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„Laufen und kämpfen - der Rest kommt von alleine“

Leon Andreasen im Interview „Laufen und kämpfen - der Rest kommt von alleine“

„Nur so sind wir stark“: 96-Profi Leon Andreasen fordert die alten Tugenden der "Roten" ein und sieht in der Partie gegen Werder Bremen ein Schlüsselspiel. "Wir brauchen unbedingt ein Erfolgserlebnis", sagt der 96-Routinier im Interview.

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Kühlen Kopf bewahren: 96-Mittelfeldspieler Leon Andreasen, hier beim Abkühlen in der Eistonne während des Trainingslagers in Österreich, hofft auf ein schnelles Erfolgserlebnis. 

Quelle: Florian Petrow

Hannover. Herr Andreasen, vor dem Spiel gegen Werder Bremen geht’s mal wieder ins ehemalige Kloster nach Marienfeld. So früh in der Saison war 96 noch nie dort.
Wir Spieler haben am Samstag nach dem Spiel in Wolfsburg erfahren, dass wir dort ein Trainingslager machen. Wir hatten für diese Woche einen Mannschaftsabend geplant, bei dem wir zusammen die Champions-League-Spiele schauen wollten. Das machen wir eben jetzt in der Klosterforte. Wir haben dort bislang gute Erfahrungen gemacht, deshalb finde ich diese Maßnahme gut. Die gemeinsamen Tage werden uns als Mannschaft guttun.

Wie ist denn zurzeit die Stimmung in der Mannschaft?
Nach dem Stuttgart-Spiel waren wir angeschlagen, das hat man auch in der Kabine gemerkt. Das Unentschieden in Wolfsburg war dann wie ein kleiner Sieg für uns. Auch für die Moral. Das hat man deutlich gemerkt. Es ist trotzdem so, dass wir sehr bald ein Spiel gewinnen wollen und müssen, denn wir brauchen unbedingt ein Erfolgserlebnis. Am besten schon am Samstag gegen Bremen.

Wann haben Sie sich zuletzt die Tabelle der Fußball-Bundesliga angeschaut?
Ich weiß, wo wir sind, aber ich schaue da nicht drauf. Ich kann unseren schlechten Start auch nicht erklären. Wir sind ja selbst enttäuscht, müssen damit aber klarkommen.

Leon Andreasen begann seine Fußball-Karriere in Dänemark und kam nach einigen Wechseln nach Deutschland – 2009 unterschrieb er bei Hannover 96.

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Sie spielen mittlerweile seit fast sechs Jahren für 96. In dieser Zeit ist auch nicht immer alles gut gelaufen. Aber haben Sie in Hannover schon einmal so eine schlechte Stimmung im Umfeld zu so einem frühen Zeitpunkt erlebt?
Ich kenne das, es ist ja nicht zum ersten Mal so, dass wir in so einer Situation sind. In den vergangenen Jahren hatten wir ein paarmal einen richtig guten Saisonstart. Und dann ist es hier ja immer so: Wenn wir ein paar Spiele gewinnen, dann ist die Euphorie gleich sehr groß. Das geht dann viel zu schnell, dann reden die Leute, manchmal im eigenen Club, gleich vom Europapokal. Das Gleiche gilt auch für die andere Richtung. Wenn es nicht läuft, wird alles gleich viel zu negativ dargestellt. Da sind die Medien auch daran beteiligt. Durch die Berichte in den Zeitungen werden die Fans mitgezogen - in die eine oder andere Richtung. Das ist hier einfach so. Aber das ist nicht gut.

Ausgangspunkt ist aber immer die Leistung der Mannschaft. Und die war in den meisten Spielen der bisherigen Saison nicht gut.
Dass wir auf die Fresse kriegen, wenn wir schlecht spielen, ist normal. Grundsätzlich finde ich die Berichterstattung in den vergangenen Wochen aber zu negativ.

Ist die Erwartungshaltung in Hannover vielleicht zu hoch?
Ich denke nicht. Hannover ist nicht allzu groß, viele Leute hier lieben den Fußball. Ein, zwei Siege, dann ist das auch ganz schnell wieder vergessen.

Ist es wirklich nur eine Frage der Zeit, bis 96 besser und erfolgreich spielt?
Der Trainer hat recht wenn er sagt, dass wir Zeit brauchen. Aber wir müssen ja trotzdem punkten. Ich hoffe, dass der Trainer jetzt durch Herrn Bader (ab morgen Geschäftsführer Sport bei 96, d.Red.) und einen Sportdirektor mehr Unterstützung bekommt.

Das 1:1 in Wolfsburg hat Hoffnung gemacht. Was war in diesem Spiel anders als zuvor?
Ein entscheidender Punkt ist, dass wir unbedingt die individuellen Fehler minimieren müssen. Die hatten wir bislang in jedem Spiel. Es kann auch nicht sein, dass wir in Führung gehen und dann innerhalb von ein paar Minuten zwei Gegentore bekommen. Da hat in wichtigen Phasen die absolute Konzentration gefehlt. Das müssen wir dringend besser machen. Über Laufbereitschaft und Einsatz müssen wir nicht reden. Das muss immer von Hannover 96 kommen, denn nur so sind wir stark.

Waren es diese Tugenden, die zuvor nicht hundertprozentig abgerufen wurden?
Ich weiß nicht, wie viele Kilometer wir in Wolfsburg gerannt sind, aber es waren mehr als beim Gegner. Und wir haben mehr Zweikämpfe gewonnen als die Wolfsburger. Diese Bereitschaft muss für uns in den nächsten Spielen der Maßstab sein. Der Rest kommt dann von alleine. Wenn wir aber zu locker ins Spiel gehen und denken, dass wir es schon irgendwie schaffen, dann wird es nicht funktionieren. Es gibt in der Bundesliga keine leichten Spiele.

Es ist zwar erst der 8. Spieltag, aber ist das Heimspiel gegen Bremen schon ein Schlüsselspiel für 96?
Natürlich ist es ein Schlüsselspiel, es kann ja so nicht weitergehen. Wir brauchen ein Erfolgserlebnis, das uns wieder Selbstvertrauen gibt. Wie wichtig das ist, hat man in den vergangenen Jahren gesehen. Zum Beispiel nach der Niederlage in Braunschweig. Dann gewinnen wir gegen den HSV und holen aus den letzten vier Spielen zehn Punkte. So ein Sieg kann viel bewirken. In den Köpfen und in den Beinen.

Ihr letztes Tor haben Sie vor fast genau einem Jahr beim 2:0-Heimsieg gegen den HSV erzielt. Der Zeitpunkt für Ihren nächsten Treffer könnte besser nicht sein ...
Ich schieße gerne Tore, so ist es ja nicht. Wenn es gegen Bremen klappen würde, hätte ich nichts dagegen.

Interview: Christian Purbs

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