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Abstiegszone statt Europapokal

96 nach HSV-Spiel tief in der Krise Abstiegszone statt Europapokal

Hannover 96 rutscht nach dem 1:3 in Hamburg immer weiter in den Schlamassel. Torwart Ron-Robert Zieler warnt: „Das ist eine ganz gefährliche Situation“

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Für Mirko Slomka ist die Niederlage gegen den HSV besonders bitter: Jetzt muss ihm der Verein schon das Vertrauen aussprechen.

Quelle: Ulrich zur Nieden

Hamburg. Am Ende herrschte im 96-Fanblock nur noch Schweigen. Und Ratlosigkeit, wie auch auf dem Platz bei den Verlierern, die mit gesenktem Kopf in die Kabine schlichen. Wieder hatte die „Roten“ nichts geholt an diesem schwarzen 13. Spieltag der Fußball-Bundesliga, langsam wird die Auswärtsmisere unheimlich. Und zusehends wird die Situation ungemütlicher für alle Beteiligten: Die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka ist mit der 1:3-Niederlage beim Hamburger SV auf den 13. Tabellenplatz abgerutscht. Weit, weit weg vom zu Saisonbeginn formulierten hehren Ziel, den Weg zurück nach Europa zu finden.

Der Hamburger SV hat den taumelnden Nord-Rivalen Hannover 96 noch tiefer in die Krise geschossen. Die „Roten“ verloren beim HSV mit 1:3.

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Stattdessen gibt es Blickkontakt zur Abstiegszone – mit der Niederlage hat sich 96 für kommenden Sonntag gegen Eintracht Frankfurt so richtig in die Bredouille gebracht. Dass sich mit Lars Stindl (Muskelverletzung an der linken Wade) und Christian Schulz (Kopfverletzung) zwei wichtige Spieler verletzten und Salif Sane vor lauter Frust eine überflüssige Gelb-Rote Karte sah (90. Minute), macht das Ganze zusätzlich kompliziert.

„Wir sind in einer ganz gefährlichen Situation“, sagte Torhüter Ron-Robert Zieler. Leon Andreasen sprach davon, die Mannschaft stecke in einer „kleinen Krise. Überall gibt es Unruhe.“ Und er formulierte als Vorsatz: „Alles muss besser werden in den nächsten Wochen.“
Die Verantwortung dafür soll weiterhin bei Slomka liegen. „Eine Trainerdiskussion gibt es nicht“, sagte Martin Kind. Der Klubchef räumte aber ein: „Es ist sicherlich die schwierigste Situation für Mirko Slomka bislang.“ Und Sportdirektor Dirk Dufner sagte: „Wir sind gemeinsam da reingekommen. Wir werden da auch gemeinsam wieder rauskommen.“

Die 96-Profis in der Einzelkritik: Stindl und Schulz mit Verletzungspech, Huszti fällt nur einmal positiv auf.

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Vier Spiele stehen noch an bis zur Winterpause; Hoffnung darauf, dass es einen noch halbwegs versöhnlichen Jahresausklang geben wird, machte der gestrige Auftritt nicht unbedingt. Auch wenn 96 Einsatz zeigte und bei der verdienten Niederlage sogar ein spezielles Kunststück schaffte: Die Hannoveraner kamen zu einem Tor, erspielten sich in den 90 Minuten aber keine einzige klare Torchance. „Das enttäuscht uns besonders“, sagte Slomka. Unter der Woche hatte er im teilweise geheimen Training speziell daran zu feilen versucht, seinem Team mehr Durchsetzungsvermögen in der Offensive einzuflößen, etwa bei Freistößen ...

Der Trainer hatte in Hamburg durchaus Mut bewiesen. Mit Manuel Schmiedebach im Mittelfeld, Edgar Prib als Linksverteidiger und Jan Schlaudraff im Angriff hatte er drei nicht unbedingt zu erwartende Wechsel in der Startformation vorgenommen. Und die Führung spielte den „Roten“ dann noch in die Karten, auch wenn das 1:0 ein Hamburger Geschenk war. HSV-Torwart Rene Adler hatte den Ball riskant in die Mitte zu Tomas Rincon gespielt, der ansonsten blasse Szabolcs Huszti war hellwach und als eiskalter Torschütze zur Stelle (28.).

Das war es aber auch schon mit der Gefahr, die den Hamburgern durch die Gäste drohte. Der rasche Ausgleich durch einen sehenswerten Volleyschuss von Milan Badelj (31.) tat ein Übriges, die Hannoveraner zu verunsichern. Dieses Tor habe seine Mannschaft „irritiert“, sagte Slomka. Vom 2:1 unmittelbar nach der Pause durch Maximilian Beister (46.) seien seine Spieler „geschockt“ gewesen. In der Tat riss der HSV zusehends das Geschehen an sich. Mit dem 3:1 (84.) durch Hakan Calhanoglu war auch der letzte Hoffnungsfunke bei den Gästen dahin.

„Der Trainer hat unser Vertrauen“

Herr Dufner, wie beurteilen Sie die Situation nach der 1:3-Niederlage beim Hamburger SV?

Die Situation ist nicht besser geworden und ist ausgesprochen ernst. Wir bewegen uns jetzt in einer Tabellenregion, in die wir niemals kommen wollten. Wir haben intensiv darauf hingearbeitet, in Hamburg zumindest einen Punkt zu holen. Das ist uns nicht gelungen, und das bringt uns in eine Situation, die auch psychologisch nicht ganz einfach ist. Wir müssen das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt jetzt unbedingt gewinnen.

Woran liegt es denn, dass die Mannschaft die Wende nicht hinbekommt?

Ich glaube, man hat schon gesehen, dass die Mannschaft wollte. Es war in der 
1. Halbzeit auch ein sehr offenes Spiel, aber nach dem 1:2 hat man dann gemerkt, dass der HSV Rückenwind bekommt und wir Gegenwind. So verliert man dann 1:3, verliert dazu noch seinen Kapitän (Lars Stindl, d. Red.), verliert dann auch noch Salif Sané und Christian Schulz und ist für das nächste Spiel auch gleich noch geschwächt. Wenn es nicht läuft, dann kommt im Fußball eben alles zusammen – und da sind wir offenbar mittendrin.

Warum fällt es der Mannschaft denn so schwer, gefährlich vor das gegnerische Tor zu kommen?

Gerade der letzte Pass kommt fast nie an. Wir wollen so nicht spielen, wir wollen besser spielen und torgefährlicher sein. Das tun wir im Moment nicht, dementsprechend läuft einiges schief.

Ist das Spiel gegen Eintracht Frankfurt schon ein Schicksalsspiel?

Nein, dafür haben wir noch viel zu viele Spiele. Aber es ist natürlich ein sehr wichtiges Spiel, um auch im Umfeld ein bisschen Ruhe rein zu bekommen und diese Negativspirale zu unterbrechen.

Es kommt natürlich auch zwangsläufig die Frage nach dem Trainer ...

Dass die Frage kommt, ist mir klar. Wir sind da gemeinsam reingekommen, und wir werden auch versuchen, da gemeinsam raus zu kommen. Der Trainer ist der Trainer, er hat unser Vertrauen, wird ganz normal weiter trainieren und wir alle im Verein versuchen, dass wir möglichst zeitnah wieder Erfolg haben.

Aufgezeichnet von Björn Franz

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