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96-Trainer Stendel erhöht Druck auf sein Team

Eine Woche vor Saisonstart 96-Trainer Stendel erhöht Druck auf sein Team

Nach dem 3:3 im Testspiel gegen Erzgebirge Aue hielt 96-Trainer Daniel Stendel seiner Mannschaft eine Kabinenpredigt. Ihn plagen Defensivsorgen, die er vor dem Auftakt beim 1. FC Kaiserslautern noch abstellen will. Deshalb zeigte er seinem Team das Spiel noch einmal im Video.

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Es geht nur gemeinsam: Oliver Sorg und Sebastian Maier klatschen nach einem Tor gegen Aue ab.

Quelle: Achim Sielski

Hannover. Es ist schon ein paar Jahre her, aber die 96-Fans erinnern sich noch mit glänzenden Augen an das Offensivspektakel der „Roten“ in der Saison 2001/2002. Hannover setzte damals mit 93 Toren – 16 davon erzielte der heutige 96-Trainer Daniel Stendel – eine herausragende Marke in der 2. Fußball-Bundesliga und stieg souverän mit zehn Punkten Vorsprung als Meister in die Bundesliga auf.

Auch für die kommende Saison verspricht die 96-Offensive viele Tore und damit beste Unterhaltung. Große Sorgen bereitet eine Woche vor dem Saisonstart beim 1. FC Kaiserslautern jedoch die Defensive. In den beiden Testspielen gegen den Halleschen FC und Erzgebirge Aue präsentierte sich die Abwehr phasenweise in einem desolaten Zustand, große Löcher verursachten große Chancen für den Gegner – und große Bedenken bei den Fans, ob es mit so einer Wackelabwehr mit dem Aufstieg klappen kann. Denn selbst wenn das Stendel-Team an die 90 oder mehr Tore erzielen würde, mit 70 Gegentoren ist noch kein Club in die Bundesliga aufgestiegen.

Darüber ist sich auch Stendel im Klaren. Dass dem 96-Trainer überhaupt nicht gefällt, was er in der 1. Halbzeit und kurz nach dem Seitenwechsel gegen Aue von seinem Team gesehen hatte, machte der 42-Jährige seinen Profis gestern vor dem Training deutlich. Statt wie geplant um 10 Uhr, begann die Einheit mit 75 Minuten Verspätung. Es gab einiges zu bereden. „Wir mussten über gestern sprechen. Schließlich wollen wir ja nächste Woche gewinnen“, sagte Stendel nach der Kabinenpredigt.

Damit der Auftakt am kommenden Freitagabend nicht in die Hose geht, muss sich in der Defensive einiges ändern. In der Abwehr leisteten sich die beiden Außenverteidiger Oliver Sorg und Miiko Albornoz mehrere gravierende Stellungsfehler, und in der Innenverteidigung waren Waldemar Anton und Timo Hübers oftmals überfordert. Der für Sonntag zurückerwartete Felipe und Andre Hoffmann, der sich nach einer Knochenhautentzündung am Schienbeinkopf langsam wieder ins Team zurück arbeitet, scheinen zumindest in den nächsten Wochen keine Alternativen zu sein. Bleibt die Hoffnung auf Salif Sané, der zum Saisonstart wieder fit sein müsste.

Stendel legte bei seiner Kritik nach dem Abpfiff jedoch Wert darauf, dass er die Probleme nicht den Defensivspielern alleine ankreidete. „Alle müssen als Mannschaft deutlich besser verteidigen. In der zweiten Halbzeit haben wir das – bis auf die ersten zehn Minuten – besser hingekriegt. Da waren die Abstände nicht mehr so groß“, sagte der 96-Coach.

Seine Mannschaft habe gegen Aue „super losgelegt, es dann aber nicht mehr geschafft, den Gegner frühzeitig unter Druck zu setzen. Die Verteidigung fängt vorne an, da müssen alle eine Schippe drauflegen.“ Probleme bekommen die „Roten“ immer dann, wenn dem Gegner genügend Zeit bleibt, um die eigenen Stürmer mit langen Bällen in die Schnittstellen in Szene zu setzen. „Wenn wir so hoch stehen und so viele Spieler in der Hälfte des Gegners haben, dann müssen wir den Gegner deutlich mehr unter Druck setzen“, sagte Stendel. Nicht gefallen haben dürfte ihm auch das Zweikampfverhalten seiner Spieler wie etwa beim Gegentor zum 1:3. Da spazierten gleich mehr Spieler des Ligakonkurrenten durch den 96-Sechzehner, ohne dabei gestört zu werden.

Auch darüber wird Stendel mit seinen Spielern gesprochen haben. Hoffentlich haben sie auch zugehört.     

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Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

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