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Hannover 96 spielt in den Play-offs gegen Sevilla

Europa League Hannover 96 spielt in den Play-offs gegen Sevilla

Sie wollten bei den Großen mitspielen. Und jetzt haben sie den Größten. Den FC Sevilla. Ausgerechnet Sevilla ist dem Fußball-Bundesligisten Hannover 96 für die Play-off-Partien für den Einzug in die Europa League zugelost worden.

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Auch gegen Sevilla wollen die Spieler und Fans von Hannover 96 Grund zum Jubeln haben.

Quelle: Ulrich zur Nieden

Hannover. Ein Hammerlos? Nein, dieser Begriff ist noch zu klein. Vielleicht Vorschlaghammerlos. Wollen die „Roten“ sich ihren Traum erfüllen und die Gruppenphase erreichen, führt kein Weg vorbei an den Andalusiern, den UEFA-Cup-Siegern von 2006 und 2007, den klar Stärksten unter allen 76 Play-off-Teilnehmern nach den UEFA-Koeffizienten. Hannover – Sevilla, 13.887 zu 93.465. Die Spanier haushoch überlegen.

Den Spartensender Eurosport haben in Hannover sicher selten so viele Menschen zugleich eingeschaltet. Um 13.30 Uhr begann am Freitag die Übertragung der Auslosung aus Nyon in der Schweiz. Sieben Lostöpfe, langer Anlauf, beim sechsten wurde es für die „Roten“ spannend. Stoke City für den ungesetzten FC Thun, AZ Alkmaar für Aalesunds FK, Sparta Prag für den FC Vaslui. Es wurde immer enger für 96, viele Fans hatten da bestimmt schon ein ungutes Gefühl. Dann hieß es Red Bull Salzburg für Omonia Nikosia, und als UEFA-Wettkampfdirektor Giorgio Marchetti für den FK Sestaponi den Zettel mit dem FC Brügge aus der Kugel kramte, stand fest: Für 96 bleibt nur Sevilla. Und zwar, das macht es noch etwas schwerer, zuerst im Heimspiel am 18. August, dann auswärts am 25. August. Es war kurz vor 14 Uhr, als das hannoversche Eurosport-Publikum aufstöhnte, sich die Haare raufte und Abschied vom vielleicht erträumten Spaziergang in die Gruppenphase nahm. In Nyon schwenkte ein paar Sekunden später die Kamera auf 96-Manager Jörg Schmadtke. Er hatte nur wenige Sekunden Zeit gehabt, die Nachricht zu verdauen, und schaute noch ein wenig konsterniert drein.

Das waren wohl die Augenblicke, in denen sie alle, die Spieler, die Klubführung und die Fans in Hannover, ihre Sicht der europäischen Dinge neu ordneten: „Sevilla ist das schwerste Los, das kommen konnte. Das ist eine Herausforderung für uns, bei der alles passen muss, damit wir weiterkommen. Sevilla ist eine gute Mannschaft ohne Wenn und Aber“, sagt Schmadtke. Die Begeisterung, darauf lässt es sich am Ende des Tages reduzieren, sie ist geblieben. Aber sie ihren Charakter geändert. Bei den Fans ist aus der „Was kostet die Welt?“-Laune ein trotziges „Jetzt erst recht!“ geworden.

Auch die Spieler, die sich einen leichteren Gegner gewünscht hatten, betonen eigene Stärken. 96-Kapitän Steve Cherundolo hält nichts davon, sich kleinzumachen: „Man muss sich davor hüten, einen Gegner zu über- oder zu unterschätzen. Die haben einen guten Kader. Wir aber auch.“ „Wir wollen zu Hause ein gutes Ergebnis vorlegen“, meinte Sergio Pinto, der 2004 schon einmal mit Alemannia Aachen im UEFA-Cup gegen Sevilla 0:2 verloren hat. „Da wird eine hitzige Stimmung herrschen. Aber wir haben nichts zu verlieren. Wenn wir da weiterkommen, schaut ganz Deutschland auf uns.“

Garantiert! Das ZDF hat sich ganz schnell entschieden: nicht für Schalke 04 gegen HJK Helsinki, sondern für 96 und Sevilla. Zusätzlich zu den Zuschauereinnahmen bringt das Hinspiel allein 750 000 Euro Fernsehgeld in die Kasse – über das Rückspiel wird noch verhandelt. Und das versöhnt denn auch Klubchef Martin Kind mit dem Vorschlaghammer-Los. „Das ging ganz schnell mit den Verhandlungen. Wir sind attraktiv, Sevilla auch“, sagte der 96-Boss. Und die Millioneneinnahmen, die in der Gruppenphase garantiert sind, hat Kind auch noch nicht abgeschrieben. „Ich bin zufrieden mit dem Los. Unsere Chancen sind größer als 50 Prozent.“ Tatsächlich erwarten auch die Andalusier keinen Spaziergang in Hannover: „Hannover ist zweifellos das härteste Team, das Sevilla zugelost werden konnte“, meldete der spanische Klub.

Volker Wiedersheim, Norbert Fettback und Christian Purbs

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