitdem hat sich viel im Leben des ehemaligen 96-Stürmers verändert, manches ist jedoch noch so wie am ersten Tag. Es ist ihm immer noch anzumerken, dass er sich beim Frage-Antwort-Spiel mit den Journalisten nicht besonders wohlfühlt in seiner Haut. Er ist kein Entertainer, der eloquent über Gott und die Welt plaudert und dabei doch nur Phrasen von sich gibt. Er ist kein Sprücheklopfer, mit dessen Sätzen sich mühelos die Überschriften in den Zeitungen füllen lassen. Eigentlich ist Stendel am liebsten Trainer. Nur Trainer. Einer, der viel lieber bei seiner Mannschaft wäre, statt den Medienvertretern Fragen über Saisonziele, Taktik und den Gegner zu beantworten.

Aber das gehört nun einmal dazu. Also redet der 96-Coach über den Saisonstart der „Roten“ morgen Abend beim 1. FC Kaiserslautern (20.30 Uhr) und sagt, dass seine Mannschaft auf einem guten Weg sei und es Zeit werde, dass es endlich losgeht. „Kaiserslautern am Freitagabend: Was gibt es Schöneres, wenn man 2. Liga spielen darf. Oder muss.“ Besonderen Druck verspüre er aufgrund der Favoritenrolle nicht. „Es hat sich nichts verändert. Wir wollen jedes Spiel gewinnen. In jedem Training, in jedem Spiel. Den Druck mache ich mir selbst“, sagt der 42-Jährige.

Dass die „Roten“ nach dem Bundesliga-Abstieg mit viel Rückenwind und Euphorie im Umfeld starten, ist auch der Verdienst von Stendel. Als er im April übernahm, war alles längst verloren, war die 96-Mannschaft bei zehn Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz und nur noch sechs Spieltagen nicht mehr zu retten. Doch Stendel machte aus einer leblosen Mannschaft in kürzester Zeit wieder ein funktionierendes Team und erzeugte so eine Aufbruchstimmung, wie sie bei den „Roten“ zuletzt in der Europapokalzeit vorzufinden war. Mit seiner positiven und unaufgeregten Art lenkte der frühere 96-Stürmer den Fokus wieder auf das Sportliche. Denn da kennt er sich aus und fühlt sich am wohlsten.

Stendel hat bei Hannover 96 in kurzer Zeit viel erreicht. Doch er ist lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass von morgen an nur der Erfolg zählt. Drei Siege aus den ersten vier Spielen, und die 96-Welt wäre in Ordnung. Ein Fehlstart würde jedoch vieles infrage stellen. Ist die Mannschaft nicht doch zu jung, darf man so offensiv spielen, oder sollte man mehr Wert auf die Defensive legen? Es ist Stendel zu wünschen, dass er solche Fragen bei den nächsten Pressekonferenzen nicht beantworten muss.

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Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

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