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Wann hebt 96 endlich ab?

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Hannover 96 zeigt in der Zweiten Liga mitterweile Kampf und Einsatz. Da gibt es nichts zu kritisieren. Spielerische Klasse vermissen die Fans der "Roten" allerdings noch. Trainer Stendel hofft darauf, dass sich die automatisch einstellt, wenn das Team weiter erfolgreich ist.

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Dass es bei den Spielen in der 2. Liga mächtig zur Sache geht, diese Erfahrung machte Felix Klaus (Mitte) gegen Aue nicht zum ersten Mal in dieser Saison.

Quelle: Alexander Körner/dpa

Hannover. Wenn die Spieler nach dem Abpfiff den Platz verlassen, durch den kleinen Tunnel verschwinden und dann wieder in der Mixed-Zone auftauchen, lässt sich an ihren Gesichtern prima absehen, wie das Spiel gelaufen ist. Nach Niederlagen geht es meist mit gesenktem Blick schnell in die Kabine, nach großen Siegen wird ausgiebig gescherzt, gefeiert und gelacht. Am Sonnabend hatte Hannover 96 gegen Aue gewonnen, doch Mimik und Verhalten der Profis des Fußball-Zweitligisten passten nicht zu dem  2:0-Erfolg. Bis auf Stürmer Niclas Füllkrug, der nach seinem ersten Pflichtspieltor für die „Roten“ ein Dauerlächeln vor sich hertrug, wirkten die anderen 96-Spieler abgekämpft und nicht besonders glücklich. Strahlende Sieger jedenfalls sehen anders aus.

Die Mannschaft müsse die 2. Liga annehmen, das fordert Trainer Daniel Stendel seit Wochen von seinen Spielern. „Kampf, Leidenschaft und Wille, das ist das Spiel in der 2. Liga“, wiederholte Stendel auch nach dem Spiel gegen Aue das, was er von seinem Team erwartet. Mittlerweile muss man befürchten, dass die Mannschaft die Forderungen ihres Trainers zu sehr verinnerlicht hat. Vorzuwerfen gab es den „Roten“ in puncto Kampf und Einsatz auch gegen Aue nichts. Was jedoch wieder fehlte, war die Zugabe - die Fähigkeit eines Spitzenteams, einen kampfstarken, aber auch limitierten Gegner wie den Aufsteiger aus dem Erzgebirge mit spielerischen Mitteln zu dominieren. Was fehlte, waren Begeisterung und Glanz.

Stendel braucht Siege, keine Galavorstellungen

Die Normalität sei das, „was wir gegen Aue erlebt haben. Das ist zwar nicht schön, aber damit müssen wir uns abfinden“, sagte Stendel. Muss man das? Kann man von einer Mannschaft mit so großer individueller Qualität nicht erwarten, diese Klasse zumindest gegen Teams wie Karlsruhe, Würzburg und Aue auch auf den Platz zu bringen? Ist es zu viel verlangt, dass sich der Absteiger nach 13 Spielen langsam, aber sicher zu einem Spitzenteam mit konstant guten Leistungen entwickelt? Vielleicht, sagt Stendel, stelle sich die Sicherheit und spielerische Dominanz dann ein, „wenn wir genug Punkte und Selbstvertrauen am Stück gesammelt haben“.

Für den 96-Trainer, wer will es ihm verübeln, geht es primär darum, die Mannschaft zurück in die Bundesliga zu bringen. Und dafür braucht er keine Galavorstellungen seiner Elf, er braucht Siege. „Drei Punkte konnten wir gewinnen, und die haben wir gewonnen. Das ist das, was ganz oben steht“, sagt der 42-Jährige. Dafür nimmt er auch eine zunehmende Unzufriedenheit bei den Fans in Kauf. Viele Zuschauer verließen am Sonnabend enttäuscht das Stadion, weil es bei den „Roten“ viel zu sehr rumpelte, sie sich mehr und bessere Unterhaltung erhofft hatten.

31.000 Zuschauer gegen Würzburg und Aue, das sind Zahlen, auf die 96 stolz sein kann. Sie zeigen, dass das erklärte Ziel von Mannschaft und Trainer, mehr auf die Fans zuzugehen und Identifikation zu schaffen, bislang erreicht wurde. Mit der Einlösung eines anderen Versprechens tun sich die „Roten“ allerdings schwer. „Wir wollen die Leute mit unserem offensiven und aktiven Fußball mitnehmen“, sagte Stendel vor Saisonbeginn. Noch warten die Fans geduldig. Aber das kann sich auch ändern.

Comeback von Bech

Nach langer Verletzungspause soll 96-Stürmer Uffe Bech heute zum ersten Mal wieder mit der Mannschaft trainieren. Beginn der Einheit ist um 10 Uhr.

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27. November 2016 - Christian Purbs in Allgemein

Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

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