Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Tschauner ist der Großchancen-Vereitler

96-Torwart Tschauner ist der Großchancen-Vereitler

Vor der Saison war unklar, wer bei Hannover 96 die neue Nummer 1 nach Ron-Robert Zieler werden würde. Für die Rückrunde ist das Thema geklärt: Philipp Tschauner startet als unumstrittene Stammkraft. In einer Statistik in der Zweiten Liga liegt der 31-Jährige vorn.

Voriger Artikel
Auch Gueye wird ausgeliehen
Nächster Artikel
Sané-Brüder nicht beim Afrikacup

Auf Philipp Tschauner war bei Hannover 96 in der Hinrunde Verlass.

Quelle: Archiv

Hannover. An seinen ersten beiden Arbeitstagen im neuen Jahr hatte Philipp Tschauner alle Hände voll zu tun. Wie das eben so ist als Fußballtorwart, der im Training auf Kollegen trifft, die mehr als zwei Wochen keinen Ball an den Füßen hatten und kein Tor schießen konnten.

Bereits beim ersten Training des Zweitligisten Hannover 96 hatte sich Trainer Daniel Stendel ein kleines Mini-Turnier mit drei Mannschaften ausgedacht, bei dem gefühlt alle 30 Sekunden ein Spieler vor Tschauner auftauchte. Vor allem mit Niclas Füllkrug entwickelte sich im Laufe der Übungseinheit ein kleines Privatduell, bei dem der Stürmer andeutete, warum ihn der Verein im Sommer geholt hatte. Vor allem aber zeigte Tschauner, wie sensationell gut er sein kann, wenn ein Spieler allein vor ihm auftaucht und er immer noch einen Fuß oder eine Hand an den Ball bringt.

Sieger im Torwartduell

Tschauner ist eine der positiven Überraschungen der Hinrunde, was seine Perspektive für den zweiten Teil der Saison verändert. Im Sommer war lange offen, ob Tschauner oder sein Konkurrent Samuel Sahin-Radlinger die neue Nummer 1 der „Roten“ werden würden nach dem Weggang von Ron-Robert Zieler. Tschauner gewann das Torwartduell, bestritt 15 der 17 Spiele und blieb dabei sechsmal ohne Gegentor. Sahin-Radlinger kam nur durch eine Verletzung des 31-Jährigen zu zwei Einsätzen. Ins neue Jahr ist Tschauner jetzt als unumstrittener Stammtorwart gestartet, der - wenn er fit bleibt - sicher davon ausgehen kann, am 30. Januar zum Rückrundenauftakt gegen den 1. FC Kaiserslautern im 96-Tor zu stehen.

Vertrag läuft im Sommer aus

Interessanterweise hat der „kicker“ Tschauner in seiner traditionellen Rangliste des deutschen Fußballs nicht in die Kategorie „Herausragend“ eingestuft. Das Fachmagazin sieht Michael Rensing von Fortuna Düsseldorf als besten Torwart der 2. Liga, gefolgt von Thorsten Kirschbaum (Nürnberg), Kevin Müller (Heidenheim) und Robert Wulnikowski (Würzburg).

Auch bei der wichtigsten Statistik-Rubrik liegen andere Torhüter vorn. Tschauner hielt 70,9 Prozent der aufs Tor geschossenen Bälle, für den Spitzenwert sorgt in dieser Hinsicht Heidenheims Müller mit 81,7 Prozent. Bei der Zahl der Glanztaten allerdings ist der 96-Schlussmann der beste: Siebenmal verhinderte er bei Großchancen des Gegners einen Treffer, was beweist: Tschauner ist ein Torhüter, der seiner Mannschaft mit Paraden auch mal einen Sieg retten kann, eine Qualität, die im Aufstiegsrennen wichtig werden dürfte.

Für Tschauner, der von sich behauptet, dass er „mentale Drucksituationen mag“, geht es zudem um Werbung in eigener Sache. Sein Vertrag läuft im Juni aus. Er würde gern bleiben. Auch nach einem möglichen Aufstieg am liebsten als Nummer 1.

Daniel Stendel

Zur Bildergalerie

Zielers schwerster Weg

Für den Vorgänger von Philipp Tschauner bei Hannover 96 lief es bislang noch nicht nach Wunsch: 
200 Spiele hatte Ron-Robert Zieler für die „Roten“ bestritten, nach dem Abstieg zog es ihn nach England in die Premier League zu Leicester City. Der Club war sensationell Meister geworden, die Erwartungshaltung dementsprechend groß, wohl wissend, dass die „Foxes“ es schwer haben würden, diesen Erfolg zu wiederholen. Es kam wie befürchtet: Meister Leicester liegt derzeit nach 20 Spieltagen nur auf dem 15. Platz.

Auch Zielers Hoffnungen erfüllten sich nicht. Der Weltmeister aus Deutschland konnte Stammtorwart Kasper Schmeichel nicht verdrängen. Der 27-Jährige kam bisher zwar zu immerhin neun Einsätzen in der Premiere League (16 Gegentore), profitierte dabei aber von Verletzungen Schmeichels.

Beim 1:0-Sieg gegen Bournemouth am 13. Dezember stand Zieler das bislang letzte Mal im Leicester-Tor. Ausgerechnet nach seinem ersten Spiel ohne Gegentor musste er wieder für den gesunden Schmeichel Platz machen, die vergangen vier Partien saß der frühere 96-Torwart nur auf der Ersatzbank. In der Champions League kam Zieler nur beim Spiel gegen den FC Brügge zum Einsatz.

Zieler hat den Berater gewechselt und ist jetzt Klient von Sports Total, dort arbeitet sein früherer Teamkollege Jan Schlaudraff. Sollte sich an seiner Situation in England nichts ändern, scheint nicht ausgeschlossen, dass Zieler zur kommenden Saison ausgeliehen wird, um Spielpraxis zu bekommen. Gerüchte, dass der Weg dann noch einmal nach Hannover führen könnte, halten sich hartnäckig.

Die Nationalmannschaft ist für Zieler ohne Stammplatz derzeit in weiter Ferne, auch wenn er trotzig sagt, dass „das Thema noch nicht abgeschlossen ist“. Zieler spielte sechsmal für Deutschland.

Von Heiko Rehberg

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Nach Belgien

Hannover 96 verkleinert weiter seinen Kader: Nach Andre Hoffmann – er geht zu Fortuna Düsseldorf – wird auch Stürmner Babacar Gueye ausgeliehen. Er wechselt bis Saisonende zum SV Zulte Waregem. Eine Kaufoption gibt es nicht.

mehr
Mehr aus Hannover 96
Bei SmartBets findest du die besten Wettquoten für Hannover 96.