Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
„Keine Lust, mich für etwas zu entschuldigen“

96-Sieg durch Handspiel „Keine Lust, mich für etwas zu entschuldigen“

Nach dem 1:0-Sieg von Hannover 96 in Köln dreht sich alles um eine Szene: den irregulären Treffer von Leon Andreasen. 96-Trainer Michael Frontzeck sagte nach dem glücklichen Sieg durch ein Handball-Tor: „Ich habe keine Lust, mich für etwas zu entschuldigen.“

Voriger Artikel
Sieg mit Hand und Fuß: 96 schlägt Köln mit 1:0
Nächster Artikel
Zieler hält gegen Köln weltmeisterlich

96-Trainer Michael Frontzeck.

Quelle: Patrik Stollarz

Hannover. Was für eine skurrile Situation. Die Mannschaft von Hannover 96 hatte gerade durch den 1:0-Erfolg beim 1. FC Köln den ersten Auswärtssieg der Saison perfekt gemacht, doch zum Feiern hatten Spieler und Trainer erst einmal keine Gelegenheit. Kaum vom Platz, mussten sie sich rechtfertigen für etwas, was sie nicht zu verantworten hatten. Für ein Tor, das nicht hätte zählen dürfen, weil Schiedsrichter Bastian Dankert eine Fehlentscheidung unterlaufen war. Doch weil der Referee unter den Pfiffen der FC-Fans schnell in die Kabine verschwand, landete 96 auf der Anklagebank.

Der Aufreger des Spiels passierte nach einem Eckball von Hiroshi Kiyotake. Der Japaner brachte den Ball in die Mitte, wo ihn Christian Schulz verlängerte. Von links kam Leon Andreasen angerauscht und drückte den Ball aus kurzer Distanz zum 1:0 für 96 über die Linie. Mit dem rechten Arm. Ganz klar. Dankert zögerte kurz, entschied dann jedoch auf Tor für die „Roten“, was wiederum die Kölner Spieler auf den Plan rief.

Hannover 96 gegen Köln: Die Spieler der Roten in der Einzelkritik.

Zur Bildergalerie

„Das ist schon ein komisches Gefühl, weil sich alle über das Tor aufregen“, sagte Andreasen kurz nach Spielende. „Ich mache eine Bewegung in Richtung Ball, dann geht alles sehr schnell“, beginnt der Däne, die Szene zu beschreiben. Dann muss er kurz unterbrechen, weil Kölns Trainer Peter Stöger ihn zur Seite nimmt und kurz mit ihm spricht. Danach erzählt Andreasen noch, „dass schon so viel Mist gegen uns gelaufen ist“, bevor er erneut unterbrochen wird. Dieses Mal will ein Kölner Journalist wissen, warum er nicht zum Schiedsrichter gegangen sei und zugegeben habe, dass er den Treffer mit der Hand erzielt habe. „Kein Kommentar“, sagt Andreasen und geht in die Kabine.

Es sind nicht die nach Bundesligaspielen sonst üblichen Statements, die es in der Pressekonferenz zu hören gibt. Dieses Mal geht es auch um Betrug und Fair Play. „Leon ist ein hundertprozentiger Sportsmann. Dem Jungen vorzuwerfen, er habe betrogen, das geht nicht. Ich weigere mich, ihm einen Vorwurf zu machen. Ich habe die Szene immer noch nicht gesehen und auch keine Lust, mich für irgendetwas zu entschuldigen“, sagte 96-Trainer Michael Frontzeck auf die Frage, ob Andreasen sein absichtliches Handspiel nicht im Sinne des Fair Play dem Schiedsrichter hätte sagen sollen.

Hannover 96 hat den ersten Auswärtssieg dieser Saison eingefahren: die "Roten" schlagen den 1. FC Köln mit 1:0. Doch der Sieg hat einen bitteren Beigeschmack: Andreasen hatte das Tor mit der Hand erzielt. 

Zur Bildergalerie

„Es ist, wie es ist. Unglückliche Entscheidungen gehören zum Fußball dazu, sie sind Teil des Spiels“, gab sich Peter Stöger nach der ersten Aufregung diplomatisch. „Der Schiedsrichter hat einen Fehler gemacht, aber ich finde nicht, dass es die Aufgabe von Andreasen ist, zu ihm zu gehen.“ Aufgebrachter reagierte Kölns Sportdirektor Jörg Schmadtke: „Ich habe es so gesehen wie die meisten im Stadion. Im Handball nennt man das Kempa-Trick. Wir haben mittlerweile vier Leute im Stadion rumturnen, die es noch nicht mal für nötig gehalten haben, den Spieler zu fragen. Was mich aber wundert, ist, dass der Schiedsrichter keinen Impuls hatte, den Torschützen zu fragen, wenn so viele Spieler auf ihn zustürmen. Dass das nicht passiert, halte ich für fahrlässig“, sagte der ehemalige 96-Manager.

Unstrittig war, dass die Kölner zwar die bessere Elf waren, ihre Chancen jedoch leichtfertig vergaben. Oder am überragenden 96-Torwart Ron-Robert Zieler scheiterten, der großen Anteil daran hatte, dass die „Roten“ mit einem sehr glücklichen Sieg einen großen Schritt aus dem Keller der Liga machten.

Was meinen Sie?

Fair-Play-Debatte nach 96-Sieg in Köln: Hätte Torschütze Andreasen den Schiedsrichter auf sein Handspiel hinweisen müssen?

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Auswärtsspiel

Hannover 96 hat den ersten Auswärtssieg dieser Saison eingefahren: die "Roten" schlagen den 1. FC Köln mit 1:0. Doch der Sieg hat einen bitteren Beigeschmack: Andreasen hatte das Tor mit der Hand erzielt.

mehr
Mehr aus Hannover 96
Einzelkritik: 96 gegen Heidenheim

Hannover 96 gegen 1. FC Heidenheim: So waren die Spieler der "Roten" in Form.

Anzeige
Die HAZ-Sportexperten schreiben gemeinsam den RotenBlog
27. November 2016 - Christian Purbs in Allgemein

Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

mehr