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Schlechter geht’s nicht mehr

Hannover 96 gegen VfB Stuttgart Schlechter geht’s nicht mehr

Um 21.51 Uhr war der Tiefpunkt erreicht. Nach der völlig verdienten 1:3-Niederlage gegen das bis dahin punktlose Schlusslicht VfB Stuttgart grüßt Hannover 96 in der Fußball-Bundesliga vom Tabellenende.

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Quelle: Team zur Nieden

Hannover. Das Schlimme ist: Genau wie ein Tabellenletzter spielte 96 am Mittwoch auch. Und zwar 90 trostlose Minuten lang. Die Antwort des hannoverschen Publikums: kollektives Kopfschütteln. Und ein lautstarkes Pfeifkonzert inklusive „Frontzeck raus“-Rufe und „Kind-muss-weg“-Gesänge.

Das gibt es auch nicht oft in der Bundesliga: Oder wann hat es mal gleich zwei Mannschaften gegeben, die derart schludrig und leichtsinnig in der Abwehr auftreten? In der ersten Halbzeit schienen sich Hannover 96 und der VfB Stuttgart eine Art Wettbewerb zu leisten, wer mehr Fehlpässe in sein Spiel einbaut. Zumindest in dieser Hinsicht waren beide sehr erfolgreich. Erst staunend, dann belustigt und nach keiner halben Stunde immer lauter pfeifend begleiteten 36 800 Zuschauer das abenteuerliche Treiben. Häufigster Spielzug bei 96: der lange Ball ins Aus oder Nichts, wahlweise von Leon Andreasen, Salif Sané, Miiko Albornoz oder Marcelo.

Hannover 96 gegen VfB Stuttgart - die Bilder vom Spiel in der HDI-Arena.

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Dabei war es doch zum Anfang gar nicht schlecht gelaufen für die „Roten“. Nach 14 Minuten hatte Kenan Karaman nach einer Flanke von Hiroshi Kiyotake den Ball zum 1:0 über die Linie gedrückt. So ein Treffer gibt normalerweise Sicherheit, bei 96 sorgte er für große Unsicherheit. Als die 18. Minute abgelaufen war, führten die Stuttgarter mit 2:1. Kaum zu glauben, aber wahr.

Beim 1:1 konnte Christian Gentner unbehelligt durch die hannoversche Abwehr dribbeln, sein Schlenzer danach war sehenswert. Beim 2:1 der Gäste musste Timo Werner nur noch abstauben, nachdem 96-Torwart Ron-Robert Zieler den Schuss von Daniel Ginczek noch abwehren konnte. Marcelo hatte in der 45. Minute Pech bei einem Pfostenschuss, an der einhelligen Meinung auf den Tribünen in der Halbzeitpause änderte das nichts: Schlechter geht es nicht mehr.

So waren die „Roten“ gegen Stuttgart in Form: Die Einzelkritik.

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96-Trainer Michael Frontzeck brachte zur zweiten Halbzeit mit Mevlüt Erdinc für den enttäuschenden Oliver Sorg einen zweiten Stürmer. Seine erste Aktion: Ein Schuss 15 Meter übers Tor. Es war Torwart Zieler zu verdanken, dass 96 noch bis kurz vor Schluss hoffen durfte. In der 54. Minute verhinderte er gegen Daniel Didavi das 1:3. Jede Wette: Davon hätte sich 96 nicht mehr erholt.

Es war auch nach der Pause erschreckend zu sehen, dass 96 keinen Spielaufbau beherrscht, dass überhaupt alles irgendwie zufällig zu sein scheint. Auch die Stuttgarter dürften mit ihrer Wackel-Defensive von den Spitzenteams auseinandergenommen werden, aber spielerisch besitzt das Team Potenzial. Und hat eine Idee, wie es zumindest gehen könnte. 96 hatte auch gestern Abend nicht einen Ansatz von einer Idee.

Die hannoversche Mängelliste war lang: Wann hat ein Andreasen so viele Fehlpässe gespielt wie gestern und ein Sané so viele Bälle noch nicht mal in die Nähe von Mitspielern gebracht? Und warum springt einem wie Artur Sobiech bei der Annahme fast jeder Ball vom Fuß?

Stuttgart hätte 4:1 oder 5:1 führen können, ja, müssen, so viele Chancen besaßen Alexandru Maxim und Co. auch in einer Phase, in der 96 hätte eigentlich auf den Ausgleich drängen müssen. Doch selbst zu einem Aufbäumen war diese Mannschaft nicht in der Lage - und kassierte dann durch Maxim doch noch den überfälligen dritten Gegentreffer in der 90. Minute.

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