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Hannover 96 geht auf Zweitliga-Entdeckungsreise

Neue Saison Hannover 96 geht auf Zweitliga-Entdeckungsreise

Hannover 96 steht vor seiner ersten Zweitligasaison seit 14 Jahren. Auf den Verein wartet eine spannende Entdeckungsreise zu Vereinen wie dem SV Sandhausen und dem 1. FC Heidenheim. Und diese Reise beschert ungewohnte Blickwinkel.

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Noah-Joel Sarenren-Bazee (hier im Training gegen Timo Hübers) geht diese Saison mit 96 auf große Entdecker-Tour in der zweiten Liga.

Quelle: Petrow

Hannover. Zum Einstieg gibt es heute ein paar Sätze von einem ambitionierten Fußball-Zweitligisten. „Die 2. Liga ist kein Selbstläufer.“ Und: „Es geht darum, die neue Situation anzunehmen und die richtige Mentalität zu zeigen.“ Und, einen haben wir noch: „Wir brauchen Spieler, die sich zu hundert Prozent mit dem Verein identifizieren.“

Von wem stammen diese Sätze? Na klar, das ist aber einfach, werden viele Fußballfans in Hannover jetzt denken. Das alles hat natürlich Martin Bader gesagt, der 96-Geschäftsführer. Das hat er bestimmt auch in den vergangenen Tagen, mal hier, mal dort, Bader ist in dieser Hinsicht wie ein vorsichtiger Diplomat. Diese Zitate aber stammen alle nicht von ihm, sondern von Jos Luhukay, dem Trainer des VfB Stuttgart, dem es so geht wie Hannover 96: Eigenes Verschulden gepaart mit falschen Personalentscheidungen hat den Traditionsverein in die 2. Liga verschlagen. Und jetzt möchte man – und muss man – schnell wieder hoch, ist als gefühlter Erstligist jedoch irgendwie noch unsicher, was einen da in diesem Unterhaus alles erwartet. Das ist wie mit einem unbekannten Gewässer, in das jemand hinausschwimmt, ohne zu wissen, ob es irgendwo Unterströmungen gibt oder sonstige böse Überraschungen.

Den hannoverschen Fans geht es da nicht besser. Nach 14 Jahren in der 1. Liga ist man gewöhnt, erst einmal reflexartig zu schauen, wen Borussia Dortmund denn jetzt für Henrich Mchitarjan holen will. Dabei ist es als 96-Fan in der kommenden Saison wichtiger zu wissen, wie gut denn dieser Aziz Bouhaddouz ist, den der FC St. Pauli ablösefrei vom SV Sandhausen verpflichtet hat.

Für einige Hannoveraner war die Veröffentlichung des Zweitliga-Spielplans ein Hallo-wach-Effekt. Der 1. FC Heidenheim oder Erzgebirge Aue waren bis dahin Vereine, von denen man schon mal gehört hatte, die einen aber weitgehend kalt gelassen haben. Jetzt weiß jeder: Aue kommt am 13. Spieltag im November nach Hannover, Heidenheim ein Heimspiel später. Und wer zurück in die 1. Liga will, wird Aue und Heidenheim im eigenen Stadion schlagen müssen, sonst hat sich das Thema Aufstieg schnell erledigt.

Für alle in Hannover – und wohl auch bei 96 – ist es ein Hineintasten in die neue Situation. Dass in der 2. Liga überall noch viel in Bewegung ist, erschwert die Sache. Der 1. FC Nürnberg zum Beispiel, erst in der Relegation am Aufstieg gescheitert, besitzt erst seit einer Woche einen neuen Trainer (Alois Schwartz), weil der alte (René Weiler) die belgische 1. Liga plötzlich interessanter fand. Der SV Sandhausen, wo Schwartz vorher war, hat sogar erst seit drei Tagen einen neuen Coach, der Kenan Kocak heißt und von dem in Hannover vorher – jede Wette – keine zehn Leute etwas gehört haben.

Für alle „Roten“ ist es eine kleine Entdeckungsreise, die mit jedem Testspiel der künftigen Konkurrenten spannender wird. Und mit jedem Satz, der aus den Trainingslagern der 17 anderen Teams dringt.

Ein 2:1-Testspielsieg des VfB Stuttgart beim Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach wäre vor einem Jahr keiner hannoverschen Zeitung eine Zeile wert gewesen. Jetzt ist das anders, und dass dieser Simon Terodde, den man bei 96 ebenfalls gern vom VfL Bochum verpflichtet hätte, gleich im ersten Spiel für die Schwaben trifft, ist plötzlich von Interesse.

Man horcht auf, wenn bei Union Berlin ein Spieler namens Kroos den Aufstieg als Ziel ausgibt. Ist zwar nicht Toni Kroos, der Weltklassemann, sondern dessen Bruder Felix (65 Erstligaspiele für Werder Bremen, ein Tor). Aber immerhin: Die Berliner scheinen sich Großes vorgenommen zu haben.

Auch von Eintracht Braunschweig, dem alten Rivalen, gibt es bemerkenswerte Töne. Die Eintracht hatte es nach dem Abstieg aus der 1. Liga 2014 mit dem sofortigen Wiederaufstieg vermasselt, diesmal aber soll es klappen. „2017 erfolgt der Aufstieg“, sagte Präsident Sebastian Ebel.

„Viele Zweitligisten haben sich runderneuert und teuer eingekauft“, schreibt der „kicker“ unter der Titelzeile „Das Millionenspiel“. Doch das mit den Millionen ist relativ, denn teure Transfers gab es in der 2. Liga bislang nicht. Die 3 Millionen Euro, die Stuttgart für Terodde an Bochum überwiesen hat, sind der Spitzenwert. Sollte 96 in dieser Woche erwartungsgemäß Niclas Füllkrug aus Nürnberg loseisen, wird eine ähnliche Summer aufgerufen werden. Bislang haben die „Roten“ lediglich 500 000 Euro an Ablösesumme ausgegeben – für Florian Hübner an den SV Sandhausen.

Star-Transfers kommen in der 2. Liga nicht vor, die meisten Spieler wechseln ablösefrei. Wenn Eintracht Braunschweig für den 19-jährige Nigerianer Suleiman Abdullahi vom norwegischen Erstligisten Viking Stavanger 800 000 Euro ausgibt, dann ist das für Zweitligaverhältnisse viel Geld.

Beim 1. FC Kaiserslautern begrüßte der neue Trainer Tayfun Korkut – in Hannover ein guter Bekannter – beim Trainingsauftakt einen gewissen Max Dittgen. Der Stürmer kommt aus Großaspach – für 75 000 Euro. Neuling Würzburger Kickers hat für seine bisher acht Neuzugänge, die Lagos, Traut, Weihrauch oder Uzelac heißen, insgesamt 200 000 Euro gezahlt.

240 000 Euro soll übrigens das Wochengehalt sein, das der frühere Dortmunder Mchitarjan künftig bei Manchester United bekommt.

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