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96 bietet Spektakel mit Gefühlsachterbahn

3:1 gegen Würzburg 96 bietet Spektakel mit Gefühlsachterbahn

Was für eine dramatische Schlussphase: Erst hält 96-Keeper Samuel Sahin-Radlinger beim Stand von 2:1 in der 91. Minute einen Würzburger Elfmeter, dann trifft Martin Harnik in der 95. Minute zum 3:1-Endstand – die "Roten" haben einen Arbeitssieg gegen die Würzburger Kickers erzielt.

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Die Torschützen: Felix Klaus und Martin Harnik trafen gegen die Würzburger Kickers.

Quelle: Petrow/Archiv

Hannover. Das muss man erst einmal hinkriegen. In wenigen Minuten schaffte es Hannover 96 gestern im Fußball-Zweitligaspiel gegen die Würzburger Kickers, ein nach 45 trostlosen Minuten grummelig gestimmtes Publikum mit einem Glücksgefühl auf den Heimweg zu schicken.

Am 11. Spieltag der Zweiten Liga hat Hannover 96 in einer umkämpften Partie die Würzburger Kickers mit 3:1 geschlagen.

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An einem für 96 fast perfekt gelaufenen Spieltag war gegen Würzburg beim 3:1-Erfolg lange Zeit nichts zusammen gelaufen. Aber in die fünfminütige Nachspielzeit packten die Hannoveraner alles, was Fußball zum großen Spektakel macht. Inklusive Gefühlsachterbahn.

Mit mehr Entschlossenheit im zweiten Durchgang hatten die „Roten“ den Rückstand aus der 24. Minute (Tor: Elia Soriano) umgebogen, aber in der Schlussphase geriet die 2:1-Führung, für die Martin Harnik (Elfmeter, 59. Minute) und Felix Klaus (67.) gesorgt hatten, wieder in Gefahr. Als Würzburg alles auf eine Karte setzte, wackelte 96 bedenklich, und in der dritten Minute der Nachspielzeit schien der Sieg der Mannschaft endgültig aus den Händen zu gleiten.

Ungestümer Einsatz von Sahin-Radlinger

Nach einem ungestümen Einsatz von Torwart Samuel Sahin-Radlinger entschied Schiedsrichter Martin Thomsen auf Elfmeter. Schockstarre auf den Tribünen, ungläubiges Staunen auf dem Platz. Doch kurze Zeit später sprangen 31.000 hannoversche Fans jubelnd auf, denn Sahin-Radlinger hielt den nicht einmal schlecht geschossenen Strafstoß von Richard Weil mit einer großartigen Parade.

Doch damit nicht genug, 96 lieferte noch eine Torzugabe in der Nachspielzeit. Nach einem Würzburger Eckball, bei dem auch Kickers-Torwart Robert Wulnikowski mit nach vorn gestürmt war, lief Harnik mit drei Kollegen aufs leere Tor zu und entschied sich, die Sache zum umjubelten 3:1-Endstand allein zu erledigen.

Diese furiosen Schlussminuten dürften bei den Fans auf dem Heimweg das große Gesprächsthema gewesen sein. Daniel Stendel, der 96-Trainer, kündigte an, dass er in dieser Woche vor dem Derby am Sonntag bei Eintracht Braunschweig noch einmal über die erste Halbzeit sprechen möchte. „Zu dem, was wir in der ersten Halbzeit gezeigt haben, fehlen mir die Worte“, sagte Stendel nach der Partie. In der Pause sei das allerdings anders gewesen. „Da habe ich eine Menge Worte gefunden, die zum Glück bei der Mannschaft angekommen sind.“ Freundlicher kann ein Trainer das Wort „Standpauke“ nicht umschreiben.
Schläfrig waren die 96-Profis ins Spiel gekommen, vom Schwung beim 6:1-Pokalsieg gegen Düsseldorf war nichts zu spüren.

Steigerung nach der Pause versöhnt Stendel

Es gab kein Kombinationsspiel, keinen großen Einsatz, einige „Rote“ schienen zu glauben, den Zweitligaalltag im Vorbeigehen erledigen zu können. Dass Stendel nach 38 Minuten den besonders uninspirierten Regisseur Sebastian Maier gegen Kenan Karaman auswechselte, bewies die Unzufriedenheit des Trainers.

Ob er für diese miserable erste Hälfte eine Erklärung habe, wurde Stendel später gefragt. Nein, habe er nicht, sagte der 96-Trainer, „und ich hatte nicht den Eindruck, dass die Spieler eine Erklärung haben“.

Die Steigerung nach der Pause versöhnte Stendel, auch wenn ihm nicht gefiel, wie seine Mannschaft in den letzten Minuten erneut die Kontrolle verlor. Doch weil alles mit viel Glück und Drama gut ausging, hatte der 96-Trainer das Gefühl, dass dieses schwer erkämpfte 3:1 am Ende mehr hilft als ein rauschender Pokalsieg. „Das passt besser als das 6:1“, sagte Stendel. „Jetzt hat auch der Letzte verstanden, was notwendig ist, um Spiele in der 2. Liga zu gewinnen.“ Es wäre schön, hinter diese späte Erkenntnis nach elf Spieltagen endlich einen Haken machen zu können.

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27. November 2016 - Christian Purbs in Allgemein

Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

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