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Wie ist es, Torwart Nummer zwei zu sein?

Sahin-Radlinger im Interview Wie ist es, Torwart Nummer zwei zu sein?

Am Sonntag bestreitet Samuel Sahin Radlinger gegen den 1. FC Nürnberg sein erstes Ligaspiel für Hannover 96. Vor seinem Debüt spricht der Torwart im HAZ-Interview über Konkurrenz und dreckige Siege. 

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Hannover 96 beim Training in der Mehrkampfanlage. Im Bild Elias Huth (li.) und Samuel Sahin-Radlinger.

Quelle: Sielski

Hallo Herr Sahin-Radlinger, Sie werden im Zweitligaspiel am Sonntag beim 1. FC Nürnberg im Tor stehen - und damit Ihr erstes Ligaspiel für Hannover 96 machen. Wie kann das sein?

Ich bin jetzt fünf Jahre in Hannover. Zweimal bin ich ausgeliehen worden, einmal zu Rapid Wien und einmal zum 1. FC Nürnberg. Und dann war in Hannover Zieler immer da (Ron-Robert Zieler, jahrelang die Nummer 1 bei 96, d.Red.). Der hat ja durchgespielt und alle Rekorde geknackt.

Die Nummer zwei zu sein, ist eine undankbare Aufgabe. Man muss im Training immer alles geben, sitzt dann beim Spiel doch nur auf der Bank und kann nie zeigen, was man kann. Wie schwierig ist es, so eine Situation zu ertragen?

Das Entscheidende ist, nie aufzugeben, immer dranzubleiben und Gas zu geben. Irgendwann ist die Chance dann da - und dann muss man sie nutzen.

Nie aufgeben, das hört sich leicht an. Ist es das auch?

Es gibt auch noch andere Dinge im Leben. Ich gehöre nicht zu den Spielertypen, die sich nur mit Fußball beschäftigen.

Sondern?

Ich habe ja auch noch ein Privatleben. Und da gibt es genügend Dinge, die mich interessieren und beschäftigen. Natürlich denkt man auch in seiner Freizeit mal darüber nach, wenn es im Training nicht so gut gelaufen ist. Aber ich versuche, da eine Grenze zu ziehen zwischen meinem Privatleben und meiner Arbeit.

Gehört Geduld zu Ihren Stärken?

In Bezug auf meine Zeit bei 96 ist das wohl so.

Was haben denn Ihre Mitspieler gesagt, als feststand, dass Sie in Nürnberg den verletzten Philipp Tschauner vertreten werden?

Die meisten kennen mich ja schon etwas länger (lacht). Sie wissen, was ich draufhabe und dass, wenn ich am Sonntag meine Normalform bringe, alles gut verlaufen wird.

Wie bereiten Sie sich auf Ihre Punktspiel-Premiere vor?

Eigentlich genauso wie immer, allerdings dieses Mal doch ein kleines bisschen intensiver als sonst.

Trainer Daniel Stendel hat erst kurz vor Saisonbeginn festgelegt, wer die Nummer 1 bei 96 wird. Er hat damals von einer knappen Entscheidung gesprochen und Tschauner den Vorzug gegeben? Wie sehr hat Sie das mitgenommen?

Da war ich natürlich schwer enttäuscht. Das muss auch so sein, denn wenn ich es einfach so hingenommen hätte, was will ich dann als Nummer 1? Ich habe ein paar Tage gebraucht, um es sacken zu lassen. Dann war das aber abgehakt, und ich habe wieder versucht, alles zu geben, um die Situation zu ändern.

Jetzt haben Sie am Sonntag die Chance zu zeigen, dass sich Mannschaft und Trainer auf Sie verlassen können. Freiwillig werden Sie den Platz im 96-Tor sicherlich nicht so schnell räumen, oder?

Ich werde mein Bestes geben und es dem Trainer so schwer wie möglich machen, mich wieder rauszunehmen.

Wie wichtig ist, gerade nach der Niederlage bei Union Berlin, das Spiel in Nürnberg für 96?

Wir wollen natürlich in der Spitzengruppe bleiben und den Abstand nicht noch größer werden lassen. Gegen Union haben wir ein gutes Spiel gezeigt, es gibt wenig, was man uns vorwerfen kann. Der Knackpunkt war das erste Gegentor, das hat den Ausschlag für die Niederlage gegeben. In den Spielen zuvor machen wir das Tor und gewinnen das Spiel, in Berlin lief es leider andersherum.

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Zeit beim „Club“?

Nicht die besten. Aber ich freue mich darauf, ein paar ehemalige Mitspieler zu treffen. Und Nürnberg liegt ja sehr nah an meiner Heimat. Deshalb werden viele Freunde und die Familie im Stadion sein.

S on ntag, 15.19 Uhr, Abpfiff in Nürnberg: Was muss bis dahin passiert sein, damit Samuel Sahin-Radlinger den Platz mit einem Lächeln verlässt?

Ein dreckiges 1:0 wäre schön. Das würde mir absolut reichen.

Interview: Christian Purbs

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