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Vor dem Kopenhagen-Spiel

Hannover 96 hat auch im Nebel den Durchblick


Hannover 96 will in Kopenhagen die Chance aufs Weiterkommen in der Europa League wahren. Zur Begrüßung gab es erst einmal dicken Nebel.
Etwas grimmig schaut 96-Trainer Mirko Slomka (Mitte) gestern beim Training im Stadium „Parken“ drein. Es reicht ja aus, wenn er heute Abend gute Miene zum guten Spiel macht.

Etwas grimmig schaut 96-Trainer Mirko Slomka (Mitte) beim Training im Stadium „Parken“ drein. Es reicht ja aus, wenn er am Abend gute Miene zum guten Spiel macht.

© dpa

Kopenhagen. Die Aussichten für heute: neblig-trüb. So wie gestern. Doch dabei handelt es sich glücklicherweise nur um die Wetteraussichten für Kopenhagen. Die sportlichen Aussichten von Hannover 96 für das heutige Fußball-Europa-League-Spiel beim FC Kopenhagen (19 Uhr, live bei SAT.1) sind wesentlich besser. „Wenn wir nicht verlieren, dann haben wir weiter gute Chancen in unserer Gruppe“, sagte Trainer Mirko Slomka. „Bei einem Sieg sind die Chancen sogar groß, dass wir die Gruppenphase überstehen und in der Europa League überwintern.“ Und das wären nun wahrlich schöne Aussichten für den Klub und seine Fans.

10 000 Anhänger aus Hannover sollen heute im dänischen Nationalstadion „Parken“ dabei sein – eine fast unglaubliche Zahl, bei der selbst ein Verein wie Bayern München neidisch werden dürfte. Slomka erzählte gestern bei der Pressekonferenz in der Arena, dass er selbst „sehr viele Leute kennt, die uns begleiten. Ich kenne sogar welche, die kommen mit dem Segelboot.“ Für den 96-Trainer ist die große Unterstützung aus der Heimat nicht nur „eine Auszeichnung für unsere besonderen Leistungen“ in den vergangenen Monaten. Sie ist für Slomka auch eine „zusätzliche Motivation“ für 90 Minuten auf der internationalen Bühne in einer Partie, die als Schlüsselspiel gilt. Nach dem Auftritt in Kopenhagen hat 96 nur noch zwei Chancen in der Gruppenphase: am 30. November bei Standard Lüttich und am 15. Dezember zu Hause gegen Worskla Poltawa. Um in diesen Spielen nicht gehörig in Zugzwang zu geraten oder sogar auf Schützenhilfe angewiesen zu sein, brauchen die „Roten“ heute mindestens ein Unentschieden, besser noch einen Sieg.

„Wir haben großen Spaß, weiter in der Europa League vertreten zu sein“, sagte Slomka, „dafür brauchen wir aber eine richtig gute Partie.“ Eine Leistung wie zuletzt im DFB-Pokalwettbewerb gegen Mainz 05 (0:1 nach Verlängerung) und in der Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach (1:2) wird in Kopenhagen nicht reichen. „Wir können eine Menge besser machen“, sagte Slomka mit Blick auf die beiden Rückschläge nach dem Fußball-Festtag gegen Bayern München (2:1). Vielleicht ist es ein Vorteil, dass für 96 internationale Spiele auch Festtage sind. Und gewarnt sollte die Mannschaft nach dem Hinspiel auch sein. Dort verspielte sie gegen die Dänen, die unter Normalform spielten, zweimal eine Führung und kassierte kurz vor dem Abpfiff den 2:2-Ausgleich. „Die Spieler wissen jetzt, dass sie bis zum Schluss hochkonzentriert sein müssen und keine leichten Fehler machen dürfen“, sagte der Coach.

Slomka würde Kopenhagen trotz der eher bescheidenen Leistung im ersten Aufeinandertreffen auch in der Bundesliga „eine gute Rolle“ zutrauen, vor allem die „guten Stürmer“ haben bei ihm Eindruck gemacht. Dame N’Doye, der Senegalese im Kopenhagener Team, erzielte in Hannover das 1:1; der Brasilianer Cesar Santin traf zum 2:2. „Die beiden dürfen wir nicht aus den Augen verlieren“, sagte Slomka. Noch nicht mal im Nebel ... Lösen die beiden Innenverteidiger Karim Haggui und Emanuel Pogatetz ihre Aufgaben, dürfte sich Kollege Didier Ya Konan besonders freuen. Der 96-Stürmer sagte gestern mutig: „Ich will weiterkommen. Vielleicht holen wir sogar den Cup.“ Was für Aussichten!

Heiko Rehberg, Jörg Grußendorf

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