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"In der 2. Liga sind wir der Favorit"

Zuversicht nach 96-Heimsieg "In der 2. Liga sind wir der Favorit"

Was für ein letztes Heimspiel vor dem Abstieg: Hannover 96 holt beim 1:0-Sieg gegen die TSG Hoffenheim die Fans endgültig zurück ins rote Fußballboot. Und die "Roten" versprühen Zuversicht. 96-Trainer Daniel Stendel sagt: „In der 2. Liga sind wir der Favorit.“

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„Ein Leben lang ...“: In der Nordkurve wurde gesungen und gefeiert bis lange nach dem Schlusspfiff.

Quelle: Maike Lobback

Hannover. Am vorletzten Spieltag haben sie bei Hannover 96 doch noch ein kleines Fußballwunder vollbracht. Es war nicht das Wunder, das sich bis vor ein paar Wochen noch alle Menschen, für die dieser Club eine Herzenssache ist, erhofft hatten: Das mit dem Klassenerhalt konnte auch Daniel Stendel nicht mehr schaffen, zu aussichtslos war die Situation in der Bundesliga, als er am 4. April die Mannschaft übernahm.

Stendels Auftrag war, die Saison irgendwie halbwegs ordentlich zu Ende zu bringen, mehr hatte niemand erwartet, vermutlich nicht einmal der Trainer selbst. Doch als das letzte Erstliga-Heimspiel für mindestens eine Saison gegen 1899 Hoffenheim beendet war, dachte niemand der 38 096 Zuschauer daran, die HDI-Arena zu verlassen. Das schon die 90 Minuten vorher bestens gelaunte Publikum wartete, bis die Mannschaft ihre Runde machte und spendete so herzlich Applaus, dass hinterher schon vom fröhlichsten Abstieg aller Zeiten die Rede war. Das ist schon deshalb falsch, weil der hochverdiente 1:0-Sieg gegen Hoffenheim noch einmal vor Augen führte, wie vermeidbar und unnötig dieser Abstieg war, und das ist nun wahrlich kein Grund für Jubelsprünge.

Hannover 96 gegen 1899 Hoffenheim - die besten Bilder des Spiels.

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Stendels kleines Fußballwunder besteht darin, dass er die Stimmung gedreht hat. 96 steigt nicht mit Schimpf und Schande ab, wie es möglicherweise dem VfB Stuttgart droht. Die 96-Fans haben ihren Frieden mit der Mannschaft gemacht, weil sie - leider drei, vier Spiele zu spät - dank Stendel Leidenschaft und Kampfgeist wiederentdeckt hat und der Trainer mit unverbrauchten Gesichtern im Team wie Noah-Joel Sarenren-Bazee, Waldemar Anton und Fynn Arkenberg Hoffnung macht, dass die neue Saison in der 2. Liga so weitergeht wie die letzten sechs Spiele in der 1. Liga. Die Zuschauer im Stadion hatten beschlossen, nicht griesgrämig zurückzuschauen, sondern zuversichtlich nach vorn zu blicken. Das Motto lautete: „Wir steigen wieder auf.“ Nicht: „Wir steigen ab.“ Das ist vielleicht nicht typisch hannöversch, aber gerade deshalb umso schöner.

Lange vor dem Abpfiff begannen die Anhänger in der Nordkurve „Ein Leben lang“ zu singen, eine Textzeile, mit der sie ihre Verbundenheit mit den „Roten“ zum Ausdruck bringen wollten, unabhängig von der Ligazugehörigkeit. Zuschauer auf anderen Tribünen stimmten ein oder summten ein bisschen mit - wie man das auf der Osttribüne halt so macht. Die Sololäufe des famosen Sarenren-Bazee wurden begeistert bejubelt, beim Tor des Tages von Hiroshi Kiyotake (28. Minute) hätte man denken können, es wäre der Treffer zum Klassenerhalt wie ein Jahr zuvor gegen Freiburg, so ausgelassen war die Stimmung.

Hannover 96 hat sich im letzten Heimspiel der Saison mit einem 1:0-Sieg gegen Hoffenheim bei den Fans bedankt. Die Einzelbewertungen für die Spieler lesen Sie hier.

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Wie besonders das ist, kann nur verstehen, wer weiß, wie die Stimmung beim letzten Spiel unter Stendels Vorgänger Thomas Schaaf war. „So was hat man lange nicht gesehen, so schön, so schön“, hatten die Fans voller Häme gesungen, während es 0:3 gegen den Hamburger SV stand. Bis auf Jörg Sievers, den Torwarttrainer und Pokalhelden, sollten alle Spieler gehen, auf Plakaten stand „Versager“ oder „Scheiß Millionäre“. Das alles ist gerade einmal fünf Wochen her.

„Unser Ziel war es, die Fans zurückzuholen“, sagte Stendel nach dem Sieg gegen Hoffenheim. „Dass wir das so beeindruckend hinkriegen, hat doch keiner gedacht. Das war sensationell.“ Die zweite Erkenntnis des Trainers dagegen schmerzt: „Die letzten Spiele haben gezeigt, dass die Mannschaft das Niveau für die Bundesliga hat. Man hat gesehen, dass wir durchaus die Möglichkeit gehabt hätten, in der Liga zu bleiben.“

Hätte, hätte. Stendel beschäftigte sich ohnehin schon mit der neuen Saison, und er tat das mit viel Mut. Das Saisonziel in der 2. Liga, den Aufstieg, formulierte er klar und deutlich. „Wir werden die Favoriten sein, diejenigen, die gejagt werden.“ Und er sah dabei nicht aus, als würde ihn das beunruhigen.

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27. November 2016 - Christian Purbs in Allgemein

Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

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