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Der Weltmeister fliegt wieder

Zieler zurück im Training Der Weltmeister fliegt wieder

Weltmeister Ron-Robert Zieler ist zurück im Training des Fußball-Bundesligisten Hannover 96. Nach seinem Urlaub wies der 25-Jährige Wechselgerüchte zurück. Am Donnerstag will ihn die Stadt ehren. Die kurze Vorbereitung mit dem Team soll kein Problem sein.

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Wieder zurück: Ron-Robert Zieler.

Quelle: Petrow

Hannover. Viel krasser hätten die Gegensätze kaum sein können. Die letzten Bilder, die man von Ron-Robert Zieler vor seinem wohlverdienten WM-Urlaub gesehen hatte, waren die vom Bad in der Menge gewesen. Hunderttausende Fußballfans hatten die deutsche Nationalmannschaft am 15. Juli in Berlin nach dem Titelgewinn ausgelassen gefeiert – und mittendrin Zieler, der sich auch ohne eine einzige WM-Minute als Weltmeister fühlen darf. Gestern nun trat der 25-Jährige nach knapp drei Wochen Urlaub wieder seinen Dienst bei Hannover 96 an. Und das ohne jeglichen Trubel um seine Person. Nur mit Torwarttrainer Jörg Sievers an seiner Seite schlenderte der Keeper der „Roten“ um 11.13 Uhr aus der HDI-Arena in Richtung Trainingsplätze und absolvierte eine etwa 45-minütige Einheit.

Die stille Variante hatte der Klub ganz bewusst gewählt – und den Zeitpunkt von Zielers ersten Flugeinlagen nach der WM nicht öffentlich gemacht. Erst heute, wenn der Schlussmann um 10 Uhr erstmals mit dem Rest der Mannschaft auf der Mehrkampfanlage trainieren wird, dürfte es vorbei sein mit der Ruhe. Zumal in den Schulferien sicherlich etliche junge Fans die Gelegenheit nutzen werden, dem ersten 96-Weltmeister persönlich zu gratulieren. Das war gestern noch einigen wenigen zufällig vorbeikommenden Passanten vorbehalten. Und natürlich Cheftrainer Tayfun Korkut, der trotz des freien Tages im Anschluss an das Trainingslager in Österreich vorbeischaute und einen kurzen Plausch mit Zieler hielt.

Der gab danach auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz auch einen kleinen Einblick in seine ganz persönlichen WM-Erinnerungen. „Es waren sehr intensive Wochen mit vielen tollen Eindrücken und einem Teamgeist, den ich so noch nie erlebt habe“, erklärte der Torhüter. „Aber es ist schön, nach zweieinhalb Monaten wieder hier zu sein.“ Vorausgegangen war der Rückkehr nach Hannover ein gut zweiwöchiger Urlaub in Italien, bei dem er in einem „herrlichen Wellnesshotel“ in Gargnano am Westufer des Gardasees etwas Zeit gehabt habe, um „etwas runterzufahren und abzuschalten“.

Weltmeister Ron-Robert Zieler steigt ins Training von Hannover 96 ein.

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Doch jetzt ist Zieler wieder voller Tatendrang. „Ich bin voll motiviert“, sagte er – und das verdeutlichte er auch gleich mit einer Ankündigung: Schon morgen (15.30 Uhr) im Testspiel beim Bundesligarivalen Werder Bremen werde er in Absprache mit Korkut „auf jeden Fall zum Einsatz kommen“. Sicherlich nicht über die kompletten 90 Minuten, aber angesichts der kurzen Zeit bis zum ersten Pflichtspiel in knapp zwei Wochen im DFB-Pokal beim Regionalligisten
FC-Astoria Walldorf nutzt Zieler jede Gelegenheit, um wieder etwas Spielpraxis zu sammeln. Immerhin liegt sein letzter Einsatz – beim Testländerspiel gegen Polen am 13. Mai (0:0) – schon fast drei Monate zurück.

Nur knapp zwei Wochen Vorbereitung vor dem Saisonstart zu haben, ist für den 96-Keeper ein völlig neues Gefühl. „Aber für einen Torwart ist das nicht so schlimm wie für einen Feldspieler“, sagt Zieler. „Zumal ich ja bis vor drei Wochen auf extrem hohem Niveau trainiert habe. Es wird also kein Problem sein, zum Bundesligastart topfit aufzulaufen.“ 

Doch nicht nur auf dem Rasen, auch in der Kabine will der gebürtige Kölner künftig eine größere Rolle innerhalb der Mannschaft übernehmen. „Ich habe schon mit dem Trainer darüber gesprochen“, verriet er. „Ich soll und will mehr Verantwortung übernehmen.“ Und das unabhängig davon, ob er in den neuen Mannschaftsrat der „Roten“ gewählt werden sollte. Denn als Weltmeister kehrt der 25-Jährige auch mit einem gehörigen Stück mehr Selbstbewusstsein nach Hannover zurück. Und davon kann sein Klub in der bevorstehenden Bundesligasaison nur profitieren.

Zieler über ...

... seinen im Sommer 2015 auslaufenden Vertrag: „Hannover 96 und ich sind in Gesprächen, wir wissen, was wir aneinander haben und schätzen uns sehr. Mein Vertrag läuft noch ein Jahr, im Fußball ist das eine lange Laufzeit. Ich möchte nicht ständig Gerüchte kommentieren oder Wasserstandsmeldungen abgeben. Zurzeit gibt es zu diesem Thema noch nichts zu verkünden. Und wenn es etwas Neues gibt, werden wir das zu gegebenem Zeitpunkt verkünden.“
... seine persönliche WM-Medaille: „Die Medaille ist relativ schwer, das hat mich etwas gewundert. Ich habe bislang noch keinen besonderen Platz für sie gefunden, aber das werde ich sicherlich noch. Schließlich kann ich sie dann hoffentlich auch irgendwann mal meinen Enkeln zeigen.“
... die WM-Wohngemeinschaft im Campo Bahia und die Aufgabenverteilung darin: „Das war für uns Spieler eine ungewöhnliche und neue Erfahrung. Ich habe mit Lukas Podolski, Per Mertesacker, Jerome Boateng, Sami Khedira und Mesut Özil zusammengewohnt. Wir haben uns sehr gut verstanden und viel gelacht. Aber es war ja keine Jugendherberge, daher mussten wir auch nicht spülen und putzen. Wir hatten einen Snookertisch und haben abends oft Karten gespielt – das war sehr lustig.“ 

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