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Ein Japaner für den China-Abwanderer

Huszti-Ersatz Ein Japaner für den China-Abwanderer

WM-Teilnehmer Hiroshi Kiyotake erhält einen Vierjahresvertrag bei Hannover 96. Mit 4,3 Millionen Euro Ablöse ist er kein Schnäppchen.

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„Er passt exakt in unser  Anforderungsprofil“: Hiroshi Kiyotake wechselt vom 1. FC Nürnberg zu 96.

Quelle: Federico Gambarini

Hannover. Der Huszti-Ersatz ist gefunden. Wobei Ersatz schon ein bisschen despektierlich klingt. Hannover 96 hat am Donnerstag Hiroshi Kiyotake für vier Jahre verpflichtet. Der japanische Nationalspieler kommt vom Bundesliga-Absteiger vom 1. FC Nürnberg.

Kiyotake kostet die „Roten“ etwa 4,3 Millionen Euro. Viel Geld für einen Profi, der beim „Club“ nur noch ein Jahr unter Vertrag gestanden hätte. 96-Klubchef Martin Kind will die Höhe der Ablösesumme nicht kommentieren, bestätigt aber, tief in die Tasche gegriffen zu haben, und sagt: „Das zeigt, dass wir von dem Spieler hundertprozentig überzeugt sind.“ Man habe sich schon sehr lange mit dem 24-jährigen, technisch versierten Mittelfeldspieler beschäftigt. „Er passt exakt in unser Anforderungsprofil“, sagt Kind, „er wollte zu uns, ist jung, talentiert und ein starker Fußballer - darum auch die lange Laufzeit seines Vertrages.“

Nach Aussage des Klubchefs soll Kiyotake die Lücke schließen, die Szabolcs Huszti hinterlassen hat, der 96 in Richtung China verlassen hat. Der Japaner tritt damit in große Fußstapfen, zählte Huszti doch zu den Topscorern der „Roten“, war an vielen Toren direkt beteiligt. Dass Kiyotake, der bei 96 gemeinsam mit seinem Landsmann Hiroki Sakai spielt, sich hinter Huszti nicht zu verstecken braucht, hat er in Nürnberg oft bewiesen. In 64 Bundesligaspielen schoss er dort sieben Tore - und erwies sich im Mittelfeld als höchst flexibel: Der WM-Teilnehmer überzeugte auf der linken wie rechten Außenbahn und auch in der Zentrale. Und er schoss klasse Frei- und Eckstöße.

Durch seine Flexibilität habe Kiyotake 96 viel Transferdruck genommen. „Weil er links und rechts einsetzbar ist, müssen wir jetzt nicht auf Teufel komm raus noch jemanden verpflichten“, sagt Klubchef Kind, „schon gar nicht bis zum Beginn des Trainingslagers.“ Das beginnt am Sonntag - und bis dahin wollten die „Roten“ nach dem ursprünglichen Plan einen linken und rechten Außenbahnspieler präsentieren - „richtig gute Leute“ (96-Sportdirektor Dirk Dufner). Jetzt denkt der Klub sogar darüber nach, eventuell nur noch einen Spieler auszuleihen für die rechte Seite, um den Weg frei zu machen für Wunschspieler Stefan Aigner. Der 27-Jährige steht noch für ein Jahr bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag, der Klub will den Spieler nicht vorzeitig freigeben. „Für diese Saison haben wir den Transfer ad acta gelegt“, sagt Kind.

Außer dem rechten Außenbahnspieler soll es jetzt noch mindestens eine Verpflichtung geben: 96 sucht dringend einen Innenverteidiger. Und vielleicht noch einen Ersatztorwart: Samuel Radlinger und Markus Miller, die beiden Stellvertreter von Ron-Robert Zieler, mussten sich einer Knieoperation unterziehen. Miller macht wieder torwartspezifische Übungen, steht aber noch nicht wieder im Mannschaftstraining. „Wir warten erst mal ab, aber wenn sich die Situation nicht bessert, werden wir auf dem Transfermarkt noch aktiv“, sagt Kind. Das Risiko mit dem 17-jährigen Timo Königsmann als Ersatztorwart in die Saison zu gehen, erscheint ihm doch als zu groß.

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