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„Wir haben eine Liste einer Schatten-Elf“

96-Kaderplaner Christian Möckel „Wir haben eine Liste einer Schatten-Elf“

Christian Möckel hat in diesen Tagen als 96-Kaderplaner viel zu tun. Zu der berühmten Wunschliste der "Roten" will er im Interview allerdings nichts sagen. "Wir haben eine Schatten-Elf mit Spielern, die wir gerne hätten." Welche das sind? "Kein Kommentar."

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(Fast) immer erreichbar: Auch im Trainingslager in Belek war das Handy von 96-Kaderplaner Christian Möckel im Dauerbetrieb.Foto: Treblin

Quelle: Nigel Treblin

Hallo Herr Möckel, Sie sind Sportlicher Leiter und Kaderplaner von Hannover 96. Da gab es in den vergangenen Wochen jede Menge zu tun. Wenn es um Verstärkungen für Hannover 96 geht: Welche Frage können Sie nicht mehr hören?
Ob wir Interesse an diesem oder jenem Spieler haben.

Darf ich die Frage trotzdem noch einmal stellen?
(lacht) Nur zu, wenn’s sein muss.

Haben Sie Interesse an Mame Diouf, Moussa Konate und/oder Lucas Barrios?
Ich werde auch diese Namen nicht kommentieren, das macht doch keinen Sinn. Dass alle diese Spieler eine gewisse Qualität haben, ist klar. Die Frage ist aber, wie realistisch es ist für Hannover 96, im Winter so einen Transfer zu machen. Und wie realistisch ist es überhaupt, dass die Spieler hierher wollen.

Und wie sieht es beim ehemaligen Bremer Stürmer Hugo Almeida aus?
Auch da gilt: kein Kommentar.

Die Fans von Hannover 96 warten immer noch auf Transfers von gestandenen Profis, die der Mannschaft sofort weiterhelfen können.
Zum einen gibt es im Winter davon nicht allzu viele, die auf dem Markt sind. Zum anderen muss man einfach realistisch sein. Der Tabellen-17. versprüht nicht so viele Anreize wie ein Champions-League-Anwärter. Man kann das vielleicht versuchen mit finanziellen Mitteln ausgleichen, über allen Abwägungen muss auch wirtschaftliche Vernunft in Betracht gezogen werden.

Die Zeit wird knapp, es sind noch gut zwei Wochen bis zum Ende der Wechselfrist. Lässt sich die heiße Phase mit einem Pokerspiel vergleichen, bei dem derjenige mit den besten Nerven gewinnt?
Ich denke, dass derjenige gewinnt, der am besten vorbereitet ist und nicht nur darauf wartet, dass sich etwas bewegt. Wenn man darauf wartet, dass einen jemand anruft, dann ist man wahrscheinlich der Letzte in der Nahrungskette.

Die berühmte 96-Wunschliste für Transfers - haben sie so eine?
Wir haben eine Liste von einer Schatten-Elf mit Spielern, die wir gerne hätten. Von dieser Liste haben wir bereits vier unter Vertrag genommen. Wir schauen dann, was der Spieler kostet, wie hoch das Gehalt ist, ob er charakterlich zu uns passt. Irgendwann legt man sich auf zwei, drei Spieler von dieser Liste fest und versucht, den Transfer zu realisieren. Das wichtigste ist aber, dass wir ihn live gesehen haben.

Wird 96 definitiv noch einen Stürmer holen?
Wenn wir uns verbessern können, werden wir uns nicht auf eine Position festlegen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass wir etwas im Offensivbereich machen, wenn wir denn noch einmal aktiv werden, ist am größten.

Und wie sieht es mit einem neuen Linksverteidiger aus?
Grundsätzlich sollte ein Umbruch im Winter nicht zu groß werden. Kaderveränderungen auf alle Positionen werden eng mit Thomas Schaaf abgestimmt.

Über welche verpasste Chance bei einem Transfer haben Sie sich in den vergangenen Wochen am meisten geärgert? War es der geplatzte Wechsel von Stefan Kießling, der vor dem Abschluss stand?
Natürlich ärgert das einen. Aber es bringt ja nichts, wenn man sich zu lange damit aufhält. Aufstehen, schütteln, Krone richten - und dann geht’s weiter. Auch Alessandro Schöpf hätte uns sehr gut getan. In dem Moment, wo aber Schalke einsteigt, wird es für uns verdammt schwer, Argumente zu finden. Mal ganz abgesehen davon, dass er weit über sechs Millionen Euro gekostet hat.

Martin Bader hat gesagt, er habe sein Telefon über Weihnachten nur in der Kirche ausgemacht. Wie ist das bei Ihnen, ist das Handy jemals ausgeschaltet?
Ich habe es am Heiligabend ausgemacht,  weil es wirklich Idioten gibt, die selbst dann anrufen. Aber grundsätzlich ist es immer an, weil wir natürlich da sein wollen, wenn irgendwo eine Tür aufgeht. Da wäre es fatal, das Handy über einen längeren Zeitpunkt auszuschalten.

Auf diese offene Tür bei den großen Clubs warten zurzeit einige Bundesligisten.
Das stimmt. Deshalb ist es umso wichtiger, genau dann da zu sein, gut vorbereitet zu sein und schon Gespräche geführt zu haben. Damit man dann einfach nur noch sagen kann: ja oder nein.

Interview: Christian Purbs

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