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Nullnummer

Hannover 96 verschenkt Sieg in Augsburg


Das einst so effektive Hannover 96-Team hat beim FC Augsburg vier Großchancen vergeben, zwei Punkte leichtfertig liegenlassen und den Trainer zumindest ein bisschen verärgert. Das 0:0 gegen schwache Gastgeber war zu wenig für die gestiegenen Ansprüche.
Da wäre mehr drin gewesen: Hannover 96 hat in Augsburg 0:0 gespielt.

Da wäre mehr drin gewesen: Hannover 96 hat in Augsburg 0:0 gespielt.

© Ulrich zur Nieden

Augsburg. In der Vorsaison war Hannover 96 noch der Effektivitäts-Meister der Bundesliga, inzwischen aber ist die Chancenauswertung zu einem Manko im Spiel der Niedersachsen geworden. Vier glasklare Möglichkeiten ließ der vor Monaten so treffsichere Europa-League-Starter beim torlosen Remis im Duell mit dem allemal bezwingbaren Neuling FC Augsburg liegen. „Wenn man sich im oberen Tabellendrittel etablieren will, sollte man so ein Spiel auch gewinnen“, bemängelte Trainer Mirko Slomka kühl, nachdem es ihn bei den Pfostentreffern von Didier Ya Konan (62./66.) und Lars Stindls Fehlversuchen (66./85.) kaum auf seinem Stuhl gehalten hatte.

Überhaupt verdeutlichte die mäßige Fußballpartie am Samstag, dass die 96er nach ihrem famosen vierten Platz in der vergangenen Saison wieder auf dem Weg zurück in die Normalität sind. Die Welle, die Slomkas Elf 2010/11 von Sieg zu Sieg trug, ist zwar nicht in sich zusammengebrochen, hat aber an Höhe stark eingebüßt. Coolness und Kaltschnäuzigkeit sind im Moment abhandengekommen. „Die Effektivität fehlte. Es läuft nicht ganz so wie im letzten Jahr, wo wir fast aus jeder Chance ein Tor gemacht haben“, sagte der frühere Nationalstürmer Jan Schlaudraff. „Andererseits hätten wir vor zwei bis drei Jahren ein Spiel wie in Augsburg noch verloren.“

Immerhin reichte der Zähler, um in Schlagdistanz zu den internationalen Plätzen zu bleiben. Positiv stimmte Slomka kurz vor der Europacup-Partie in der Ukraine bei Worskla Poltawa am Donnerstag die spielerische Steigerung im zweiten Durchgang, „nachdem wir die erste Halbzeit verschlafen haben“, wie Stürmer Schlaudraff erkannte. Nach 45 Minuten ohne Höhepunkte zog 96 das Tempo an und kam endlich gefährlich vors Augsburger Tor. Beim FCA verhinderte weniger die eigene Defensive als vielmehr Dusel so manchen Gegentreffer.

Vor allem Stindls Nachschuss direkt im Anschluss an Ya Konans Pfostentreffer (66.) lag den Niedersachsen hinterher im Magen. „Der hätte reingemusst“, urteilte der Mittelfeldspieler selber geknickt - FCA-Torwart Simon Jentzsch lag noch am Boden, das Tor war leer. „Es ist schwer, da etwas zu denken“, meinte Slomka irritiert.

FCA-Coach Jos Luhukay atmete nach so vielen kritischen Situationen tief durch. „Wir hatten endlich auch mal das Glück auf unserer Seite, nachdem das in den letzten Spielen nicht so war.“ Doch was die Schwaben aufs Feld brachten, war erneut ein bisschen zu mau für die Fußball-Beletage. Wieder mutig traten sie auf, wieder mit vollem Einsatz - allein qualitativ lag vieles im Argen. „Die Mannschaft ist an ihre Grenzen gegangen“, sagte Luhukay und erinnerte in seiner Not an neun verletzte Spieler.

dpa

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