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Ein Tor, ein Ellbogencheck – und zehnmal Abseits

96-Bilanz des Hugo Almeida Ein Tor, ein Ellbogencheck – und zehnmal Abseits

Hugo Almeida ist nicht allein Schuld am Abstieg von Hannover 96. Doch der portugiesische Profi steht wie kein Anderer aus dem Team der "Roten" für den sportlichen Niedergang in dieser Saison. Sogar die Mitspieler sollen sich über seine Aufstellung beschwert haben. Die Fans dürften ihm kaum eine Träne nachweinen.

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Hugo Almeida durfte ein Tor bejubeln und war ansonsten die größte Enttäuschung aller Wintertransfers.

Quelle: Nigel Treblin

Hannover. Wenn die 96-Kollegen heute bei Bayern München noch einmal ein Bundesligaspiel bestreiten, wird Hugo Almeida irgendwo sitzen und sich dieses Spiel am Fernsehschirm anschauen. Am Sonntag treffen sich alle Profis noch einmal, dann ist Schluss - und der Portugiese wird Hannover für immer verlassen. Man würde ihn gern fragen, mit welchen Gefühlen er geht, ob ihn der Abstieg berührt, aber Almeida blieb seine fünf Monate bei 96 ein Phantom, nicht nur auf dem Platz.

Was die Fans von Almeida halten, ist einfacher zu ergründen. Man musste sich in den vergangenen Wochen nur fünf Minuten an den Trainingsplatz stellen, einer der Beobachter kam immer auf ihn zu sprechen. Almeida ist für die Anhänger „Legionär“, „Fehleinkauf“, „Mega-Flop“, „Abkassierer“ und vieles Unfreundliches mehr.

Die besten Bilder aus der vielseitigen Karriere von Hugo Almeida.

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Man muss das natürlich einordnen: Almeida ist nicht der Alleinschuldige am Abstieg von Hannover 96. Aber er ist das Sinnbild für die kurze und so erschreckend trostlose Ära von Thomas Schaaf, der ihn, den alten Weggefährten aus Bremer Zeiten, unbedingt haben wollte. Und ihn aufstellte, obwohl jeder sehen konnte, dass der 96-Almeida mit dem Werder-Almeida nichts mehr zu tun hatte. Man weiß inzwischen, dass sich einige Profis bei den Verantwortlichen darüber beschwert haben, dass Almeida aufgestellt wurde, obwohl die Leistung nicht stimmte und sich der 31-Jährige auf dem Platz bewegte, als hätte er am Tag vorher einen Triathlon absolviert.

Dabei hatte alles verheißungsvoll begonnen, wenn man mal von dem Micky-Maus-Pulli absieht, mit dem er sich auf dem offiziellen Präsentationsfoto des Clubs zeigte. Almeida traf gleich im ersten Rückrundenspiel gegen Darmstadt. Doch das war es schon. Tor Nummer 2 folgte nicht mehr, erst beim 0:1 gegen Augsburg fiel Almeida wieder auf, als er seinem Gegenspieler den Ellbogen ins Gesicht schlug und nachträglich drei Spiele gesperrt wurde. Als Daniel Stendel von Schaaf übernahm, ignorierte er Almeida freundlich.

Der Portugiese wird als Sieben-Spiele-Stürmer in die Clubgeschichte eingehen. 13-mal hat er in dieser Zeit aufs Tor geschossen, wurde fünfmal gefoult, foulte selbst einmal mehr und stand zehnmal im Abseits. Nur jeden zweiten Zweikampf gewann er.

Wird Almeida noch einen neuen Club finden? In China oder Katar? Und packt er den Micky-Maus-Pulli in den Koffer?

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Analyse

Der Erfolg hat im Fußball viele Väter, beim Abstieg will es meistens keiner gewesen sein. Bei Hannover 96 ist zumindest zu benennen, was schiefgelaufen ist in dieser Bundesligasaison, die nach 14 Jahren für mindestens ein Jahr die letzte sein wird.

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27. November 2016 - Christian Purbs in Allgemein

Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

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