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Sorgen um die Erstligatauglichkeit von 96

Sechs Spiele ohne Sieg Sorgen um die Erstligatauglichkeit von 96

Nach der 1:3-Niederlage gegen den VfB Stuttgart wächst die Ratlosigkeit bei Hannover 96. Clubchef Martin Kind blickt nach sechs Spieltagen auf ein sportliches Trümmerfeld. „Ich habe Bauchschmerzen, und Sorgen mache ich mir auch“, sagte Kind. Und nicht nur er zweifelt die Erstligatauglichkeit an.

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Ratlosigkeit: Ron-Robert Zieler (l.) und Artur Sobiech.

Quelle: Maike Lobback (Team zur Nieden)

Hannover. Was in der Kabine einer Fußball-Bundesligamannschaft gesagt wird, bleibt normalerweise geheim. Michael Frontzeck, der Trainer von Hannover 96, öffnete nach der 1:3-Niederlage gegen den VfB Stuttgart die Tür - bildlich gesprochen. „Ich habe den Spielern gesagt, dass ich sehen will, dass sie den Kopf hochnehmen und sich der Verantwortung stellen“, sagte Frontzeck. Wegducken hilft ja auch nicht, und die Tabelle lügt nicht.

„Von möglichen 18 Punkten haben wir einen geholt und stehen auf dem letzten Tabellenplatz. Ich denke, das entspricht der derzeitigen Leistungssituation“, sagte Clubchef Martin Kind, der nach sechs Spieltagen erneut auf ein sportliches Trümmerfeld blickt. Nach zwei Spielzeiten im Abstiegskampf sollte die Mannschaft eine Saison ohne Stress und im sicheren Mittelfeld verbringen, doch das Ziel ist bereits jetzt nicht mal mehr mit einem Fernglas zu erkennen. Das neuformierte Team hinterlässt einen trostlosen Eindruck mit seiner spielerischen Armut und ist derzeit in keinem Mannschaftsteil erstligatauglich.

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Der Trainer, der als Retter im Mai einen guten Job gemacht hat, scheint überfordert zu sein, eine Spielidee zu entwickeln und hat beim hannoverschen Publikum trotz Sympathiepluspunkten so schnell wie keiner seiner Vorgänger dramatisch an Kredit verloren. Gibt es morgen beim VfL Wolfsburg eine deutliche Niederlage und tritt die Elf ähnlich auf wie am Mittwochabend, wird Frontzeck schwer zu halten sein im Amt. Wenn 96 nicht bald anfängt zu punkten, wird Kind erneut einen Trainer feuern müssen, den er eigentlich schätzt.

Frontzeck zeigte nach der schlimmen Vorstellung gegen Stuttgart „Verständnis, dass die Fans nach drei Heimniederlagen sauer sind, und da steht einer dafür, das ist der Trainer, das ist nichts Neues“. Er sprach von einer „ausgesprochen komplizierten Phase, wir durchleben eine schwierige Zeit. Das ist nicht schön.“

„So kann es nicht weitergehen“

Erneut erinnerte er an den „großen Umbruch“ nach der vergangenen Saison. Das ist korrekt beschrieben, aber bedeutet ein Umbruch wirklich automatisch, dass sich eine Mannschaft derart orientierungs- und planlos präsentieren muss? Der Umbruch wird mit jeder Woche ein schwächeres Argument, weil irgendwann einmal die Mechanismen einer funktionierenden Elf erkennbar sein müssen. Auch ein Aufsteiger wie Darmstadt 98, mit deutlich weniger Etat ausgestattet, hat ähnlich viele neue Profis verpflichtet. Aber die Darmstädter haben bereits neun Punkte eingesammelt, bei den Hannoveranern steht ein einziger Punkt - aus dem Spiel zum Auftakt in Darmstadt. „So kann es nicht weitergehen“, sagte Weltmeister Ron-Robert Zieler.

„Ich werde nicht von dem Weg abgehen, dass ich mich vor die Mannschaft stelle“, sagte Frontzeck. Das ehrt ihn, man kann es aber auch als Sturheit interpretieren, etwas zu verändern und zu hinterfragen. Frontzeck hat, zusammen mit dem nicht mehr im Dienst befindlichen Manager Dirk Dufner, das Team zusammengestellt und - als erste Schwachstellen zu erkennen waren - neues Personal dankend abgelehnt. Clubchef Martin Kind hat das akzeptiert, er kann einem Trainer die Spieler schließlich nicht aufdrängen. Doch längst geht es Kind wie den meisten Fans, die diese Mannschaft nicht für konkurrenzfähig halten.

„Ich habe Bauchschmerzen, Sorgen mache ich mir auch“

„Ich weiß auf Basis der Spiele, die wir gesehen haben, dass die Leistungsstruktur nicht ausreichend ist“, sagte Kind. Und: „Was man sicher erkennen kann, ist, dass die Argumente, die zu diesen Entscheidungen geführt haben, im Sinne der Profile und Leistungsstärke sich bisher nicht bestätigt haben.“ Das sind starke Sätze, und wenn man sie zuspitzt, dann heißt das: Frontzeck und Dufner haben sich gewaltig geirrt bei der Einschätzung der von ihnen geholten Spieler.

„Ich habe Bauchschmerzen, und Sorgen mache ich mir auch“, sagte Kind. Als er am späten Mittwochabend mit seinem Audi aus dem Stadion fahren wollte, versperrte ein Dutzend pöbelnder Fans den Weg, Kind steuerte einen anderen Ausgang an. So früh so unruhig war es in Hannover nur direkt nach dem Wiederaufstieg 2002. Längst nicht mehr leise wird in der Geschäftsstelle der Name von Mirko Slomka genannt, der als Retter für den Retter kommen könnte. Und nach allem, was man hört, einem zweiten Versuch nicht abgeneigt wäre.

(mit: gru)

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