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Hannover 96 besiegt Greuther Fürth mit 3:1

Zweiter Sieg in der zweiten Liga Hannover 96 besiegt Greuther Fürth mit 3:1

Beim ersten Heimspiel der neuen Saison schickt die Mannschaft von Hannover 96 ihre Fans auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Nach spannenden 90 Minuten gewinnt der Tabellenerste der 2. Fußball-Bundesliga mit 3:1 gegen den Gegner Greuther Fürth.

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Felix Klaus (rechts) stürzt sich in den Zweikampf mit Marco Caligiuri.

Quelle: Team zur Nieden

Hannover. Eine halbe Stunde nach dem Ende der Pressekonferenz saß Greuther Fürths Trainer Stefan Ruthenbeck am Sonntag immer noch auf dem Podium und machte keine Anstalten, aufzubrechen. Ruthenbeck hatte seinem Kollegen Daniel Stendel zum 3:1-Sieg von Hannover 96 und zur Verteidigung der Tabellenspitze in der 2. Fußball-Bundesliga gratuliert, aber man spürte, dass er noch keine Lust auf Gespräche mit seinen Spielern hatte.

Also plauderte er noch mit den drei Fürther Journalisten, die nebenbei fleißig an ihren Laptops arbeiteten, und verabschiedete sich dann irgendwann mit einem freundlichen Gruß. Kurz, bevor er die Tür Richtung Kabinentrakt öffnete, schrie Ruthenbeck ein lautes „Sch...“ in den Raum und ging. An der Reaktion des Fürther Trainers lässt sich viel über die Vorstellung von 96 ablesen. Die Franken verließen Hannover mit dem Gefühl, dass sie die Chance verpasst hatten, dem großen Favoriten seine Heimpremiere zu verderben.

Die Einzelkritik zur Partie zwischen Hannover 96 und Greuther Fürth.

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Auch Ruthenbeck wollte nicht abstreiten, dass der Sieg der „Roten“ am Ende verdient war, „wenn auch ein Tor zu hoch“. Aber bei Hannovers 13.30-Uhr-Premiere an einem Sonntag gab es in der zweiten Halbzeit bis zur 70. Minute eine Phase, in der die 96-Mannschaft völlig den Faden verloren hatte. „Wir haben die Fürther regelrecht zu Torchancen eingeladen“, sagte später Stürmer Martin Harnik. „Wir müssen mit 2:1 oder sogar 3:1 in Führung gehen“, sagte Ruthenbeck.

Hannovers Fußballfans ziehen immer noch gern Vergleiche zur 1. Liga, nach 14 Jahren im Oberhaus ist das verständlich. Am Sonntag waren die meisten der 38.400 Besucher überzeugt, dass eine Partie wie gegen Fürth in der 1. Liga garantiert verloren gegangen wäre. Schon allein deshalb, weil die Stürmer dort Nachlässigkeiten viel gnadenloser bestrafen. Nach einem Stellungsfehler von Oliver Sorg schob Fürths Sebastian Freis den Ball freistehend weit am Tor vorbei (60. Minute). Neun Minuten später hatten die Gäste nach einem Fehler von Salif Sané ihren Mittelfeldmann Robert Zulj so geschickt freigespielt, dass sich die 96-Fans bereits vor dessen Schuss mit dem 1:1 abgefunden hatten.

Doch Zulj schoss derart unplatziert, dass sich 96-Torwart Philipp Tschauner noch in den Weg werfen konnte. Es war die Schlüsselszene der Partie, der Moment, in dem das Spiel nach der hannoverschen 1:0-Führung von Iver Fossum (23.) hätte kippen können. Fünf Minuten später sorgte Sebastian Maier für das 2:0, fünf Minuten vor dem Ende erhöhte Harnik auf 3:0. Fürth traf erst durch Veton Berisha, der in der 49. Minute an den Pfosten geschossen hatte, als es schon zu spät war (90.).

96 gewinnt 3:1 gegen Greuther Fürth.

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Es war ein merkwürdiges Zweitligaspiel, auch für das Publikum. Nach dem 1:0 für 96 kamen von den Rängen „Spitzenreiter, Spitzenreiter“-Rufe inklusive Europapokal-Song. Nach einer Stunde gab es vereinzelte Pfiffe, am Ende wieder viel Applaus, weil der Saisonstart sich sehen lassen kann: sechs Punkte, 7:1-Tore. Wer will da schon zu sehr mäkeln? „Fußball ist Ergebnissport“, sagte 96-Trainer Stendel, „das Andere bespreche ich in Ruhe mit der Mannschaft.“ Stendel wurde im Grunde zweimal überrascht. Einmal in der ersten Hälfte von den Fürthern, die mutlos versuchten, sich hinten einzuigeln. „Wir mussten gefühlt wenig investieren, um alles im Griff zu haben“, sagte Stendel.

Nach der Pause machte dann die eigene Mannschaft Stendel nachdenklich. „Wir haben verdammt lange gebraucht, um wieder in die Spur zu kommen. Solche Phasen sollten wir vermeiden oder zumindest minimieren.“ Bis kommenden Montag hat 96 Zeit, weiter Feinschliff zu betreiben, dann steht die Pokalaufgabe beim Viertligisten Kickers Offenbach an (22. August), vier Tage später das zweite Auswärtsspiel beim VfL Bochum. Bisher konnte sich 96 darauf verlassen, dass am Ende die Offensivqualität des Teams ein Spiel entscheidet. Irgendwann könnte das mal nicht reichen. Bislang ist diese Gefahr zum Glück sehr gering.

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27. November 2016 - Christian Purbs in Allgemein

Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

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