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Hannover 96: So wird das nichts mit dem Aufstieg

Sieglos seit drei Spielen Hannover 96: So wird das nichts mit dem Aufstieg

Zu wenig Mut, kaum Selbstvertrauen: In der derzeitigen Form ist die von Hannover 96 angepeilte sofortige Rückkehr in die Bundesliga gefährdet. Das Unentschieden in Bielefeld war für die "Roten" bereits das dritte Spiel in Serie ohne Sieg. Auch 96-Trainer Daniel Stendel wirkt ratlos.

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Die Duelle mit den Bielefelder Angreifern sowie die schlimme Leistung der Mannschaft haben bei 96-Profi Waldemar Anton Spuren hinterlassen.

Quelle: Maike Lobback (Team zur Nieden)

Hannover. Der letzte Pfiff war das Kommando für die kollektive Enttäuschung. Als Schiedsrichter Martin Petersen das Zweitligaspiel zwischen Arminia Bielefeld und Hannover 96 beendete, dauerte es nur ein paar Sekunden, bis die Spieler beider Teams auf dem Rasen saßen oder lagen. Sowohl die „Blauen“ aus Bielefeld als auch die „Roten“ aus Hannover mussten das, was die 93 Minuten zuvor auf dem Platz passiert war, erst einmal verdauen. Sechs Tore, drei für jede Seite, gab es in dieser Partie, die zudem viele Torchancen, Aufreger und einer großen Portion Dramatik zu bieten hatte. Was es in diesem Spiel nicht gab, war ein Sieger. Auf dem satten Grün der Bielefelder „Alm“ saßen am Sonntagnachmittag nur Verlierer.

Die Spieler der Arminia konnten es nicht fassen, dass sie trotz zweimaliger Führung (2:0, 3:2) immer noch auf den ersten Sieg in dieser Saison warten müssen, weil sie in der Nachspielzeit den Ausgleich zum 3:3 hinnehmen mussten. Auch bei 96 gab es viele lange Gesichter. Immerhin kassierten die „Roten“ nach der Niederlage im Heimspiel gegen Dresden nicht die nächste Pleite, doch glücklich war mit dem Dusel-Remis niemand im 96-Lager. Seit drei Spielen ist die Elf von Trainer Daniel Stendel nun ohne Sieg, und für einen Aufstiegsaspiranten sind auch Unentschieden wie in Bochum und nun in Bielefeld gefühlte Niederlagen. Hier zwei Punkte weniger, da zwei Punkte weniger – das läppert sich zusammen.

Ein spannendes Spiel lieferten die "Roten" am fünften Spieltag der Saison in Bielefeld. Nach 90 Minuten trennten sich die Teams mit 3:3.

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Was die 96-Profis nach dem Abpfiff noch mehr beschäftigte als der verpasste dritte Saisonsieg und das Abrutschen in der Tabelle vom dritten Platz auf Rang sechs war die Verfassung, in der sich die Mannschaft in Bielefeld präsentierte. Einer katastrophalen Vorstellung in der ersten Halbzeit folgte nach dem Seitenwechsel ein Auftritt, bei dem allenfalls Einsatz und Willen stimmten. Spielerisch zeigte 96 seine mit Abstand schlechteste Saisonleistung. Die „Roten“ sind zurzeit nur begingt aufstiegsbereit.

In dieser Form, das weiß auch Trainer Stendel, wird es mit der angepeilten sofortigen Rückkehr in die Bundesliga nichts werden. Den Leistungsabfall seiner Mannschaft in Bielefeld im Vergleich zum makellosen Saisonstart kann sich der 42-Jährige „auch nicht genau erklären“. Die Mannschaft wirkt verunsichert, ihr fehlen derzeit der nötige Mumm und das Selbstvertrauen, um das von Stendel geforderte Offensivspiel erfolgreich durchzuziehen.

So haben die Spieler von Hannover 96 gegen Arminia Bielefeld gespielt.

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Gibt es dann auch noch mehrere Umstellungen im Team wie gegen Bielefeld, wird die Unsicherheit noch größer. Erst recht, wenn die Neuerungen nicht den gewünschten Erfolg bringen. Weder Stefan Strandberg, der für den gesperrten Salif Sané in der Innenverteidigung spielte, noch Marvin Bakalorz im defensiven Mittelfeld konnten überzeugen. Und Stendels Idee, für Rechtsverteidiger Oliver Sorg gegen die Arminen Iver Fossum aufzustellen, stellte sich sehr schnell als Eigentor heraus. „Wir waren hundertprozentig davon überzeugt, dass das für uns die beste Aufstellung war“, sagte Stendel, der zur Überraschung vieler Beobachter der Partie den Norweger nicht auswechselte.

Was 96 dringend braucht, ist ein Erfolgserlebnis, einen Sieg, der für etwas Ruhe sorgt und Sicherheit gibt. Zu Gast in der HDI-Arena im nächsten Heimspiel (Mittwoch, 17.30 Uhr) ist der Karlsruher SC. Nicht gerade ein Schwergewicht der Liga. Und vielleicht der richtige Gegner zur richtigen Zeit.

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Kommentar

Die Euphorie nach den ersten beiden Zweitligaspielen von Hannover 96 ist einer gewissen Ernüchterung gewichen: Seit drei Spielen gab es keinen Sieg mehr. Das ist nicht schön, aber auch nicht weiter schlimm. Was 96 jetzt nicht braucht ist Panik und eine Trainerdiskussion. Ein Kommentar von Heiko Rehberg.

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27. November 2016 - Christian Purbs in Allgemein

Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

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