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18 Jahre jung und ganz schön trickreich

Allan Saint-Maximin 18 Jahre jung und ganz schön trickreich

Jiri Stajner, Jan Simak, Milos Djelmas – die Fans von Hannover 96 haben dieses Künstler am Ball geliebt. Kann Allan Saint-Maximin in diese Fußstapfen treten? Die Fans sehen den 18-Jährigen gerne spielen. Und hoffen, dass er gegen Borussia Dortmund wieder eine Chance erhält.

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„Im Spiel nach vorn hat er ein paar Sachen drauf, die du nicht unbedingt lernen kannst“: 96-Trainer Michael Frontzeck hält viel vom Ballkünstler und Saltospezialisten Allan Saint-Maximin.

Quelle: Nigel Treblin

Hannover. Es lief die 18. Minute im Testspiel von Hannover 96 beim Landesligisten Rotenburger SV, als Allan Saint-Maximin Anlauf nahm. Ein paar schnelle Schritte, die Hände auf den Boden - und schon wirbelte der 96-Profi durch die Luft. Sekunden zuvor hatte der Franzose das 2:0 erzielt, mit dem Salto feierte er spektakulär seine Torpremiere im Trikot der „Roten“. „Da tat mir allein vom Zusehen der Rücken weh“, sagt 96-Trainer Michael Frontzeck. Sollten in den nächsten Wochen und Monaten weitere Rückenschmerzen beim 51-Jährigen hinzukommen, gerne auch nach Bundesligaspielen, Frontzeck würde sich sicher nicht beklagen. Doch noch scheint der trickreiche 18-Jährige nicht so weit zu sein, um auch in der Bundesliga für Furore sorgen zu können.

Es ist schon ein paar Jahre her, dass ein Spieler von Hannover 96 einen Treffer mit einem Salto feierte. Es war Stürmer Mame Diouf, der im Februar 2012 beim 4:2-Sieg gegen Stuttgart nach seinem ersten Tor für 96 vor Freude in die Luft ging und auch später noch so manchen Treffer auf diese Art feierte. Ein Vergleich von Saint-Maximin mit Diouf wäre völliger Quatsch, und doch gibt es etwas, was die beiden gemeinsam haben.

So wie Diouf damals, ist Saint-Maximin heute für viele 96-Fans ein Hoffnungsträger, ein Spieler, den die Zuschauer mögen, weil in seinem Spiel immer auch eine große Portion Überraschendes steckt. Eine geniale Idee, ein kluger Pass, ein spektakulärer Trick: Der Franzose hat alles im Angebot. „Im Spiel nach vorn hat er ein paar Sachen drauf, die du nicht unbedingt lernen kannst“, sagt Frontzeck.

Doch das ist nur die eine Seite des großen Talents. Es hat Gründe, warum Saint-Maximin in den ersten vier Pflichtspielen nur dreimal eingewechselt wurde und wohl auch im morgigen Heimspiel gegen Borussia Dortmund erst einmal auf der Ersatzbank sitzen wird. „Da der Fußball in der Bundesliga so schnell geworden ist und jeder Fehler bestraft wird, ist das Spiel nach hinten relativ bedeutsam, auch für die Offensivspieler. Daran arbeiten wir mit ihm“, sagt Frontzeck über den französischen Junioren-Nationalspieler, den 96 vom AS Monaco ausgeliehen hat. Die Defensivarbeit ist jedoch nicht das Einzige, was der 18-Jährige noch lernen und verbessern muss. Bei seinen bisherigen Auftritten, die mehr Soloprogramm als Teamsport waren, war sein großes Potenzial zu erkennen, in vielen Szenen fehlte jedoch die Effektivität.

„Vorbeikommen und eine Aktion haben, oder vorbeikommen, noch mal vorbeikommen, hängen bleiben und Feierabend: Darum geht es doch. Wenn er den dreifachen Übersteiger macht, sieht das gut aus. Mir wäre es jedoch lieber, wenn er den Ball dann nicht verliert, sondern am Gegenspieler vorbeikommt“, sagt Frontzeck.

Dass die Mannschaft von Saint-Maximins Fähigkeiten noch profitieren wird, davon ist Frontzeck überzeugt. Doch genau wie für die gesamte Mannschaft gilt auch und gerade für den begabten Nachwuchsspieler: Er braucht Zeit, um sich zu entwickeln. „Wenn er stabiler wird und sich weiter entwickelt, dann wird er uns auch helfen“, sagt der 96-Coach: „Er hat alle Voraussetzungen für eine gute Karriere. Das Entscheidende für seine Zukunft wird sein, ob er gesund bleibt und seine Effektivität verbessert.“

An Geschmeidigkeit und Körperbeherrschung mangelt es Saint-Maximin jedenfalls nicht, das hat er bei seinem Salto in Rotenburg bewiesen. Ein Schuss, ein Tor, ein Salto: Es wäre mal wieder Zeit für etwas Spektakel in Hannover. Warum nicht nach einer Einwechslung morgen gegen Dortmund?

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