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Stendel will den Bayern nichts schenken

Hannover 96 Stendel will den Bayern nichts schenken

Die "Roten" wollen nicht nach München fahren, um bei der Meisterfeier der Bayern Spalier zu stehen: 96-Trainer Daniel Stendel will auch beim Deutschen Meister einiges riskieren. 7250 Fans aus Hannover fahren mit in den Süden zum Bundesliga-Abschied der 96er.

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Daniel Stendel will den Bayern weder hinterherlaufen noch bei der Meisterfeier Spalierstehen: Hier beim Duell mit Carsten Linke im Jahr 2002.

Quelle: Archiv

Hannover. Auch nach sechs Wochen ist nicht einmal annähernd so etwas wie Alltag für ihn eingekehrt. „Ich erlebe immer wieder etwas Neues“, sagt der Trainer von Hannover 96. Auch Sonnabend wird der 42-Jährige wieder Neuland betreten, obwohl er lange selbst in der Bundesliga gespielt hat. Seine Mannschaft muss nämlich im letzten Bundesligaspiel für mindestens ein Jahr beim Dauer-Meister FC Bayern antreten (Anpfiff: 15.30 Uhr). Gegen die Münchner hat Stendel auch schon einige Male gespielt. „Aber in der Allianz-Arena war ich noch nie“, sagt er, „immer nur im Olympiastadion.“

Stendel will sich die ihm noch unbekannte Arena genau ansehen. Aber nicht zu lange, dann will er sich hundertprozentig auf den Fußball konzentrieren. „Wir fahren nicht nach München, um Spalier zu stehen für die Meisterfeier“, sagt er. „Das ist die letzte Chance für uns, Punkte zu sammeln.“ Mutige Worte des Trainer-Neulings. Aber sie passen zu seinem bisherigen Auftreten. Er hatte Anfang April einen emotionslosen Haufen von seinem Vorgänger Thomas Schaaf übernommen. Schnell ist es ihm mit seiner unaufgeregten, beherzten Art gelungen, eine verschworene Truppe daraus zu formen. Zugleich verlieh er ihr neues Selbstvertrauen.

Ein Selbstvertrauen, das Stendel selbst vorlebt. Er hat jungen Talenten eine Chance gegeben, sein Team forsch nach vorne spielen lassen - und kräftig gepunktet. Von dieser Marschroute will er auch in München nicht großartig abweichen. „Natürlich müssen wir noch mehr als sonst auf unsere Verteidigung achten. Aber nur verteidigen, das geht nicht. Das ist auch nicht unser Ziel“, sagt der 42-Jährige. „Wer nichts riskiert, kann auch nichts holen in München.“ Den Bayern ein wenig die Feierlaune verderben, das würde ihm gefallen.

Dass es sich lohnt, couragiert beim Rekordmeister aufzutreten, das hat Stendel als Spieler selbst erlebt. Bei seinem ersten Punktspiel mit 96 gegen den FC Bayern erzielte der frühere Stürmer nicht nur einen Treffer, sondern konnte beim 3:3 sogar noch einen Punkt mitnehmen. Natürlich hatte Bayern damals noch nicht eine solche Ausnahmemannschaft wie heute, und es wurde noch im Olympiastadion gespielt, aber die Münchner beherrschten schon damals die Bundesliga und wurden meistens Meister.

Stendel hat also richtig Bock auf Bayern - und die 96-Fans haben das sowieso. 7250 Hannoveraner werden zum Bundesliga-Abschied mit nach München reisen. Den Bayern eins auszuwischen, das würde auch ihnen gut gefallen.

Japaner müssen passen

Hiroshi Kiyotake (muskuläre Probleme) und Hiroki Sakai (Oberschenkelverhärtung) werden voraussichtlich nie wieder für 96 spielen. Aufgrund der Verletzungen gehören beide nicht zum Aufgebot für die Partie in München. Kiyotake hat zwar noch einen gültigen Vertrag auch für die 2. Liga, kann aber für 6,5 Millionen Euro gehen - und Interessenten für den torgefährlichen Spielmacher gibt es dem Vernehmen nach einige. Sakai, dessen Kontrakt ausläuft, hat ein Angebot, bei 96 zu bleiben, er möchte aber gern weiter erstklassig spielen. Außer den beiden muss auch Hugo Almeida passen. Der Stürmer, der seit Wochen ohnehin keine Rolle mehr spielt, hat sich an der Wade verletzt. Dabei sein soll aber Noah-Joel Sarenren-Bazee (Adduktorenprobleme). „Ich denke, das kriegen wir hin“, sagt Stendel.

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27. November 2016 - Christian Purbs in Allgemein

Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

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