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Hannover 96 trainiert in bester Liga-Laune

Bad Radkersburg Hannover 96 trainiert in bester Liga-Laune

Alles wird gut. Wenn nicht sogar noch einen Tick besser. Wenn die bisherige Saisonvorbereitung und das Trainingslager von Hannover 96 im steirischen Bad Radkersburg ein Signal an die Fans der „Roten“ sind, dann sieht das so aus: 96 ist in bester Liga-Laune – sorgenfrei. Mit nur ganz wenigen Einschränkungen.

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Monte Mirko heißt der Hügel, den 96-Trainer Slomka in Bad Radkersburg aufschütten ließ.

Quelle: Ulrich zur Nieden

Bad Radkersburg. Wo auch immer an der Oberfläche gekratzt, gebohrt und nach Indikatoren für die Fortsetzung der jüngsten Erfolgsgeschichte oder eine mögliche Trendwende gesucht wird: Es gibt keine faulen Stellen. Der Erfolgskader ist beisammengeblieben, die Frühform ist auffallend gut, die Stimmung ist spitze. Und wenn es überhaupt irgendwo Bauchgrummeln gibt, dann kommt das vom weiterhin ungestillten Erfolgshunger.

Erfolgsgarantien? Gibt es in der Bundesliga nicht. Leidgeprüft sind die 96-Anhänger über die Jahre, und vorsichtig mit ihren Prognosen. Doch für Pessimismus gibt es in diesem Sommer einfach keinen Anlass. Das ist, wenn man so will, die vielleicht tiefgreifendste Neuerung bei den „Roten“ vor der Saison 2011/2012. Alles Bisherige spricht dafür, dass der Klub die notwendigen Hausaufgaben erledigt und vielfach darüber hinaus noch mehr getan hat; die Voraussetzung für eine weitere tolle Saison sind jedenfalls geschaffen. Ein Überblick:

Der Trainer
Erst Hagel und dann Sturzregen donnerten auf den Spielertunnel des kleinen Stadions von Feldbach, wo 96 gerade den tschechischen Erstligisten Banik Ostrava mit einem 4:0-Sieg abgefertigt hatte. Da zeigte Mirko Slomka zum Ende seiner rundherum lobenden Bilanz einen in der Form selten zu erlebenden Ausbruch der Emotion. „Wir sind weiter als im Vorjahr. Aber wir sind noch nicht fertig – ngrrrrr!“ Ein angriffslustiges Grollen wie von einem Raubtier, das sein Rudel auf die Jagd führt. Der Coach trainiert das Team mit Methoden, die zu den modernsten der Liga zählen. Die Spieler tragen satellitengestützte Kilometerzähler in jeder Einheit und in jedem Spiel unterm Trikot. Jeder Sprint und jede versteckte Kunstpause, wovon es wenige gibt, wird erfasst. Regelmäßige Blutwertanalysen erhöhen den täglichen Datenberg jedes Spielers, aus dem Slomka und sein bei den Profis nicht eben kumpelhaft beliebter, aber fachlich respektierter Leistungsprofessor Jürgen Freiwald Verbesserungspotenzial für jeden Einzelnen schürfen. Slomka festigt in seinen Übungen taktische Routinen mit und ohne Gegner. Kotrainer Nestor El Maestro als Technikspezialist führt die kickenden Millionäre mit seinen Lektionen immer wieder zu den Basislektionen des Fußballs zurück: präzise Pässe, saubere Flanken. Selbst wenn die Spieler über einen Kraftausdauerzirkel gequält werden, ist praktisch immer ein Ball und damit der Spaß im Spiel.

Die „Roten“ haben im Trainingslager im österreichischen Bad Radkersburg das Testspiel gegen den israelischen Erstligisten Hapoel Tel Aviv mit 1:2 verloren. Mohammed Abdellaoue das einzige Tor für Hannover 96 zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

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Die Testspiele
„Durchwachsene Ergebnisse“, nannte Slomka in Bad Radkersburg schmunzelnd die Bilanz der Vorbereitung vor einem Jahr und im vergangenen Winter. Wenn es darauf ankam, war 96 selten Sieger. Trainer sprechen in solchen Situationen vom Experimentieren und der Unwichtigkeit der Endergebnisse. Slomka verriet in Österreich, dass sie ihm aber keineswegs egal sind: „Diese Spiele müssen funktionieren, das ist wichtig für die Stimmung.“ Nur einmal funktionierte es diesmal nicht. Zweistellig gegen Unterklassige, ein gefälliges 3:3 gegen Sturm Graz, ein souveräner Sieg gegen Banik Ostrava und ein Schönheitsfehler (1:2 gegen Tel Aviv) am Sonntag – es läuft, wenn jeder für jeden läuft.

