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Hannover 96 besteht den Hitzetest

Testspiel Hannover 96 besteht den Hitzetest

Zukunftsmusik für die „Roten“: Vor dem Testspiel des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 gegen Meister Sturm Graz wurden die Spieler beim Auflaufen mit der Bombastmusik der Champions League auf den Rasen begleitet.

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Sitzfußball: Jan Schlaudraff (96, rechts ) behält auch am Boden die Übersicht. Der 27-Jährige bereitete das zwischenzeitliche 2:2 durch Moritz Stoppelkamp gegen Sturm Graz vor.

Quelle: Ulrich zur Nieden

Bad Radkersburg. Der österreichische Meister wollte sich wohl schon mal auf die für ihn in diese Woche anstehende Qualifikationsrunde zur Fußball-„Königsklasse“ einstimmen.

96 versucht es erst mal eine Nummer kleiner, in der Qualifikation zur Europa League. Aber sportlich war das am Sonnabend schon ein Test zweier gleichwertiger Teams im Grazer Vorort Gleisdorf.

Die vom früheren deutschen Nationalspieler Franco Foda trainierten Gastgeber waren zwar ein wenig spritziger, fitter, physisch präsenter, aber der Bundesligavierte hielt nicht nur konditionell gut mit, sondern kam dank seiner Effizienz bei der Chancenauswertung zum verdienten 3:3. „Graz war gut vorbereitet und ein harter Gegner. Aber das wollten wir ja auch“, analysierte 96-Trainer Mirko Slomka am Sonntag. Die „Roten“ waren am Morgen erst von Hannover nach Graz geflogen und nach kurzer Mittagsruhe zum Spiel gekommen. „Für den direkten Anreisetag und gefühlte 35 Grad war das ein flottes und intensives Spiel von beiden Mannschaften“, lobte der Coach.

Zweimal waren die Grazer in Führung gegangen. Der frühere Bundesligaspieler Imre Szabics (20. Minute) und Haris Bukva (50.) trafen für die Grazer. Dabei machten es ihnen unübersehbare Wackler in der 96-Abwehr allerdings auch recht einfach. Erdal Akdari als Linksverteidiger (Christian Schulz und Christan Pander mussten angeschlagen passen) war dem früheren österreichischen Nationalspieler Andreas Hölzl meist unterlegen. Auch die später eingesetzten Talente Christopher Avevor und Jannis Pläschke zeigten Schwächen. Slomka wollte dafür aber keine Schelte verteilen, sondern zog gut gelaunt eine recht positive Bilanz. „Wir haben ganz gut mitgehalten, sind zweimal zurückgekommen und hätten das Spiel sogar noch gewinnen können. Aber das Ergebnis ist bei einem Test für den Trainer ohnehin nicht so entscheidend.“

Hannover 96 hat die Bewährungsprobe beim österreichischen Meister Sturm Graz mit einem 3:3 bestanden: Die „Roten“ bewiesen am Samstag im Testspiel bei hochsommerlichen Temperaturen von mehr als 30 Grad gute Moral und holten zweimal einen Rückstand auf.

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Gefallen hat ihm dafür das eine oder andere Detail. Mittelfeld-Verstärkung Henning Hauger präsentierte sich „lauffreudig und aggressiv“. Sofian Chaheds Tor zum 1:1 (32.), ein 30-Meter-Volleyknaller nach Zuspiel von Konstantin Rausch, war für Slomka ein „mögliches Tor des Monats, wenn die nicht irgendwas von der Frauen-WM nehmen“. Nicht zuletzt freute sich der Trainer auch für den bisherigen Testspiel-Torschützenkönig Moritz Stoppelkamp, der nur eine Minute nach der zweiten Grazer Führung den besten 96-Angriff mit dem erneuten Ausgleich abschloss. „Da waren offensiv gute Ansätze. Ich finde es gut, dass Stoppelkamp jetzt auch in einem wichtigen Spiel sein Tor gemacht hat. Er hat sich das Selbstvertrauen erarbeitet.“ Auch Stindl erhielt ein ausdrückliches Slomka-Lob: „Gutes Spiel.“

In der Schlussphase der Partie – die Österreicher hatten da schon viele Ersatzspieler eingewechselt – war 96 drauf und dran, die Partie zu entscheiden. Deniz Ayciceks 3:2-Führung (81.) wurde allerdings durch einen weiteren Abwehrfehler hergeschenkt, den erneut Bukva nutzte, um mit seinem Treffer zum 3:3 (88.) den Endstand herzustellen. Ärgerlich – aber nicht so schädlich für die Stimmung wie die Ergebnisse von Testspielen des Wintertrainingslagers und der Saisonvorbereitung im vergangenen Jahr. Vom Schwung der vergangenen Supersaison ist noch einiges da, findet auch Slomka: „Wir haben nicht so viel verloren.“ Der Trainer bezog das zwar vor allem auf die Kondition. Aber es scheint auch darüber hinaus zu gelten.

Hannover 96: Zieler (46. Miller) – Haggui (46. Eggimann), Pogatetz, Akdari (46. Aycicek) – Stindl (71. Pläschke), Hauger (46. Schmiedebach), Pinto (46. Lala), Rausch (60. Avevor) – Stoppelkamp, Abdellaoue (46. Schlaudraff).

Der Kapitän ist zurück bei den „Jungs“

Die Fußballpause war kurz – aber Steve Cherundolo ist trotzdem froh, wieder bei „den Jungs“, der Mannschaft von Hannover 96, zu sein: Seit Sonntagnachmittag ist auch der Mannschaftskapitän in Bad Radkersburg. Aber bis er mit ihnen auf dem Platz steht, wird es noch dauern. Er hat sich im Halbfinale des Gold Cups eine Verletzung der rechten Schulter und im Finale einen Bänderriss im linken Sprunggelenk zugezogen. Sein Team USA verlor danach gegen Mexiko und verpasste die Qualifikation für das nächste Konföderationen-Turnier. Das scheint mehr zu schmerzen als die Verletzungen: „Ich kann normal laufen, da tut nichts weh.“ Doch bis er die Belastung von Training und Spielen wieder aushält, wird es dauern. Schafft es Cherundolo bis zum Saisonstart im DFB-Pokal oder der Liga? „Das kann ich noch nicht sagen. Aber unmöglich ist es nicht.“

Für die Spieler von Hannover 96 hat am Sonntag in Bad Radkersburg das Training begonnen. Die „Roten“ haben beste Aussichten, in der kommenden Saison ihren Platz auf der Sonnenseite der Liga zu behaupten.

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Bad Radkersburg macht es ihm auf jeden Fall leicht, sich zu akklimatisieren. Mehr als 30 Grad – vergleichbare Temperaturen wie in San Diego in Kalifornien, wo Cherundolo die vergangenen zehn Tage mit seiner Frau bei Familie und Freunden verbracht hat: „Abschalten, nicht an Fußball denken, das habe ich versucht.“

Selbst wenn er sportlich nicht gleich Akzente setzen kann, wird Cherundolo trotzdem schon bald bei 96 wieder im Fokus stehen. Mannschaftsrat und Kapitän werden neu bestimmt. In dem Fünferklub, der etwa mit dem Management über Pokalprämien und dergleichen verhandelt, sind durchaus Veränderungen denkbar. Dass der bisherige Kapitän Cherundolo auch der neue Kapitän sein wird, ist indessen sehr wahrscheinlich. „Ich hätte nichts dagegen. Da müssen wir aber auch die anderen fragen, und der Trainer muss zustimmen. Mal sehen ...“

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