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Warme Duschen? Nicht in der 2.Liga!

"Der Platzwart": Die HAZ-Glosse Warme Duschen? Nicht in der 2.Liga!

Hannover feiert die Rückkehr in die 2. Liga - nach fast anderthalb Jahrzehnten. Wie funktioniert das denn da in der anderen Liga jetzt eigentlich? Der HAZ-Platzwart hat sich bei alten Zweitliga-Experten schlau gemacht - und schaut schon einmal ironisch auf das, was da kommen könnte.

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Hannover 96 bereitet sich auf die 2. Bundesliga vor.

Quelle: dpa
  1. Ziele: Hannover will so schnell wie möglich wieder raus aus der 2. Liga. Das wollen alle. Viele schaffen es auch. Nur nicht alle in die richtige Richtung. Wer erinnert sich nicht an Wormatia Worms, Röchling Völklingen, Fortuna Köln, Alemannia Aachen und Wattenscheid 09?
  2. Fernsehgeld: Wenn in der 2. Liga von Fernsehgeld die Rede ist, sind für gewöhnlich ausstehende Rundfunkbeiträge gemeint. Der Anteil aus der zentralen Rechtevermarktung ist übersichtlich und wird Zweitligisten am DFL-Kassenhäuschen in Hartgeld ausgezahlt. Seit Postkutschenraub in Deutschland gesetzlich verboten ist, ist eine solide Finanzplanung in der Hungerliga kaum möglich, es sei denn, man hat einen reichen Onkel in Österreich oder in Großburgwedel.
  3. Sponsoring: Von den Sponsoren ist wenig zu erwarten, die 2. Liga gilt als die Spielklasse der Naturalien. Beim SC Paderborn hatten sie alle ständig superneue Bremsscheiben von kfzteile24, das Ergebnis ist seit Sonntag bekannt.
  4. Fan-Fashion: Statt wie in der 1. Liga die allwettertaugliche Jack-Wolfskin-Jacke bestimmt in Zweitligaarenen Jeansstoff in Vintage-Optik mit RWO-, RWE- oder AOK-Aufnähern den Kleidungsstil. Außerhalb der VIP-Logen ist die Bekleidung allerdings durchgängig legerer.
  5. Kabinenkomfort: Warme Duschen sind in der 2. Liga die Ausnahme, da steuert der kundige Busfahrer besser gleich den nächsten Rasthof an. Der Autohof Ramstein bei Kaiserslautern zum Beispiel verfügt über sechs tipptopp gepflegte Duschen sowie Fax- und Kopiermöglichkeit, falls man als ehemaliger Erstligaspieler seinem Berater dringend was mitteilen möchte.
  6. Platz: Das Spielfeld entspricht gängigen Normen, zwei Tore mit Netzen und Löschkalkmarkierungen, mit etwas Glück bedeckt Gras den Platz, bei Spitzenvereinen ist das Gras grün und so gepflegt, dass man den Ball sehen kann. Auf Erstliga-Schnickschnack wie Platzwässern wird in der ehrlichen Liga mit Rücksicht auf die Landwirtschaft, wo Wasser dringender benötigt wird, verzichtet.
  7. Schiedsrichter: Auf Unterstützung durch die Schiedsrichter braucht man in der 2. Liga bei Auswärtsspielen nicht zu hoffen. Die Unparteiischen kommen in der Regel aus der Umgebung des Spielortes und sind mit einem Großteil des Heimpublikums verwandt. Selbst gröbere Verstöße der gastgebenden Mannschaft werden aus menschlich nachvollziehbaren Gründen eher selten geahndet. Feinheiten des Regelwerks wie Abseits oder Foulspiel interpretieren Zweitligaschiris mehrheitlich als Behinderung des Spielflusses, man lässt gern laufen.  

Falls die Angaben in Einzelfällen von realen Begebenheiten abweichen sollten – egal. Es sollten für Hannover 96 Gründe genug sein, die Liga sofort wieder zu verlassen. Wenn es geht, in die richtige Richtung.

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