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Schaaf und der Wettlauf mit der Zeit

Hannover 96 Schaaf und der Wettlauf mit der Zeit

Der Versuch, Hannover 96 wieder auf Kurs zu bringen, gestaltet sich schwierig. Fehlendes Selbstvertrauen, große Probleme in der Offensive, individuelle Fehler: Die Mängelliste ist lang. „Man kann nicht in drei, vier Tagen ändern, was man ein halbes Jahr erlebt hat“, sagt Trainer Thomas Schaaf.

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96-Trainer Thomas Schaaf braucht bei seinen Umbauarbeiten Zeit und Geduld.

Quelle: Nigel Treblin

Hannover. Ob er mit so viel Arbeit gerechnet hat? Seit zwölf Tagen leitet Thomas Schaaf als neuer Chefcoach von Hannover 96 das Training und versucht, in den täglichen Einheiten die Basis für die „Mission Klassenerhalt“ zu legen. Wie die Hinrunde in der Fußball-Bundesliga gezeigt hat, hakt es an vielen Ecken und Kanten, was sich auch im siebentägigen Trainingslager in Belek, aus dem die Mannschaft Donnerstagmorgen zurückkehrte, nicht geändert hat. Fehlendes Selbstvertrauen, große Probleme in der Offensive, individuelle Fehler: Die Mängelliste beim Liga-Vorletzten nach wie vor lang.

„Es braucht seine Zeit, die Geduld müssen wir haben“, sagte Schaaf nach der 0:2-Niederlage im Testspiel gegen den VfB Stuttgart. Wer in Belek jedoch genau hinschaute, konnte sehen, dass Schaaf, der sich mit großem Engagement der schwierigen Aufgabe widmet, viel investiert, Hilfestellung gibt und anschiebt, die Zeit davonläuft. Schon in acht Tagen beginnt die Rückrunde mit dem Heimspiel gegen Darmstadt 98, das als richtungsweisend gilt. „Da braucht man gar nicht herumzureden: Die drei Punkte brauchen wir unbedingt“, sagte Neuzugang Adam Szalai.

Am Donnerstag versammelte sich die Mannschaft der "Roten" zum ersten Auslaufen im Stadion nach dem Trainingslager in Belek.

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Wie wichtig ein guter Start gegen den Aufsteiger und Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt wäre, weiß auch Schaaf. Doch den Zauberstab, mit dem sich alle Wünsche ad hoc erfüllen lassen, hat auch er nicht mit nach Hannover gebracht. Was bleibt, ist immer noch die Hoffnung, dass der erfahrene Trainer es schafft, die Mannschaft irgendwie auf Kurs zu bringen - und ganz viel Arbeit. „Man wünscht sich immer mehr. Aber man kann nicht in drei, vier Tagen ändern, was man ein halbes Jahr erlebt hat, und den Hebel komplett umlegen. Wir müssen weiter dranbleiben. Wir werden die Themen weiter anpacken, versuchen, uns zu verbessern, und schauen, dass wir nächste Woche hoffentlich ein anderes Bild zeigen können“, sagte der 54-Jährige. Es sei nicht zu erwarten gewesen, dass sich die kleinen Fortschritte „von heute auf morgen gleich in großen Ergebnissen niederschlagen“.

Garantien gibt es keine. Auch nicht für Spieler wie Marcelo und Miiko Albornoz, die in der Hinrunde zum Stammpersonal der „Roten“ gehörten. „Da ist noch nichts entschieden“, sagte Schaaf, der sich durch die Neuzugänge einen intensiveren Konkurrenzkampf und dadurch mehr Leistung im Team erhofft. In allen Mannschaftsteilen gibt es Alternativen, indiskutable Auftritte wie der von Albornoz im Testspiel am Mittwoch gegen das iranische Team von Gostaresh FC dürften in Zukunft ein Bewerbungsschreiben für einen Platz auf der Tribüne sein. Von dort aus möchte Andre Hoffmann auf keinen Fall mehr zuschauen. Der Innenverteidiger zeigte in den Testspielen gute Leistungen.

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Glauben Sie, dass Hugo Almeida den "Roten" im Abstiegskampf helfen kann?

Die meisten Sorgen macht nach wie vor die Offensive, zumal Regisseur Hiroshi Kiyotake noch bis Februar fehlt und ungewiss ist, wann Uffe Bech seine Rippenentzündung auskuriert hat. Und ob Hugo Almeida, der nach Adam Szalai als nächster Neuzugang für den Angriff gehandelt wird, der Richtige ist, um die Torflaute der „Roten“ zu beenden, davon ist längst nicht jeder überzeugt. Schmerzen tut zudem der Ausfall von Leon Andreasen. Der Mittelfeldspieler war gegen Berlin mit dem linken Fuß umgeknickt, am Donnerstag gab es in Hannover eine MRT-Untersuchung, die eine schwere Knöchel-Verstauchung ergab. Neuzugang Marius Wolf muss mit einem kleinen Muskelfaserriss im linken Hüftbeuger pausieren.

Für alle Fälle - Klosterpforte  

Im Abstiegskampf wollen die 96-Verantwortlichen scheinbar nichts dem Zufall überlassen und für alle Fälle gerüstet sein. Wenn es in den vergangenen Jahren am Saisonende eng wurde, kehrten die „Roten“ regelmäßig in der Klosterpforte in Marienfeld ein, um sich dort auf die entscheidenden Spiele vorzubereiten. 96-Geschäftsführer Martin Bader bestätigte dem „kicker“, dass sich 96 in Marienfeld schon mal sicherheitshalber angekündigt hat. „Ja, wir haben schon mal optioniert. Wir müssen alle Möglichkeiten in Betracht ziehen.“ Ob er einen Frühbucherrabatt aushandeln konnte, ist indes nicht bekannt.

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