Die Verteidigung
Emanuel Pogatetz und Karim Haggui bilden die verlässlichste Abwehrzentrale. Im Auge behalten müssen die 96er Christian Schulz. Slomka wies auf dessen Probleme im Großzehengrundgelenk hin, die wohl die Ursache für seine wiederkehrenden Rückenbeschwerden sind. „Ohne Schmerzen wird er wohl nie wieder spielen können, aber er stellt sich darauf ein.“ Optimistisch stimmt, dass Sofian Chahed als Vertreter von Steve Cherundolo eine gute Figur macht. Wenigstens im DFB-Pokal wird das Team auf ihn setzen, spätestens zur Europa-League-Qualifikation sollte Cherundolo zurück sein. Und im Tor hat 96 überhaupt keine Sorgen.

Das Mittelfeld
An Manuel Schmiedebach und Sergio Pinto im Zentrum führt laut Slomka so schnell kein Weg vorbei. Doch Henning Hauger hat sich gut eingefügt. Gute Nachrichten gibt es aus der Rehaklinik in Donaustauf, wo Leon Andreasen zum wiederholten Mal Anlauf für sein Comeback nimmt. Slomka berichtete von ermutigenden Fortschritten. Auf den Außenpositionen bestätigen Lars Stindl und Konstantin Rausch ihr Potenzial.

Die Spieler von Hannover 96 bereiten sich im Trainingslager in Bad Radkersburg auf die kommende Saison vor.

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Der Sturm
Eine Vorbereitung ohne Torjäger Didier Ya Konan ist nicht neu für 96. Vor einem Jahr der mysteriöse Afrika-Infekt, im Winter das Aufbautraining nach der Knieoperation. Sobald er fit ist, wird er gesetzt sein neben Mohammed Abdellaoue. Dass Jan Schlaudraff, aber ganz besonders Moritz Stoppelkamp, sich für Einsätze aufdrängen, tut den „Roten“ gut.

Die Neuen
Der norwegische Nationalspieler Hauger bestätigt seinen guten Ruf. Fit und variabel einsetzbar im Mittelfeld, dürfte er bald seine Gelegenheit erhalten, die 96-Fans zu überzeugen. Über Christian Pander (Abwehr oder Mittelfeld links) sowie den polnischen Stürmer Artur Sobiech lässt sich noch nichts sagen. Beide trainierten in Radkersburg gegen Verletzungen und Beschwerden an, für Einsätze stehen sie vermutlich zunächst kaum zur Verfügung. Allerdings deutet sich an, dass Manager Jörg Schmadtke mit beiden auf der Langstrecke unterwegs ist. Insgesamt wirkt die Transferkampagne finanziell solide, schlüssiger und gefälliger als beispielsweise bei den Nordnachbarn
VfL Wolfsburg, Hamburger SV und Werder Bremen, die nach einer Saison zum Abhaken erhebliche Umbauten vornehmen müssen.

Der Ausblick
Beständigkeit ist Trumpf. Es gibt wenige Veränderungen im Kader, die bewährte Trainingsarbeit wird fortgesetzt, und die mit einer Ausnahme guten Testspielergebnisse bestätigen den Kurs. Das alles ist die Basis dafür, dass 96 seine größte Qualität verlustfrei über die Sommerpause bewahrt hat: den ausgezeichneten Mannschaftsgeist. Nach früheren Trainingslagern war oft die Analyse gefordert, wer die Gewinner und Verlierer der Vorbereitung waren. Im Juli 2011 bietet sich das aber nicht an. Verlierer? Gibt es eigentlich nicht. Und auch nur einen Gewinner: das Team.

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Testspiel
Foto: Hannover 96 hat gegen Tel Aviv mit 1:2 verloren.

Die „Roten“ haben im Trainingslager im österreichischen Bad Radkersburg das Testspiel gegen den israelischen Erstligisten Hapoel Tel Aviv mit 1:2 verloren. Mohammed Abdellaoue erzielte das einzige Tor für Hannover 96 zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

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