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Warum Schaaf weiter an den Klassenerhalt glaubt

Hoffnung bei Hannover 96 Warum Schaaf weiter an den Klassenerhalt glaubt

Auch wenn es so scheint, als sei Hannover 96 bereits abgestiegen, Trainer Thomas Schaaf gibt noch lange nicht auf. Er beschwört weiter den Glauben an den Klassenerhalt.

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Akribisch wie immer: 96-Trainer Thomas Schaaf (links) unterbrach das Training am Dienstag gewohnt häufig.

Quelle: Florian Petrow

Hannover. Abgeschlagen. Abgeschrieben. Mit den „Roten“ rechnet keiner mehr. Selbst die Treuesten der Treuen, die auch bei Dauerregen oder bei eisigen Temperaturen das Training von Hannover 96 interessiert verfolgen, haben die letzte Hoffnung aufgegeben. Für die ständigen Nörgler darunter ist 96 schon seit Wochen abgestiegen, für die optimistischeren Trainingsgäste spätestens seit dem blamablen Auftritt beim 1:4 in Bremen. Einhellige Meinung: Das Team soll sich jetzt wenigstens halbwegs anständig aus der Liga verabschieden.

Einem gehen diese Abgesänge auf die Mannschaft gehörig gegen den Strich: Thomas Schaaf wird nicht müde zu betonen, dass er immer noch ernsthaft an die Chance auf den Klassenerhalt glaubt. Dass er gefühlt der Einzige ist, stört ihn nicht. Selbst der Kapitän hat große Zweifel. „Wir brauchen schon ein kleines Wunder“, sagt Verteidiger Christian Schulz.

Auf der Mehrkampfanlage haben die Profis von Hannover 96 am Dienstag trainiert.

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Schaaf hat seine eigene Sicht der Dinge, arbeitet weiter akribisch an seiner Aufgabe, die er in der Winterpause übernommen hat und die ihm nicht gelingen will. Die Statistik - acht Spiele, sieben Niederlagen - ist ernüchternd wie erdrückend. Die oftmals schlimmen Leistungen seiner Mannschaft in der Bundesliga tun ihr Übriges. „Ich schäme mich für 96“, sagte 96-Legende Hans Siemensmeyer in der „Bild“-Zeitung - diese Meinung wird von vielen Fans der „Roten“ geteilt, wenn man sich die Leserbriefe an die Zeitungsredaktionen anschaut.

Schaaf wischt das weg. Er griff auch im Training am Dienstag oft ein bei den Spielformen, erklärte, schimpfte, winkte verärgert ab, lobte, spornte an. Gestern waren fast ausschließlich die Verlierer von Bremen auf dem Trainingsplatz, der Rest des Kaders hatte am Montag gegen den HSC Hannover gespielt und radelte. Schaaf war trotz des kleineren Aufgebots hundertprozentig bei der Sache.

Der 54-Jährige widmet seine ganze Konzentration dem Team und duldet dabei keine Ablenkungen. Dass er zur gestrigen Einheit erstmals mit dem Fahrrad zur Mehrkampfanlage gekommen war, ist eigentlich eine nette Randnotiz - und auch ein schönes Motiv für die Fotografen. Schaaf wollte dieses Bild partout nicht. Nicht, weil aufgrund der Lage sein Nervenkostüm dünner geworden ist, sondern weil es ihm einzig um die Mannschaft geht. Sie soll im Mittelpunkt stehen. Besonders in der jetzigen Situation.

Verdient hat sich sein Team diese Aufmerksamkeit beileibe nicht. Man wünscht sich, dass die Spieler auch nur annähernd Schaafs Entschlossenheit, Engagement und Enthusiasmus hätten, dann wären sie nicht die Deppen der Liga, für deren jüngste Auftritte es bundesweit nur Hohn und Spott gegeben hat. Noch einmal Siemensmeyer dazu: „80 Prozent unserer Spieler haben nur Drittliganiveau.“

Das ist natürlich drastisch formuliert, aber dass sie Erstligaformat haben, ist in dieser Saison selten ersichtlich geworden. „Ein Sieg gegen Köln, und die Welt sieht schon wieder anders aus“, sagte Schaaf. Anders vielleicht, aber nicht wirklich besser für 96. Dazu ist die Gesamtlage zu aussichtslos.

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Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

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