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"Wir sind sportlich etwas in die Knie gegangen"

96-Geschäftsführer Martin Bader "Wir sind sportlich etwas in die Knie gegangen"

Martin Bader hat am Donnerstag seinen neuen Job als Geschäftsführer bei Hannover 96 angetreten. Bei der offiziellen Vorstellung in der HDI-Arena gab er sich trotz des miserablen Saisonstarts der "Roten" kämpferisch: "Hannover 96 ist in der 1. Liga und soll auch drinbleiben."

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Martin Bader, Geschäftsführer bei Hannover 96.

Quelle: Treblin

Hannover. Es geht um Martin Bader an diesem sonnigen Donnerstagvormittag in der HDI-Arena. Es ist seine offizielle Vorstellung als neuer Geschäftsführer Sport beim Fußball-Bundesligisten Hannover 96. Er ist der Neue. Aber natürlich richten sich alle Blicke ebenso auf Martin Kind, der Bader begleitet und als Erster reden wird. Kind ist der Mann, der bei 96 in der Vergangenheit alles entschieden hat, notgedrungen auch mal im Alleingang, weil gerade kein Manager mehr da war oder er ihm misstraut hat. Baders Einstellung bedeutet für Kind ein Loslassen; der 71-Jährige weiß, dass viele im Umfeld des Vereins Zweifel haben, ob er das kann. Und weil er diese Bedenken kennt, nutzt er das große Medienaufgebot im Presseraum des Stadions zu einer Klarstellung.

„Für den Bereich Sport gibt es nur noch einen Ansprechpartner, und das ist Herr Bader“, ruft er den Journalisten zu. „Wenn Sie bei mir anrufen, werde ich Ihnen sagen: Rufen Sie beim Thema Sport bitte Herrn Bader an, die Nummer ist bekannt. Mit mir können Sie weiter gern über die Finanzen reden oder alles andere, es gibt ja genug Baustellen.“

Martin Bader hat seinen neuen Job als Geschäftsführer bei Hannover 96 angetreten.

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20 Minuten später, als es um den neuen Sportdirektor geht, den der Verein möglichst noch in diesem Monat verpflichten will, ergreift Kind noch einmal das Wort. „Wenn ich das schon höre, ob Herr Bader bei dem Thema mitentscheiden darf ... Er ist ein Organ. Er darf nicht, er muss entscheiden. Dafür ist er eingestellt. Er führt die Gespräche und entscheidet.“ Spätestens an diesem Punkt weiß jeder im Raum, dass es bei Hannover 96 künftig ein wenig anders laufen wird als bisher. Oder vorsichtiger formuliert: anders laufen soll.

Für drei Jahre hat Bader unterschrieben. „Unser Ziel ist es aber, dass es eine Dauerlösung wird“, sagt Kind. Bader solle, zusammen mit dem „Geschäftsführer Verwaltung“ (Kind: „Das kann auch eine Frau sein“), das neue Gesicht von 96 werden. Was nicht bedeutet, dass Kind aufhört. „Meine Zeit geht zu Ende.“ Diesen Satz, der sich auf die Zeit bei 96 bezieht, lässt er einmal fast beiläufig fallen. Aber er sagt auch: „Erst mal mache ich weiter. Es gibt noch deutliche Herausforderungen. Alles andere außer Sport werde ich weiter verantworten.“ Bader, der ein wenig angespannt wirkte, hat gleich an seinem ersten Tag einen Eindruck davon bekommen, wie sehr Kind diesen Verein geprägt hat. Auch er sagt einen sehr bemerkenswerten Satz, der fast ein bisschen untergeht. Bader sagt: „Ich werde versuchen, Martin Kind auf die Reise mitzunehmen.“

Bader begegnet Kind mit großem Respekt. Beide kennen und schätzen sich schon länger. „Wir haben die gleiche Wellenlänge, das macht das Arbeiten leichter.“ Kind sei es gewohnt, über alles informiert zu werden. „Er wird jede Entscheidung wissen und mittragen, das ist mein Wunsch. Es ist ja immer noch der Verein von Martin Kind.“ Der neue Geschäftsführer beschrieb sich als Teamarbeiter. „Ich will den Verein schnell kennenlernen und mich dann einbringen“, sagt Bader. Er wolle erst einmal zuhören und Informationen sammeln. Danach traue er sich zu, die Stellschrauben zu erkennen und an ihnen zu drehen.

Bader wird im Profibereich der Mann für das große Ganze. Scouting, Marketing, Nachwuchsleistungszentrum, Sponsoring, Fan-themen: Das Arbeitsfeld ist groß, Bader hat sich um all das auch beim
1. FC Nürnberg gekümmert. „Hannover 96 ist wirtschaftlich hervorragend aufgestellt“, sagt er, „sportlich ist der Verein leider etwas in die Knie gegangen. Das müssen wir schnell korrigieren. Das ist kein leichtes Unterfangen, aber machbar. 96 ist in der 1. Liga und soll auch drin bleiben.“

Martin Kind formulierte das übrigens so: „Wir sind jetzt 14 Jahre in der 1. Liga. Wir bleiben drin. Alles andere ist nicht ernsthaft diskussionsfähig.“

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